Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung und Problemstellung
2. Schreiben in der Sekundarstufe II
2.1 Der freie Aufsatz
2.2 Kreatives Schreiben
2.3 Abgrenzung zur Facharbeit
3. Prozess- und Produktorientierung im Aufsatzunterricht
4. Die Bedeutung der Facharbeit
4.1 Die Facharbeit in den Bundesländern
4.2 Erwartungen an ein Bewertungsraster
4.2.1 Objektivität
4.2.2 Reliabilität
4.2.3 Validität
5. Problem der Beurteilung – Bewertungsraster als Möglichkeit
5.1 Gefahren, Probleme und Störfaktoren der Beurteilung
5.2 Schreibblockaden und Überarbeitung
5.3 Messinstrumente und Bewertungssysteme
5.3.1 Die Mehrfachbeurteilung nach globalem Ersteindruck
5.3.2 Kriterienkataloge – Das Zürcher Textanalyseraster
5.4 Ein Kriterienkatalog für Facharbeiten
5.5 Die Prozessorientierung im Bewertungsraster
6. Möglichkeiten und Grenzen der Bewertungsraster
7. Literaturverzeichnis
Die Bachelorarbeit hat zum Ziel, ein strukturiertes Bewertungsraster für Facharbeiten im Deutschunterricht der Sekundarstufe II zu entwickeln, welches die wissenschaftspropädeutischen Anforderungen erfüllt und eine objektive, reliable sowie valide Beurteilung ermöglicht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Kluft zwischen notwendigen Standards und der individuellen Leistung durch prozessorientierte Elemente und transparente Kriterienkataloge überbrückt werden kann.
5.1 Gefahren, Probleme und Störfaktoren der Beurteilung
Negative Einflüsse auf Beurteilungen lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Zum einen in die Gruppe der Probleme und Einflüsse, die man durch Übungen im Unterricht, Berücksichtigung im Bewertungsraster oder durch Reflexion zumindest gering halten kann. Zum anderen gibt es jedoch Faktoren, die sehr viel schwieriger auszuschalten sind, da sie nur bewusst gemacht, aber nicht vollkommen aus der Beurteilung heraus gehalten werden können.79 Beim „Halo-Effekt“ – auch „Hof-Effekt“ oder „Heiligenschein-Effekt“ genannt – handelt es sich um einen solchen Einfluss. Dabei schließt der Lehrer von einem verallgemeinernden Urteil über einen Schüler bzw. eine Schülerin auf die gesamte Persönlichkeit und damit wirkt er unterbewusst auch auf die Bewertung ein. Wenn ein(e) Schüler/in als intelligent eingeschätzt wird, so erscheint die Leistung in einem positiveren Licht als die von einem Schüler, der für weniger begabt gehalten wird. Ein positives bzw. negatives Merkmal nimmt damit auf die Gesamtwahrnehmung Einfluss. Häufig geht der „Halo-Effekt“ mit einem logischen Fehler einher, bei dem man ein weiteres Schülermerkmal mit einem subjektiv korrespondierenden Charakteristikum verknüpft.80
„Wer sprachlich gewandt ist, verfügt über hohe Fähigkeiten im abstrakten Denken“, oder „wer ungepflegt aussieht und die Schule schwänzt, ist auch schwach begabt, anstrengungsvermeidend und charakterlich nicht einwandfrei“.81 Aufgrund dessen, dass es in der Natur des Menschen liegt, andere Personen einzuschätzen und man kaum dagegen gefeit ist, diese bestimmten persönlichen Kriterien zuzuordnen, kann man sich schlecht vor solchen Einflüssen schützen. Dennoch gibt es eine Methode, die eigenen Eindrücke zumindest vor Augen zu führen, um (sich und) die Beurteilung zu reflektieren bzw. zu hinterfragen. Ein solches Verfahren hat Cronbach 1955 entwickelt.82 Dabei erstellt der/die Lehrer/in für jeden Schüler, oder ggf. für jeweils die zwei besten und zwei schlechtesten Schüler, einen Profilbogen. Dieser besteht aus 5 Parametern, denen jeweils das negative Gegenteil entgegengesetzt und durch eine Ausprägungsskala beziffert wird.
1. Einführung und Problemstellung: Das Kapitel thematisiert die allgemeinen Herausforderungen von Bewertungen im Deutschunterricht und leitet die wissenschaftspropädeutische Relevanz der Facharbeit her.
2. Schreiben in der Sekundarstufe II: Hier werden didaktische Ansätze wie der freie, kommunikative und kreative Aufsatz in Bezug auf ihre Eignung für den Oberstufenunterricht analysiert.
3. Prozess- und Produktorientierung im Aufsatzunterricht: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Positionen der Schreibdidaktik gegenüber, wobei der Fokus auf der notwendigen Synthese beider Ansätze für die Facharbeit liegt.
4. Die Bedeutung der Facharbeit: Es wird die Rolle der Facharbeit als wissenschaftspropädeutisches Instrument beleuchtet und die unterschiedliche Implementierung in den Bundesländern aufgezeigt.
5. Problem der Beurteilung – Bewertungsraster als Möglichkeit: Hier werden Störfaktoren wie der Halo-Effekt identifiziert und ein konkreter Kriterienkatalog sowie prozessorientierte Messinstrumente entwickelt.
6. Möglichkeiten und Grenzen der Bewertungsraster: Das Fazit reflektiert den Nutzen der entwickelten Raster im Vergleich zu anderen Verfahren und betont die Notwendigkeit kontinuierlicher didaktischer Abstimmung.
7. Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung aller verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.
Facharbeit, Sekundarstufe II, Bewertungsraster, Schreibdidaktik, Wissenschaftspropädeutik, Prozessorientierung, Produktorientierung, Leistungsbeurteilung, Kriterienkatalog, Objektivität, Reliabilität, Validität, Deutschunterricht, Schülerbeurteilung, Schreibkompetenz.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und didaktischen Einbettung eines Bewertungsrasters für Facharbeiten im Unterrichtsfach Deutsch der Sekundarstufe II, um Beurteilungsprozesse transparenter und gerechter zu gestalten.
Zentrale Themen sind die Schreibdidaktik in der gymnasialen Oberstufe, die Anforderungen an wissenschaftspropädeutisches Arbeiten, die psychologischen Faktoren bei der Benotung sowie die praktische Anwendung von Kriterienkatalogen.
Ziel ist es, ein praktikables Bewertungsraster zu entwerfen, das sowohl curricularen Vorgaben als auch Gütekriterien wie Objektivität, Reliabilität und Validität entspricht, um Lehrer bei der Beurteilung von Facharbeiten zu unterstützen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse bestehender Schreibdidaktik, die Auseinandersetzung mit empirischen Studien zur Aufsatzbeurteilung und die Ableitung eines neuen, prozessorientierten Bewertungsmodells.
Im Hauptteil werden methodische Probleme der Beurteilung (z.B. Halo-Effekt), verschiedene Messinstrumente wie das Zürcher Textanalyseraster und der Entwurf eines spezifischen Kriterienkatalogs für Facharbeiten detailliert diskutiert.
Facharbeit, Bewertungsraster, Schreibdidaktik, Wissenschaftspropädeutik, Prozessorientierung, Objektivität und Kriterienkatalog sind die zentralen Begriffe.
Die Prozessorientierung ist wichtig, da sie nicht nur das fertige Endprodukt bewertet, sondern den Lernfortschritt des Schülers durch Beratungsgespräche und methodische Dokumentation (wie Lerntagebücher) in die Note mit einbezieht.
Der Halo-Effekt kann durch die konsequente Anwendung eines strukturierten Bewertungsrasters und die Nutzung von Profilbögen (nach Cronbach) minimiert werden, um subjektive Eindrücke vor der eigentlichen Beurteilung zu reflektieren.
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