Diplomarbeit, 2009
81 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Ziel dieser Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Entstehungsgeschichte und Darstellung des MaRisk-Rundschreibens (VA)
2.1. Solvency II
2.2. 9. Novelle des Versicherungsaufsichtsgesetzes
2.3. Mindestanforderungen an das Risikomanagement (VA)
3. Risikomanagementprozess und Risikocontrolling
3.1. Begriffsdefinitorische Grundlagen
3.2. Risikomanagementprozess
3.2.1. Identifikation
3.2.2. Bewertung und Analyse
3.2.3. Steuerungsmaßnahmen
3.2.4. Überwachung / Kontrolle
3.3. Risikocontrolling
3.4. Risikoberichtswesen
4. Anforderungen an das Risikomanagement
4.1. Risikostrategie
4.2. Organisatorische Rahmenbedingungen
4.3. Internes Steuerungs- und Kontrollsystem
4.3.1. Risikotragfähigkeitskonzept und Limitierung
4.3.2. Risikokontrollprozess
4.3.3. Unternehmensinterne Kommunikation und Qualitätssicherung des IKS
4.4. Interne Revision
5. Auswirkungen auf das Risikoberichtswesen
5.1. Rechtliche Grundlagen und Standards
5.2. Anforderungen des MaRisk-Rundschreibens (VA) an die Berichterstattung
5.3. Implementierung der neuen Anforderungen
5.3.1. Bestandsaufnahme derzeitiger Maßnahmen
5.3.2. Aufbau und Inhalt des internen Risikoberichts
5.4. Organisatorische Auswirkungen
6. Fazit
7. Anhang
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Anforderungen des MaRisk-Rundschreibens 3/2009 für Versicherungsunternehmen darzustellen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf das Risikomanagement und insbesondere das Risikoberichtswesen zu analysieren, um so Unsicherheiten bei der praktischen Implementierung zu beseitigen.
3.2.1. Identifikation
In der ersten Phase des Risikomanagementprozesses wird versucht, alle möglichen Gefahrenquellen und Störpotentiale in prospektiver Betrachtungsweise vollständig zu identifizieren und zu erfassen. Es wird eine systematische und prozessorientierte Vorgehensweise empfohlen, um das Ergebnis der Risikoidentifikation zu maximieren. Nur identifizierte und erfasste Risiken können den weiteren Risikomanagementprozess durchlaufen, wodurch die Wichtigkeit dieser ersten Phase nochmalig unterstrichen wird. Zur besseren Übersicht und weiteren Unterstützung sollten die Risiken in einzelne Risikoarten unterteilt werden. Die BaFin schlägt im MaRisk-Rundschreiben (VA) vor, acht Risikokategorien einzuführen, auf die in Kapitel 4. detaillierter eingegangen wird. Die Erfassung aller Einzelrisiken sollte im Idealfall permanent, rechtzeitig, schnell und vollständig erfolgen, um die Einflüsse auf das Gesamtrisiko des Unternehmens darzustellen. In der Literatur wird der Identifikationsprozess auch als Risikoinventur bezeichnet, da er Parallelen zur Inventarisierung bei der industriellen Lagerhaltung aufweist. Es werden viele Informationen benötigt, um bestehende sowie potentielle Gefahren und Störungen für die einzelnen Geschäftsprozesse zu ermitteln.
Hierbei können als interne Informationsquellen einzelne Abteilungen des Unternehmens, wie z.B. die Finanzbuchhaltung oder die Kontrollorgane Aufsichtsrat und Jahresabschlussprüfer, dienen. Zusätzlich sollten auch externe Informationsquellen herangezogen werden. Aussagen und Berichte von Analysten, Banken sowie Ratingagenturen, Geschäftsberichte von anderen branchenzugehörigen Unternehmen und Auszüge aus dem Handelsregister können als Beispiele genannt werden. Zur Identifikation der Risiken existiert eine Vielzahl von Methoden und Techniken. So können z.B. Checklisten oder Interviews und Befragungen sowie eine Risiko-Identifikations-Matrix zur Identifikation bestehender und augenscheinlicher Risiken verwendet werden. Sollen hingegen zukünftige und unbekannte Risikopotentiale identifiziert werden, eignen sich eher analytische Methoden. Hierzu zählen u.a. Baumanalysen, Fehlermöglichkeitsanalysen oder Kreativitätsmethoden, wie etwa das Brainstorming. In der unternehmerischen Praxis werden diese Methoden häufig in Kombination angewendet.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, die sich aus den neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikoberichtswesen für Versicherungsunternehmen ergibt, und erläutert den Aufbau der Diplomarbeit.
2. Entstehungsgeschichte und Darstellung des MaRisk-Rundschreibens (VA): Das Kapitel behandelt die Entwicklung des Rundschreibens vor dem Hintergrund von Solvency II und der Novellierung des Versicherungsaufsichtsgesetzes.
3. Risikomanagementprozess und Risikocontrolling: Es werden grundlegende Definitionen zum Risikomanagement und Risikocontrolling erläutert sowie der Prozess von der Identifikation bis zur Überwachung beschrieben.
4. Anforderungen an das Risikomanagement: Dieses Kapitel detailliert die spezifischen Anforderungen der BaFin, insbesondere hinsichtlich Risikostrategie, IKS, Interner Revision und der Qualitätssicherung.
5. Auswirkungen auf das Risikoberichtswesen: Es wird analysiert, wie die neuen Vorgaben die interne Berichterstattung beeinflussen und wie eine praktische Umsetzung, inklusive Bestandsaufnahme und Gap-Analyse, erfolgen kann.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Herausforderungen für Versicherungsunternehmen bei der Implementierung der MaRisk-Anforderungen.
7. Anhang: Der Anhang enthält eine praktische Checkliste, die als Unterstützung für die Erstellung und Umsetzung des internen Risikoberichts dient.
MaRisk, Risikomanagement, Risikoberichtswesen, Versicherungsunternehmen, Solvency II, Risikostrategie, Risikocontrolling, Internes Kontrollsystem, BaFin, Risikoidentifikation, Risikotragfähigkeit, Compliance, Berichterstattung, Revisionsbericht, Gap-Analyse.
Die Arbeit befasst sich mit den Anforderungen, die das MaRisk-Rundschreiben (VA) an das Risikomanagement und das Risikoberichtswesen von Versicherungsunternehmen stellt.
Zentral sind die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen, der Risikomanagementprozess, die organisatorische Gestaltung von Kontrollsystemen und die Ausgestaltung der internen Berichterstattung.
Das Ziel ist die Darstellung der Anforderungen aus dem Rundschreiben 3/2009 und die Aufzeigung konkreter Auswirkungen auf das Risikoberichtswesen, ergänzt um eine praktische Checkliste zur Umsetzung.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche und die Analyse regulatorischer Dokumente sowie den Einsatz einer Gap-Analyse zur Bestandsaufnahme in der Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, theoretische Grundlagen des Risikomanagements, die konkreten Anforderungen an das Risikomanagement sowie die Auswirkungen auf das Berichtswesen.
Wichtige Begriffe sind MaRisk, Solvency II, Risikostrategie, Risikotragfähigkeit, Internes Steuerungs- und Kontrollsystem sowie Risikobericht.
Es erlaubt Versicherungsunternehmen eine flexible Ausgestaltung der Risikomanagementsysteme, die ihrer individuellen Unternehmensgröße, ihrem Geschäftsvolumen und ihrer spezifischen Risikostruktur angepasst ist.
Die Interne Revision fungiert als prozessunabhängiges Kontrollorgan, das die Funktionsfähigkeit der betrieblichen Abläufe und des Risikomanagementsystems sicherstellen muss.
Während externe Berichte gesetzlichen Normen (wie HGB/IFRS) unterliegen, dient der interne Risikobericht primär der Geschäftsleitung als Entscheidungsgrundlage und Instrument der Unternehmenssteuerung.
Sie dient dazu, den Ist-Zustand des Risikoberichtswesens mit den Soll-Anforderungen aus dem MaRisk-Rundschreiben zu vergleichen, um so konkreten Handlungsbedarf zu identifizieren.
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