Bachelorarbeit, 2022
57 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Begriff ‚Klientelkönigtum‘
2.1 Der Begriff ‚Klientelkönigtum‘ in der Forschung
2.2 Die Verwendung des Begriffs in dieser Arbeit
3. Das Klientelkönigtum des Ostens in der späten Republik und im frühen Prinzipat
3.1 Das Klientelkönigtum als Teil des Imperium Romanum
3.2 Die Entwicklung der Klientelkönige des Ostens im 1. Jahrhundert v. Chr.
3.2.1 Pompeius‘ Neuordnung des Ostens
3.2.2 Die Klientelkönige unter Antonius
3.2.3 Die Klientelkönige unter Octavian/Augustus
3.3 Anerkennung durch Rom
3.4 Herrschaftsstrategien, Aufgaben und Funktionen der Klientelkönige
3.5 Die Vernetzung innerhalb der Klientelkönige
3.6 Zwischenfazit
4. Herodes der Große als römischer Klientelkönig
4.1 Herodes in der Forschung
4.2 Flavius Josephus als Chronist des Herodes
4.3 Aufstieg eines Idumäers
4.4 Anerkennung durch Rom: Herodes wird König
4.5 Bestätigung durch Octavian: Herodes bleibt König
4.6 Der dritte Mann im Imperium? Zur Machtfülle des Herodes
4.7 Herrschaftsstrategien: Herodes als hellenistischer Bauherr und jüdischer König
5. Schlussfazit
6. Wissenschaftlicher Apparat
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das politische Konstrukt des römischen Klientelkönigtums anhand des Falls des Herodes des Großen. Dabei wird analysiert, inwieweit abhängige Herrscher innerhalb der römischen Machtsphäre als eigenständige Akteure agieren konnten und welche Rolle das Klientelsystem bei der Integration territoraler Randgebiete in das Römische Reich spielte.
1. Einleitung
Befreundete und verbündete Könige haben, jeder in seinem Reich, Städte, den Namen Caesarea führten, gegründet, und alle haben sie zur gleichen Zeit beschlossen, gemeinsam für die Fertigstellung des Tempels des Olympischen Zeus in Athen, mit dessen Bau man vor langer Zeit begonnen hatte, aufzukommen und ihn dem Genius des Augustus zu weihen. Und oft verließen sie ihre Reiche und machten ihm, so wie es Klienten zu tun pflegten, nicht nur in Rom, sondern auch auf seiner Reise durch die Provinzen täglich ihre Aufwartung, und zwar in der Toga und ohne die Insignien eines Königs.¹
In seiner Augustus-Vita berichtet der römische Schriftsteller Sueton über die sogenannten ‚befreundeten und verbündeten Könige‘ (reges amicii atque socii) des Römischen Reiches. Dabei zählt er einige wichtige Charakteristika auf, welche einen ‚typischen‘ befreundeten König ausmachen: den Bau sogenannter urbes caesarea, die Tätigkeit als euergetes, die Verehrung des Augustus und Reisen nach Rom. Sueton vergleicht die verbündeten Könige mit Klienten, indem er sich dem innerrömischen Klientelkonzept metaphorisch bedient. Die moderne Forschung hat sich diese Metapher zu eigen gemacht, um das von Ungleichheit und Abhängigkeit geprägte Verhältnis zwischen den Klientelkönigen auf der einen und Rom auf der anderen Seite zu beschreiben.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsfrage und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Der Begriff ‚Klientelkönigtum‘: Diskussion und Klärung der theoretischen Definition des Klientelbegriffs in der wissenschaftlichen Literatur.
3. Das Klientelkönigtum des Ostens in der späten Republik und im frühen Prinzipat: Historische Kontextualisierung der römischen Politik im Osten und die Entwicklung der Klientelverhältnisse.
4. Herodes der Große als römischer Klientelkönig: Analyse von Aufstieg, Anerkennung und Herrschaftsstrategien des Herodes als konkretes Fallbeispiel.
5. Schlussfazit: Beantwortung der Forschungsfragen und Zusammenführung der Ergebnisse zur Rolle der Klientelkönige als "Könige von Roms Gnaden".
6. Wissenschaftlicher Apparat: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Klientelkönigtum, Herodes der Große, Rom, Prinzipat, Amicitia, Klientelherrscher, Euergetismus, Römische Außenpolitik, Flavius Josephus, Dynastie, Reges amicii, Imperium Romanum, Ostpolitik, Machtlegitimation.
Die Arbeit untersucht, wie das politische System des römischen Klientelkönigtums in der Spätantike und unter Augustus funktionierte, ausgehend von der Leitfrage, ob die Könige als bloße Instrumente Roms fungierten oder eigenhändige Machtpolitik betreiben konnten.
Zentrale Felder sind die Bedeutung von Dynastie und Religion, die architektonischen Bauaktivitäten als Mittel zur Loyalitätsbekundung sowie die persönlichen Beziehungen zwischen den Klientelkönigen und ihren römischen Patronen.
Das Ziel ist es, das Klientelkönigtum nicht als rein fremdbestimmtes System zu begreifen, sondern den individuellen Handlungsspielraum der Klientelherrscher innerhalb des römischen Machtgefüges neu zu bewerten.
Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die antike Primärquellen (vor allem Flavius Josephus) sowie die moderne forschungsgeschichtliche Debatte kritisch auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Klärung des Begriffs, eine strukturelle Analyse der römischen Politik unter Pompeius, Antonius und Augustus sowie eine umfassende Fallstudie zu Herodes dem Großen.
Die wichtigsten Begriffe sind das Prinzipat, die römische Aussenpolitik in Kleinasien, die Rolle der amicitia sowie die architektonische und dynastische Repräsentation der Klientelherrscher.
Josephus ist die maßgebliche Hauptquelle. Die Arbeit setzt sich kritisch mit seiner speziellen jüdisch-römischen Perspektive auseinander und untersucht, inwieweit er Herodes als "große" Figur darstellte.
Die Bautätigkeit wird als gezielte Strategie zur Legitimation und als Instrument der Romanisierung interpretiert, durch welche sich Herodes im krisengeprägten politischen Umfeld behaupten konnte.
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