Masterarbeit, 2009
37 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Armut
2.2 Unterteilungen von Armut
2.2.1 Absolute Armut
2.2.2 Relative Armut
2.2.3 Lebenslagenorientierte Armut
2.3 Kinderarmut
3. Arme Kinder in der Grundschule
3.1 Ursachen von Kinderarmut
3.2 Folgen von Kinderarmut
4. Zusammenhang von Armut und Bildungschancen
4.1 Funktion von Bildung
4.2 Historische Entwicklung von Bildungschancen armer Kinder
4.3 Gründe für ungleiche Bildungschancen armer Kinder
4.4 Auswirkungen von benachteiligten Bildungschancen auf arme Kinder
4.5 Wahrnehmung und Perspektiven von Kinder auf die eigene Armut
5. Alternativen zur Aufhebung ungleicher Bildungschancen armer Kinder
6. Schlussbemerkung
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und Bildungschancen in der Grundschule. Dabei wird analysiert, wie sich die sozioökonomische Situation von Familien auf den Bildungserfolg und die Lernbiografien von Kindern auswirkt, um Ansatzpunkte zur Minderung dieser Benachteiligungen zu identifizieren.
3.1 Ursachen von Kinderarmut
Es gibt viele unterschiedliche Gründe, warum Kinder von Armut betroffen sind. In den meisten Fällen kann jedoch keine eindeutige Ursache bestimmt werden - es sind häufig viele verschiedene Umstände die in ihrer Summe zu Kinderarmut führen. Aufgrund dessen, dass die meisten Kinder im Grundschulalter von ihren Eltern abhängig sind, können bei den Kindern selber keine Ursachen für Armut gefunden werden. „Kinder und Jugendliche sind (…) überwiegend durch die Verarmung der Eltern von Armut betroffen“ (Dangschat 1996, 159). Erst wenn die Kinder älter werden, ist die Armut ihre „eigene“, obwohl auch hier zu berücksichtigen ist, dass sie die Armut häufig von ihren Eltern „übernehmen“ (vgl. Dangschat 1996, 159).
Dangschat (1996) nennt folgende vier Ursachenkomplexe für die Zunahme von Kinderarmut:
- Unzureichender Familienlastenausgleich
- Wachsende Arbeitslosigkeit und Dauerarbeitslosigkeit unter den 25- bis 40-jährigen
- Lebenszyklen und Haushaltsformen differenzieren sich
- Wohnraummangel
(vgl. Dangschat 1996, 157-159).
„Arbeitslosigkeit und Niedrigeinkommen haben in den letzten Jahren stark zugenommen und sind dafür verantwortlich, dass Kinder und Jugendliche so stark von Armut betroffen sind“ (Klocke 1996, 391). Nach Klocke (2001) ist die Arbeitslosigkeit die Hauptursache für Armut in Deutschland. Die Arbeitslosigkeit „betrifft Personen im erwerbsfähigen Alter, also Menschen im Alter von etwa 20 bis 55 Jahren, die in der überwiegenden Zahl in Familien leben“ (Klocke 2001, 296). Dieses ist ein Grund dafür, warum immer mehr Kinder in Armut aufwachsen. In welcher Dimension die Erwerbstätigkeit der Eltern das Armutsrisiko der Kinder beeinflusst, ist bereits in Kapitel 2.1 beschrieben. Etwa ein Drittel der Sozialhilfebezieher sind arbeitslos. Häufig befinden sich die Personen nicht „nur“ in einer kurzfristigen Arbeitslosigkeit, sonder werden zu Langzeitarbeitslosen. Langzeitarbeitslose leben vermehrt in Familien und haben viele Kinder. Die Kinder sind auch hier die Leidtragenden und unterliegen der Kinderarmut (vgl. Palentien 2004, 80-81).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Kinderarmut in Deutschland ein und verdeutlicht, dass dieses Phänomen keineswegs neu ist, sondern in der aktuellen bildungswissenschaftlichen Diskussion zunehmend an Bedeutung gewinnt.
2. Definitionen: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Armutsbegriffe, darunter die absolute, relative und lebenslagenorientierte Armut, und setzt diese in Bezug zur spezifischen Situation von Kindern.
3. Arme Kinder in der Grundschule: Der Hauptteil beleuchtet die Ursachen und Folgen von Kinderarmut, wobei der Fokus explizit auf der Altersgruppe der Grundschulkinder liegt.
4. Zusammenhang von Armut und Bildungschancen: Hier wird analysiert, wie Armut den Bildungserfolg beeinflusst, von der historischen Entwicklung bis hin zu den Gründen für die ungleiche Startchancen im heutigen Schulsystem.
5. Alternativen zur Aufhebung ungleicher Bildungschancen armer Kinder: Das Kapitel diskutiert pädagogische und bildungspolitische Ansätze, insbesondere die Rolle der Ganztagsschule, um soziale Benachteiligungen abzumildern.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Kinderarmut ein zentrales Bildungsproblem darstellt und fordert eine stärkere Berücksichtigung des Themas in der Lehrerausbildung.
7. Literaturverzeichnis: Umfasst die wissenschaftlichen Quellen und Studien, die zur Fundierung der Masterarbeit herangezogen wurden.
Kinderarmut, Bildungschancen, soziale Ungleichheit, Grundschule, Armutsrisiko, soziale Selektion, Bildungserfolg, Schulerfolg, Familienlastenausgleich, Arbeitslosigkeit, Soziale Brennpunkte, Bildungsarmut, Ganztagsschule, Resilienz, soziale Benachteiligung.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der ökonomischen Situation von Kindern in Deutschland und deren individuellen Bildungschancen während ihrer Grundschulzeit.
Die zentralen Felder sind die soziologische Definition von Armut, die Ursachen für Kinderarmut, die gesundheitlichen und psychosozialen Folgen sowie die Barrieren im Bildungssystem.
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Armut und ungleichen Bildungschancen aufzuzeigen und Strategien zu benennen, wie die Schule durch gezielte Förderung zur Chancengleichheit beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgreifenden Literatur- und Theorieanalyse aktueller Studien und Berichte zur Armutsforschung und Bildungssituation.
Im Hauptteil werden neben den Ursachen (wie Arbeitslosigkeit der Eltern) vor allem die Folgen für die Kinder, wie psychosoziale Belastungen, Stigmatisierung und der Einfluss auf die schulische Leistung, detailliert erörtert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kinderarmut, Bildungschancen, soziale Selektion und Chancengleichheit in der Grundschule beschreiben.
Die Ganztagsschule wird als wesentliche Alternative und pädagogischer Lösungsansatz hervorgehoben, um soziale Disparitäten auszugleichen und benachteiligten Kindern ein förderliches Lernklima zu bieten.
Die Kinder entwickeln oft Strategien wie die soziale Isolation oder die Anspruchssenkung, nehmen die Armut jedoch meist als belastend wahr, da sie ihre Ausgrenzung innerhalb der Kinderkultur und Peer-Group sehr deutlich spüren.
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