Diplomarbeit, 2009
104 Seiten, Note: 2,0
A. Einführung
B. Erster Teil: Begriffsbestimmung und Formen der vergleichenden Werbung
I. Begriffliche Grundlagen
1. Werbung im wissenschaftlichen Kontext
2. Definition der vergleichenden Werbung
3. Ökonomische Bedeutung
II. Formen der vergleichenden Werbung
1. Unterscheidung nach Vergleichsgegenstand
a) Direkte Bezugnahme
b) Indirekte Bezugnahme
2. Unterscheidung nach Vergleichsaussage
a) Kritisierende vergleichende Werbung
b) Anlehnende vergleichende Werbung
c) Persönlich vergleichende Werbung
d) Alleinstellungs- und Spitzengruppenwerbung
3. Vergleichende Werbung ohne Mitbewerberbezug
C. Zweiter Teil: Rechtsvorschriften zur Zulässigkeit vergleichender Werbung
I. Die Richtlinie 97/55/EG
1. Entstehung
2. Erwägungsgründe
3. Umsetzung in nationales Recht
4. Weitere Richtlinienerlasse
5. Einfluss der RL auf die Aktivitäten der Werbenden
II. § 6 UWG, Allgemeines
1. Anwendungsbereich
a) Abgrenzung zur persönlich vergleichenden Werbung
b) Abgrenzung zur Alleinstellungs- und Spitzengruppenwerbung
c) Aufforderung zum Vergleich
2. Verhältnis zu anderen UWG Vorschriften
a) Die Generalklausel des § 3 UWG
b) § 4 Nr. 7 UWG, Herabsetzung
c) § 4 Nr. 8 UWG, Anschwärzung
d) § 4 Nr. 9 UWG
e) § 4 Nr. 10 UWG, Behinderung
f) § 5 Nr. 3 UWG, Irreführungsverbot
3. Verhältnis zu anderen Normen
a) Verbote und Beschränkungen
b) Markengesetz
c) Urheberrecht
III. § 6 Abs. 1 UWG
1. Der Vergleich
a) Vorbemerkung
b) Erforderlichkeit eines Vergleichs
c) Voraussetzungen eines Vergleichs
d) Fehlen eines Vergleichs
2. Begriff der Werbung in § 6 UWG
a) Legaldefinition
b) Analogie zur Wettbewerbshandlung
c) Äußerung
d) Unternehmerisches Handeln
e) Zweck der Absatzförderung
f) Werbung durch Dritte Personen
3. Mitbewerber
a) Legaldefinition
b) Erkennbarkeit des Mitbewerbers
IV. § 6 Abs. 2 UWG
1. Allgemeines
2. Verbotstatbestand der Irreführung
3. Übrige Verbotstatbestände
a) Fehlende Vergleichbarkeit
b) Unsachlicher Vergleich
c) Verwechselungsgefahr
d) Rufausnutzung und Rufbeeinträchtigung
e) Herabsetzung und Verunglimpfung
f) Imitation bzw. Nachahmung
V. Weitere Voraussetzungen und Rechtsfolgen
1. Klagebefugnis
2. Beweislast
3. Rechtsfolgen
D. Dritter Teil: Werbewirkung, Chancen und Risiken vergleichender Werbung
I. Zusammenspiel von Werbewirkung und Werbeerfolg
II. Modelle der Werbewirkung
1. Hierarchy-of-Effects-Modell
2. Das Modell der Wirkungspfade
3. Modell zur Werbewirkung vergleichender Werbung
III. Einfluss der Werbewirkungskriterien
IV. Weitere Einflussfaktoren der Werbewirkung
1. Merkmale der Werbeaussage
a) Art des Vergleichs
b) Vergleichsrichtung
c) Vergleichsdarstellung
d) Vergleichsintensität
e) Argumentation und Kommunikator
2. Merkmale der verglichenen Produkte
a) Marktanteil
b) Produktkategorie
c) Produktattribut
d) Konkurrenzprodukt
3. Ausgewählte Merkmale der Werbeempfänger
a) Involvement
b) Markentreue
c) Psychografische und demografische Kriterien
V. Chancen und Risiken vergleichender Werbung
VI. Verbreitung der vergleichenden Werbung
VII. Empfehlungen für die praktische Anwendung
1. Strategische Bedeutung vergleichender Werbung
2. Geeignete Kommunikationsmittel
3. Vergleichende Werbung aus Sicht des Werbenden
4. Vergleichende Werbung aus Sicht des Betroffenen
a) Abwehrvergleich
b) Rechtliche Gegenmaßnahmen
E. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die rechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen und die marketingtechnische Effektivität vergleichender Werbung in Deutschland. Ziel ist es, dem Werbenden eine fundierte Orientierungshilfe zu bieten, wie dieses Instrument unter Berücksichtigung des § 6 UWG rechtssicher und marketingstrategisch effizient eingesetzt werden kann, um den Markterfolg zu steigern und die Markttransparenz für Konsumenten zu erhöhen.
3. Ökonomische Bedeutung
Die ökonomische Bedeutung vergleichender Werbung wurde vom Gesetzgeber eher gering eingeschätzt, was sich auch aus dem strikten Verbot vergleichender Werbung in Deutschland bis zum Jahr 1998 herauslesen lässt. Da es sowohl Gegner als auch Befürworter der vergleichenden Werbung gibt, ist zu prüfen, ob und inwieweit vergleichende Werbung aus volkswirtschaftlicher Sicht überhaupt von positivem Nutzen sein kann.
Das Verbot der vergleichenden Werbung basierte vor allem auf dem Zweck den Verbraucher vor einer Irreführung zu schützen. Befürworter der vergleichenden Werbung stellen dagegen den positiven Nutzen bezüglich der Markttransparenz und des Informationswerts heraus. Diese sind in Zeiten der Werbeflut für den Verbraucher von großer Bedeutung, damit eine optimale Entscheidung im Rahmen des Kaufprozesses gefunden werden kann.
Dafür muss die vergleichende Werbung allerdings einen erhöhten Informationswert liefern, d.h. bestimmte Voraussetzungen wie z.B. die Darbietung wesentlicher, vollständiger, sachlicher, und wahrer Informationen müssen gegeben sein. Diese Anforderungen werden durch die Regelungen der Richtline 97/55/EG abgedeckt. Somit ist davon auszugehen, dass dem Verbraucher ein erhöhter Informationswert zur Verfügung gestellt wird und er so seine Kaufentscheidungen effizienter treffen kann. Darüber hinaus lassen verschiedene Studien wie z.B. die von Harmon, Razzouk und Stern den Schluss zu, dass vergleichende Werbung regelmäßig über einen höheren Informationsgehalt verfügt als nicht vergleichende Werbung. Wobei im Detail gezeigt wurde, dass direkt vergleichende Werbung informativer ist als indirekt vergleichende Werbung.
Für die Werbenden bieten sich durch den Einsatz vergleichender Werbung fast immer positive ökonomische Aspekte durch eine Effizienzsteigerung der Werbung. Darüber hinaus fällt die vergleichende Werbung für die Werbenden vor allem unter das Recht der freien Meinungsäußerung und wird insofern ausdrücklich begrüßt.
A. Einführung: Die Arbeit führt in die Relevanz vergleichender Werbung in einem wettbewerbsintensiven Markt ein und definiert das Ziel, rechtliche Rahmenbedingungen sowie marketingtechnische Handlungsempfehlungen zu erörtern.
B. Erster Teil: Begriffsbestimmung und Formen der vergleichenden Werbung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen, die Definition der vergleichenden Werbung sowie deren ökonomische Bedeutung und verschiedene Kategorisierungsformen behandelt.
C. Zweiter Teil: Rechtsvorschriften zur Zulässigkeit vergleichender Werbung: Dieser Teil beleuchtet detailliert die rechtliche Basis, insbesondere die Richtlinie 97/55/EG sowie die Anwendung des § 6 UWG und dessen Verhältnis zu anderen Wettbewerbsnormen.
D. Dritter Teil: Werbewirkung, Chancen und Risiken vergleichender Werbung: Hier wird der Werbewirkungsprozess analysiert, verschiedene Wirkungsmodelle vorgestellt und die Vor- sowie Nachteile der Werbeform für die Praxis abgewogen.
E. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die rechtliche Entwicklung und die marketingstrategische Relevanz zusammen und betont die Notwendigkeit von Sorgfalt und Pretests beim Einsatz vergleichender Werbung.
Vergleichende Werbung, UWG, Wettbewerbsrecht, Werbewirkung, Markttransparenz, Irreführungsverbot, Mitbewerber, Markenrecht, Kaufentscheidungsprozess, Marketingstrategie, Produktdifferenzierung, Rechtsunsicherheit, Positionierung, Informationsgehalt, Wettbewerbsverzerrung
Die Arbeit analysiert vergleichende Werbung unter zwei Hauptaspekten: den rechtlichen Grenzen gemäß dem deutschen Wettbewerbsrecht (§ 6 UWG) und dem ökonomischen Ausmaß der Werbewirkung aus Sicht der Marketinglehre.
Die zentralen Felder sind die rechtliche Zulässigkeit von Werbevergleichen, die Abgrenzung zu verbotenen Geschäftspraktiken, Modelle zur Messung der Werbewirkung sowie strategische Empfehlungen für den praktischen Einsatz dieser Werbeform.
Das primäre Ziel ist es, Werbenden eine fundierte Grundlage zu verschaffen, um vergleichende Werbung rechtssicher zu gestalten und die Effizienz ihrer Werbekampagnen unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken zu optimieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Wettbewerbsvorschriften, Richtlinien (insb. der EU-Richtlinien) und empirischer Forschungsergebnisse zur Werbewirkung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Tatbestandsmerkmale des § 6 UWG, eine Analyse der rechtlichen Grenzen (Markenrecht, Urheberrecht) und eine umfassende Untersuchung der psychologischen und ökonomischen Faktoren, die den Werbeerfolg beeinflussen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere § 6 UWG, Markttransparenz, Irreführung, Mitbewerberbezug, Markenimage und Werbeeffizienz.
Das Involvement ist ein zentraler psychologischer Faktor bei der Informationsverarbeitung. Die Arbeit thematisiert, wie der Grad des Engagements des Konsumenten die Wirkung vergleichender Werbung moderiert und ob diese bei High-Involvement-Produkten anders wahrgenommen wird.
Die Arbeit untersucht speziell, dass für Marktführer das Risiko eines Vergleichs – nämlich die "Gratis-Werbung" für den Konkurrenten – oft höher gewichtet wird als die möglichen Chancen, während Neueinsteiger strategisch vom Vergleich mit etablierten Marken profitieren können.
Humor wird als ein modernes Mittel diskutiert, um die Aktivierung der Konsumenten zu steigern und gleichzeitig negative Abwehrreaktionen gegen die oftmals als aggressiv empfundene vergleichende Werbung abzumildern.
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