Bachelorarbeit, 2022
41 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Wunder aus theologischer Perspektive
2.1 Neutestamentlicher Wunderbegriff
2.2 Formgeschichte
2.3 Die Wunderüberlieferung
2.4 Zur Historizität und Deutung der Wunder Jesu
2.5 Die Funktion von Wundergeschichten
3. Wundererzählungen im Religionsunterricht der Grundschule
3.1 Kindliches Wunderverständnis im Grundschulalter
3.2 Methoden und Wunderdidaktik
3.3 Gründe für und Einwände gegen die Thematisierung der Wundererzählungen
4. Exemplarische Darstellung einer Unterrichtsstunde zu Mk 10, 46-52
4.1 Exegetische Hintergründe
4.2 Rahmenbedingungen und didaktische Begründung des Themas
4.3 Einordnung der Unterrichtsstunde in den Teilrahmenplan Evangelische Religion
4.4 Lernziele der Unterrichtsstunde
4.5 Methodik der Unterrichtsstunde und Verlaufsplan
4.5.1 Begrüßung und Ritual
4.5.2 Einstieg
4.5.3 Erarbeitungsphase
4.5.4 Vertiefungsphase
4.5.5 Ergebnissicherung und Abschluss
4.5.6 Fächerübergreifende Anmerkungen
4.5.7 Verlaufsplan der Unterrichtsstunde
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwiefern biblische Wundererzählungen als Thema für den evangelischen Religionsunterricht in der Grundschule geeignet sind. Ziel ist es, theologisch-exegetische Grundlagen mit entwicklungspsychologischen Erkenntnissen über das kindliche Wunderverständnis zu verknüpfen, um eine begründete didaktische Methodik für die Behandlung dieser Texte zu erarbeiten.
2.1 Neutestamentlicher Wunderbegriff
Zur Wunderterminologie lässt sich zunächst sagen, dass die griechische Sprache ,,für das, was wir als Wunder bezeichnen, [...], keinen einheitlichen Begriff [kennt]”. Das Griechische umschreibt wunderbare Ereignisse mit unterschiedlichen Begriffen. Innerhalb der Bibel werden insbesondere die griechischen Fachbegriffe dynamis (Machtat), semeion (Zeichen), teras (göttliche Vorzeichen) und ergon (Werk) als Bezeichnung der Wunder verwendet. Die griechischen Fachbegriffe thaumasion (Erstaunliches, Wunderbares) und paradoxon (unerwartetes, unglaubliches Geschehen) finden sich nur an wenigen Stellen.
Kurt Erlemann zufolge hat die Wunderforschung verschiedene Definitionen darüber aufgestellt, was Wunder eigentlich sind. So zeigt Bernd Kollmann zweierlei Theorien über die Wunderdefinition auf. Er unterscheidet zwischen einer naturwissenschaftlichen und einer theologischen Deutung. Seiner Meinung nach brechen Wunder reguläre Naturgesetze und wirken folglich wissenschaftlich unerklärbar. Daraus resultiere ein für uns unbegreifliches und übernatürliches Phänomen. Jedoch widerspreche diese Definition dem neuzeitlichen Weltbild, welches infolge von wissenschaftlicher und technischer Forschung sowie Entwicklung entstanden sei. Die theologische Wunderdefintion beschränke sich hingegen auf das Handeln Gottes oder, jenes einer anderen höheren Macht.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Wunderproblematik bei Kindern ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Relevanz von Wundererzählungen für den Grundschulunterricht zu prüfen.
2. Wunder aus theologischer Perspektive: Dieses Kapitel definiert den Wunderbegriff, erläutert die Formgeschichte und Funktion von Wundererzählungen im Neuen Testament und beleuchtet verschiedene historische Deutungsansätze.
3. Wundererzählungen im Religionsunterricht der Grundschule: Der Fokus liegt hier auf dem kindlichen Verständnis von Wundern sowie der Frage, ob und wie therapeutische und didaktische Zugänge eine Thematisierung im Unterricht ermöglichen.
4. Exemplarische Darstellung einer Unterrichtsstunde zu Mk 10, 46-52: Ein praktischer Entwurf, der exegetische Hintergründe und didaktische Rahmenbedingungen für eine Unterrichtsstunde zur „Heilung des Blinden bei Jericho“ konkretisiert.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der theologischen und pädagogischen Diskussion und beurteilt die Eignung der Wundergeschichten als Hoffnungsgeschichten für den Religionsunterricht.
Wundergeschichten, Religionsunterricht, Grundschule, Neutestamentlicher Wunderbegriff, Bartimäus, Wunderdidaktik, Glaube, Heilung, Bibeldidaktik, Exegese, Motivmethode, Kindliches Wunderverständnis, Hoffnungspotenzial, Christologie, Religionspädagogik.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Wundererzählungen des Neuen Testaments im evangelischen Religionsunterricht der Grundschule thematisiert werden können, wobei sowohl theologische Grundlagen als auch die kindliche Entwicklung berücksichtigt werden.
Die Themen umfassen die theologische Definition von Wundern, die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen von Grundschulkindern beim Verständnis dieser Geschichten sowie konkrete methodische Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht.
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Wunder Jesu für Grundschulkinder zugänglich und lehrbar sind, und dies anhand einer konkreten Unterrichtsplanung zu demonstrieren.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse exegetischer und religionsdidaktischer Ansätze sowie eine methodische Aufbereitung für die Unterrichtspraxis, basierend auf reformpädagogischen und theologischen Fachmodellen.
Der Hauptteil erörtert zunächst die theologische Perspektive auf Wunder, setzt sich intensiv mit der didaktischen Problematik und den Argumenten für oder gegen die Thematisierung auseinander und leitet schließlich zum praktischen Beispiel der Heilung des Blinden bei Jericho über.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Wunderdidaktik", "Kindliches Wunderverständnis", "Bibelstelle Mk 10, 46-52", "Motivmethode" und "Religiöse Urteilskraft".
Dieser Text wird gewählt, da er eine für vierte Klassen gut erzählbare Lebendigkeit aufweist, ein hohes Hoffnungspotenzial besitzt und eine deutliche Christologie transportiert, ohne dabei die Rolle des Glaubens des Menschen auszublenden.
Die Studie zeigt, dass Kinder oft zu einem „mythisch-wortgetreuen Glauben“ neigen und dazu tendieren, Wunder wie Zaubergeschichten oder „Superhelden-Taten“ wahrzunehmen, bevor sie im Verlauf ihrer Entwicklung zu einem abstrakteren und symbolischen Verständnis gelangen.
Nein – die Arbeit verdeutlicht, dass Wundergeschichten eher als „Glaubens- und Hoffnungsgeschichten“ zu verstehen sind, da eine rein historische oder faktische Betrachtung oft zu Verständnisproblemen oder Glaubenszweifeln führt.
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