Masterarbeit, 2018
78 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Ein Diskurs über Schönheit
2.1. (Ideal-)Vorstellungen von Schönheit
2.2. Historische Blicke auf Schönheit
2.3. Die Frau als das schöne Geschlecht
2.4. Schönheit als Statussymbol
3. Soziologie des Körpers
3.1. Die analytische Trennung von Körper und Leib
3.2. Die Individualisierung der Gesellschaft
4. Was ist neu am Schönheitshandeln der Moderne?
5. Körper- und Selbstoptimierung mithilfe der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie
5.1. Begriffliche Differenzierung: Eine Frage der Legitimität
5.2. Historische Entwicklungen
5.3. Aktuelle Zahlen und Fakten in Deutschland
6. Die Bedeutung medialer Körperbilder
6.1. „Makeover“-Formate als Schauplatz medialer Inszenierung
7. „Extrem schön! – Endlich ein neues Leben“
7.1. Transformation vom defizitären zum optimierten Körperselbst
7.1.1. Der Körper als Gegner
7.1.2. Die Normierung von Weiblichkeit
7.1.3. Die operative Normalisierung
7.1.4. Die Bedeutung der Eigenleistung
7.2. Der Körper als identitätsstiftendes (Selbst-)Projekt
8. Die mediale Normalisierung der Schönheitschirurgie
8.1. Die Inszenierung von Alltäglichkeit
8.2. Die Bagatellisierung von Risiken und Nebenwirkungen
9. Zur zentralen Bedeutung medialer Darstellungen
10. Fazit
Die Masterarbeit untersucht, warum körperliche Schönheit in modernen westlichen Gesellschaften einen derart hohen Stellenwert einnimmt und wie mediale Formate wie „Extrem schön! – Endlich ein neues Leben“ zur Etablierung und Normalisierung ästhetisch-plastischer Chirurgie als Mittel zur Identitätskonstruktion beitragen.
Die analytische Trennung von Körper und Leib
Nähert man sich dem Begriff des „Körpers“ auf sozialwissenschaftlicher Ebene, zeichnet sich ein Sachverhalt ab, der zunächst paradox erscheint: Obwohl der Körper den Gegenstand einer Soziologie des Körpers bildet, wird ihm in soziologischen Beiträgen verhältnismäßig wenig Beachtung geschenkt, so Gugutzer. Reflexive Auseinandersetzungen mit dem Begriff an sich liegen nur spärlich vor, dennoch macht es den Anschein, als gäbe es eine allgemeingültige Definition, was genau unter dem Körper zu verstehen sei.
Gugutzer weist jedoch darauf hin, dass vielmehr voneinander abweichende Auffassungen des Körpers in sozialwissenschaftlichen Beiträgen Anwendung finden (vgl. Gugutzer 2015: 12). Im Hinblick auf die Analyse moderner Körperlichkeit -insbesondere im Kontext schönheitschirurgischer Eingriffe- die dieser Arbeit zugrunde liegt, bedarf es vielmehr einer näheren Auseinandersetzung mit den körperlichen Dimensionen menschlicher Existenz: der sozialphilosophischen Unterscheidung zwischen Körper und Leib.
In Anlehnung an die phänomenologischen Ausführungen des Soziologen und Philosophen Helmuth Plessner und dessen theoretischer Weiterführung durch den Philosophen Hermann Schmitz wird im Kontext einer leibtheoretischen Sichtweise zwischen „Körperhaben“ und „Leibsein“ unterschieden. Ersteres bedeutet die Fähigkeit des Individuums eine reflexive, distanzierte Haltung zum eigenen Körper einzunehmen und sich selbst von außen betrachten zu können. Der Mensch verfügt demnach über das Bewusstsein, dass er im Besitz seines eigenen Körpers ist und diesen in unterschiedlichem Maße gebrauchen kann. Sei es den Körper mittels Kleidung, sportlicher Aktivität oder schönheitschirurgischer Eingriffe zu formen beziehungsweise zu manipulieren, oder im Kontext einer bestimmten sozialen Rolle einzusetzen und zu instrumentalisieren. Der Körper ist eine tast- und sichtbare Instanz und fungiert in vielerlei Hinsicht als „zentrales Handlungsinstrument“.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Streben nach Schönheitsoptimierung in der modernen Überflussgesellschaft ein und umreißt die mediale Rolle bei der Identitätskonstruktion.
2. Ein Diskurs über Schönheit: Dieses Kapitel definiert Schönheit als historisch und kulturell wandelbares Konstrukt und beleuchtet das Streben nach Idealen sowie die Verbindung zu gesellschaftlichen Statusrollen.
3. Soziologie des Körpers: Hier wird der theoretische Rahmen durch die analytische Trennung von Körper und Leib sowie die soziologischen Aspekte der Individualisierung in der Spätmoderne gesetzt.
4. Was ist neu am Schönheitshandeln der Moderne?: Es wird untersucht, welche soziokulturellen Veränderungen das gegenwärtige Schönheitshandeln intensivieren und zu einer zunehmenden "Manipulierbarkeit" des Körpers führen.
5. Körper- und Selbstoptimierung mithilfe der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie: Dieses Kapitel liefert eine begriffliche und historische Einordnung der Schönheitschirurgie sowie einen Überblick über statistische Entwicklungen in Deutschland.
6. Die Bedeutung medialer Körperbilder: Die mediale Omnipräsenz von Körperidealen wird diskutiert, wobei insbesondere der Einfluss von "Makeover"-Formaten auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers und dessen Optimierung reflektiert wird.
7. „Extrem schön! – Endlich ein neues Leben“: Eine detaillierte Medienanalyse dieser TV-Sendung untersucht den Transformationsprozess vom "defizitären" zum "optimierten" Körperselbst durch chirurgische Eingriffe und Eigenleistung.
8. Die mediale Normalisierung der Schönheitschirurgie: Es wird dargelegt, wie Fernsehen durch die Inszenierung von Alltäglichkeit und die Bagatellisierung von Risiken eine Normalisierung chirurgischer Eingriffe erreicht.
9. Zur zentralen Bedeutung medialer Darstellungen: Das Kapitel reflektiert die mediale Verzerrung von Schönheitsoperationen und deren weitreichende Auswirkungen auf das subjektive Körperselbstbild der Rezipienten.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz der Schönheitschirurgie als "klassisches Produkt der Moderne" zusammen und reflektiert die offene Frage nach dem echten Glück durch chirurgische Veränderung.
Körpermodifikation, Körperbild, Schönheitsideale, Identitätskonstruktion, Soziologie des Körpers, Ästhetisch-Plastische Chirurgie, Medienanalyse, Selbstoptimierung, Makeover-Show, Körperleib-Trennung, Medialisierung, Konsumgesellschaft, Schönheitswahn, chirugische Transformation, Normalisierung.
Die Arbeit analysiert kritisch, warum der menschliche Körper in der heutigen Gesellschaft zunehmend als wandelbares Projekt wahrgenommen wird und welche Rolle mediale Inszenierungen von Schönheit dabei spielen.
Im Zentrum stehen Konzepte wie die „Soziologie des Körpers“, die Unterscheidung zwischen „Körperhaben“ und „Leibsein“ sowie die soziokulturellen Folgen der gesellschaftlichen Individualisierung.
Die Arbeit untersucht, wie mediale Formate durch die Inszenierung von Schönheitsoperationen Identitäten prägen und den gesellschaftlichen Druck zur körperlichen Optimierung verstärken.
Es wird eine literaturgestützte Analyse soziologischer und medienwissenschaftlicher Theorien mit einer exemplarischen Medienanalyse der TV-Sendung „Extrem schön! – Endlich ein neues Leben“ verknüpft.
Diskutiert werden historische Sichtweisen auf Schönheit, aktuelle statistische Daten zu Schönheitsoperationen in Deutschland und die Strategien der medialen Normalisierung chirurgischer Eingriffe.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Körperoptimierung, Schönheitsideal, Identitätskonstruktion, Medialisierung, Body Turn und das Konzept des "kosmetischen Selbst".
Die Sendung dient als idealtypischer Fall für die mediale Transformation eines als "defizitär" empfundenen Körpers in ein optimiertes "kosmetisches Selbst" und macht die Mechanismen der Normalisierung chirurgischer Eingriffe besonders deutlich.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Sendungen Risiken und Nebenwirkungen massiv bagatellisieren, da sie den Fokus auf die ästhetische Erlösung legen und chirurgische Eingriffe als alltägliche Konsumentscheidungen darstellen.
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