Magisterarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Problemdefinition
1.3 Zieldefinition
1.4 Methodik und Aufbau
2 Die Entwicklung des Fußballsports zum Zuschauersport
2.1 Die Geschichte des Fußballsports
2.1.1 Die Vorboten des modernen Fußballs
2.1.2 Die Geburtsstunde des modernen Fußballs
2.1.3 Vom Gentlemen- zum Arbeitersport
2.1.4 Die internationale Ausbreitung des Fußballsports
2.2 Der Zuschauersport Fußball
2.2.1 Die Entwicklung zum Zuschauersport
2.2.2 Fußball als Zuschauersport in den 1980er Jahren
2.2.3 Fußball als Zuschauersport in den 1990er Jahren
3 Der Fußballzuschauer
3.1 Die Motive des Fußballzuschauers
3.2 Ausdifferenzierung der Fußballzuschauer
3.2.1 Der konsumorientierte Typ
3.2.2 Der sportzentrierte Typ
3.2.3 Der erlebnisorientierte Typ
4 Zuschauerausschreitungen und Hooliganismus
4.1 Die Entwicklung des Hooliganismus
4.2 Ursachen von Gewalt/Hooliganismus im Fußballsport
4.2.1 Die soziale Herkunft
4.2.2 Der zivilisationstheoretische Ansatz
4.2.3 Die Aggressionstheorie
4.2.4 Verlust der Selbstregulation
4.3 Merkmale des Hooliganismus
4.3.1 Gewalt
4.3.2 Vereinsidentifikation
4.3.3 Die Hierarchie
4.3.4 Der Ehrenkodex
4.3.5 Alkohol und Drogen
4.3.6 Die eigene Darstellung nach außen
4.4 Die aktuelle Hooligan-Situation
5 Risikomanagement als Ansatz zur Erstellung präventiver Sicherheitsmaßnahmen
5.1 Die Risikoidentifikation
5.2 Die Risikoanalyse
5.3 Die Risikobewertung
5.4 Die Risikohandhabung
5.5 Risikokontrolle
6 Maßnahmen zur Eindämmung von Zuschauergewalt in Österreich bei der UEFA EURO 2008™
6.1 Die Unterteilung der Sicherheitsbereiche
6.2 Möglichkeiten zur Verhinderung von Zuschauerausschreitungen
6.2.1 Das Bundesministerium für Inneres
6.2.2 Die EURO 2008 SA
6.2.3 Fanprojekte
6.2.4 Erfahrungswerte von vorangegangen Großveranstaltungen
6.3 Die Anwendung des Risikomanagement-Prozesses zur Gewährleistung der Zuschauersicherheit
6.3.1 Die Identifikation und Analyse der Risiken
6.3.2 Die Bewertung der Risiken
6.3.3 Die Bewertung der Zuschauer
6.3.4 Die Risikohandhabung
6.3.5 Vorfälle während der UEFA EURO 2008™
6.4 Der Wissenstransfer und die Nachhaltigkeit der UEFA EURO 2008™
7 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung des Fanverhaltens im Fußballsport und beleuchtet die Ursprünge sowie Merkmale des Hooliganismus. Das primäre Ziel ist es, die Wirksamkeit des Risikomanagement-Prozesses als Instrument zur präventiven Sicherheitsplanung bei Sportgroßereignissen, insbesondere am Beispiel der UEFA EURO 2008™ in Österreich, aufzuzeigen und Strategien zur Eindämmung von Zuschauergewalt zu analysieren.
Die Geburtsstunde des modernen Fußballs
Aufgrund seiner Brutalität verschwand Volksfußball durch gewaltsame Unterdrückung des Staates beinahe vollständig. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnte sich dieses Spiel lediglich an den Public Schools, den Ausbildungsstätten der zukünftigen britischen Elite, weiterentwickeln, da hier keine Gefährdung des Eigentums und der öffentlichen Ordnung bestand. Dieser sportliche Wettkampf diente zum einen um eine Hierarchisierung zwischen den älteren und jüngeren Schülern zu schaffen und zum anderen als bewusste Provokation gegenüber dem Lehrkörper, der bei der vornehmlich bürgerlichen und aristokratischen Jugend einen geringen Stellenwert genoss.
Anfänglich wurde das Spiel lediglich gebilligt, um die Jugendlichen unter Kontrolle zu halten, doch in weiterer Folge befanden Pädagogen, dass sich das Spiel hervorragend zur Charakterbildung der heranwachsenden Jugend eignete, da es als Spiegel der Gesellschaft verstanden wurde und in weiterer Folge zu einem fixen Bestandteil des Unterrichts deklariert wurde. Jede Schule hatte ihr eigenes Regelwerk, doch zeigten sich mit dem kicking game und dem handling game zwei Grundströmungen, die sich in späterer Folge in eine Soccer- und in eine Rugby-Variante des Fußballs entwickeln sollten. Da die unterschiedlichen Spielvarianten einerseits direkte Vergleiche unter den Schulen verhinderten und andererseits Absolventen, die weiterhin das Spiel ausüben wollten, sich lediglich mit jenen Personen messen konnten, denen das gleiche Reglement bekannt war, ergab sich die Notwendigkeit, eine einheitliche Spielweise zu kreieren.
Diesem Verlangen kam man am 26. Oktober 1863 nach, als sich elf Vertreter von Londoner Klubs und Schulen in der Freemason’s Tavern mit der Absicht trafen, das Regelwerk zu vereinheitlichen, um sportliche Wettkämpfe untereinander durchführen zu können. So wurde beschlossen, dass anstatt eines eiförmigen ein runder Ball eingesetzt wird, der Ball nur mit dem Fuß weitergegeben werden darf, es eine vorgegebene Spielzeit und Feldgröße gibt, Schiedsrichter eingesetzt werden, um die Einhaltung der Regeln zu gewährleisten und es keine Festlegung sozialer Teilnahmekriterien gibt. Im Zuge dessen wurde die Gründung des weltweit ersten Fußballverbandes, der Football Association (FA), beschlossen.
1 Einleitung: Stellt die Relevanz des Fußballs als Massenphänomen dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Sicherheitsaspekte bei internationalen Turnieren.
2 Die Entwicklung des Fußballsports zum Zuschauersport: Beschreibt die historische Evolution des Fußballs von antiken Ursprüngen über den englischen Arbeitersport bis hin zur globalen Kommerzialisierung.
3 Der Fußballzuschauer: Analysiert die unterschiedlichen Motive und soziologischen Hintergründe von Stadionbesuchern und nimmt eine Typisierung vor.
4 Zuschauerausschreitungen und Hooliganismus: Untersucht die historischen und soziologischen Ursachen sowie spezifische Merkmale und Erscheinungsformen des Hooliganismus.
5 Risikomanagement als Ansatz zur Erstellung präventiver Sicherheitsmaßnahmen: Erläutert die theoretischen Grundlagen und Phasen des Risikomanagements als methodischen Ansatz für Sportgroßereignisse.
6 Maßnahmen zur Eindämmung von Zuschauergewalt in Österreich bei der UEFA EURO 2008™: Analysiert die empirische Umsetzung von Sicherheitsvorkehrungen, das Risikomanagement der Veranstalter und die Rolle der Exekutive während der Europameisterschaft.
7 Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Nachhaltigkeit der getroffenen Sicherheitskonzepte für zukünftige Veranstaltungen.
Fußball, Hooliganismus, Sicherheitsmanagement, UEFA EURO 2008, Fanverhalten, Risikomanagement, Zuschauergewalt, Prävention, Polizei, Stadionverbote, Fantrennung, Sicherheit, Sportveranstaltung, Gefährderdatei, Fanprojekt.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Zuschauersicherheit bei Fußball-Großereignissen und beleuchtet, wie durch Risikomanagement-Prozesse präventive Maßnahmen gegen Hooliganismus und Ausschreitungen entwickelt werden können.
Im Fokus stehen die historische Entwicklung des Fußballs, die Typisierung von Zuschauern, die Analyse von Hooliganismus-Ursachen sowie die praktische Umsetzung von Sicherheitskonzepten bei der UEFA EURO 2008™.
Das Ziel ist die Untersuchung der Wirksamkeit präventiver Sicherheitsstrategien und die Frage, wie ein strukturierter Risikomanagement-Prozess dazu beitragen kann, Gewalt bei Sportgroßereignissen zu minimieren.
Es wurde eine umfangreiche Literaturrecherche durchgeführt, die durch persönliche Interviews mit Experten der EURO 2008 SA, dem Bundesministerium für Inneres und Sicherheitsdiensten ergänzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Hooliganismus und Risikomanagement sowie einen empirischen Teil, der die konkreten Sicherheitsmaßnahmen während der UEFA EURO 2008™ beschreibt.
Die wichtigsten Begriffe sind Hooliganismus, Risikomanagement, Sicherheitsplanung, UEFA EURO 2008 und Fantrennung.
Die Polizei war maßgeblich für die öffentliche Sicherheit zuständig, setzte auf eine 3-D Philosophie (Dialog, Deeskalation, Durchgreifen) und arbeitete eng mit internationalen Behörden und Fußballinformationsstellen zusammen.
Man entschied sich gegen eine flächendeckende Personalisierung vor Ort, da dies den Einlass massiv verzögert hätte und das Risiko einer Dichte-Problematik an den Eingängen zu hoch eingestuft wurde.
Er diente dazu, den Zugang zum Stadion weiträumig zu kontrollieren und zu verhindern, dass unerlaubte Gegenstände an spielfreien Tagen oder im Vorfeld von Spielen in das Stadiongelände gelangen.
Obwohl die Konzepte während der EM erfolgreich waren, ist die dauerhafte Umsetzung im Ligaalltag oft an finanzielle Grenzen gebunden, weshalb eine stärkere Kooperation zwischen Vereinen und öffentlichen Institutionen nötig ist.
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