Masterarbeit, 2023
95 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
I. Theoretische Grundlagen
2. Schüler:innen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
2.1 Förderbedarf in emotionaler und sozialer Entwicklung
2.2 Störungsbilder im FSP ESE
2.2.1 Internalisierende Störungen
2.2.2 Externalisierende Störungen
2.3 Risiko- und Schutzfaktoren
2.4 Transaktionales Entwicklungsmodell
3. Krisen/Einschnitte in jugendlicher Entwicklung
3.1 Entwicklungsaufgaben
3.2 Krisenbewältigung als Entwicklungsaufgabe
3.3 Krisenintervention als Bildungsaufgabe
3.4 Krisen und der FSP ESE
4. Zeitaktuelle Krisen – Krisen im Sinne gesellschaftlicher Belastung
4.1 Trendstudie: Jugend in Deutschland
4.2 Corona-Krise – Kinder und Jugendliche in Deutschland
5. Zwischenfazit
II. Empirischer Teil
6. Darlegung der Methodik
6.1 Begrünung der Methode: Expert:inneninterviews
6.2 Auswahl der Expert:innen
6.3 Leitfadenerstellung
6.4 Interviewdurchführung
6.5 Transkription
6.6 Auswertungsmethode: Qualitative Inhaltsanalyse
7. Auswertung der Expert:inneninterviews
7.1 Extraktion der Daten
7.1.1 Extraktion
7.2 Aufbereitung der Daten
7.3 Auswertung der Daten
7.4 Interpretation der Ergebnisse
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von persönlichen sowie zeitaktuellen Krisen auf Schüler:innen im Förderschwerpunkt (FSP) Emotionale und soziale Entwicklung (ESE). Das Hauptziel besteht darin, die bisherige Forschungslücke bezüglich der Krisenbewältigung dieser spezifischen Personengruppe zu schließen und Handlungsempfehlungen für die sonderpädagogische Praxis abzuleiten, indem individuelle Perspektiven von Fachkräften mittels qualitativer Interviews analysiert werden.
2.2.1 Internalisierende Störungen
Internalisierende Störungen sind in erster Linie auf die Person selbst bezogen und sorgen für eine Störung des inneren Erlebens einer Person (vgl. Stein, 2014c, S. 83). Sie manifestieren sich zunehmend mit steigendem Alter und können, da sie nach innen gerichtet sind, schwer von außen erkannt werden (vgl. Baumgarten et al. 2018, S. 62). Zu den am häufigsten benannten internalisierenden Störungen zählen Angststörungen und Depressivität (vgl. Stein & Müller, 2017, S. 29; Myschker & Stein, 2018, S. 63; Stein, 2014, S. 83). Infolgedessen werden diese beiden Störungsbilder näher beschrieben.
„Fast jedes Kind durchlebt im Lauf seiner Entwicklung Phasen besonderer Angst, da Ängste bei Kindern relativ weit verbreitet sind.“ (Klicpera, Gasteiger-Klicpera & Bešić, 2019, S. 25) Stein (2014b) grenzt Angststörungen klar von Angst und Ängstlichkeit ab (vgl. S. 15). Angst stellt dabei eine Grundemotion dar, die Teil des alltäglichen Lebens und Erlebens eines jeden Menschen ist (vgl. ebd.). In diesem Fall ist Angst ein Konstrukt, das hinter verschiedene Ausdrucksformen – physiologisch, Verhalten, körperlicher Ausdruck – dieses zeitlich begrenzten Zustands steht (vgl. ebd.). Im Gegensatz zu diesem zeitlich begrenzten Zustand steht die Ängstlichkeit – als persistenter Wesenszug einer Person, bei der in mannigfaltigen Gegebenheiten in außerordentlicher Häufigkeit und außerordentlichem Maß mit dem Affekt Angst reagiert wird (vgl. ebd.). Angst weist typische Merkmale auf verschiedenen Ebenen auf, die beobachtbar sind (vgl. Nevermann, 2008, S. 258). Auf der körperlichen Ebene führt Nevermann (2008) Erregtheit, Zittern, Anspannung, erhöhte Herzfrequenz, Erstarren, Schwindel, Schwitzen und Magen-Darmprobleme an (S. 258). Selbstzweifel, Selbstabwertung, irrationale Gedanken aber auch Gedankenleere und Fluchtgedanken spielen auf der psychischen Ebene eine dominante Rolle (vgl. ebd.). Zuletzt drückt sich Angst auf der Verhaltensebene bspw. durch Nägel kauen, Unruhe, Weinen oder Vermeidungsverhalten aus (vgl. ebd.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Untersuchung von Krisenauswirkungen auf Schüler:innen im FSP ESE ein und definiert das Forschungsziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Schüler:innen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung: Das Kapitel bietet eine theoretische Auseinandersetzung mit Begrifflichkeiten und Störungsbildern, wie internalisierenden und externalisierenden Verhaltensweisen, im Kontext des FSP ESE.
3. Krisen/Einschnitte in jugendlicher Entwicklung: Hierbei werden zentrale Entwicklungsaufgaben der Jugend analysiert und das Konzept der Krisenbewältigung sowie Krisenintervention als Bildungsaufgabe diskutiert.
4. Zeitaktuelle Krisen – Krisen im Sinne gesellschaftlicher Belastung: Das Kapitel verknüpft individuelle Krisen mit gesellschaftlichen Belastungsfaktoren wie der Corona-Pandemie oder dem Klimawandel und deren Bedeutung für die Jugend.
5. Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Ergebnisse zusammen und legt die Basis für die folgende empirische Auseinandersetzung.
6. Darlegung der Methodik: Es erfolgt die Begründung der Wahl qualitativer Expert:inneninterviews zur Beantwortung der Forschungsfragen sowie die detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns.
7. Auswertung der Expert:inneninterviews: Dieser Abschnitt umfasst die systematische Extraktion, Aufbereitung und Analyse der geführten Interviews anhand eines Kategoriensystems.
8. Fazit: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse der Masterarbeit kritisch, benennt Desiderate in der Forschung und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der gewonnenen Erkenntnisse für die sonderpädagogische Praxis.
Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung, ESE, Krisenintervention, Entwicklungsaufgaben, Adoleszenz, Qualitativen Inhaltsanalyse, Expert:inneninterviews, Coping-Strategien, Internaliserende Störungen, Externalisierende Störungen, Krisenbewältigung, Sozialpädagogische Förderung, Sonderpädagogik, Gesellschaftliche Belastungen, Resilienz.
Die Arbeit untersucht, wie sich persönliche Krisen und gesellschaftliche Belastungssituationen auf Schüler:innen auswirken, denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung zugesprochen wurde.
Wesentliche Themen sind die Definition von Störungsbildern, der Umgang mit Krisen im Jugendalter (Coping), die Rolle von Resilienz und Schutzfaktoren sowie die Krisenintervention als Aufgabe des schulischen Systems.
Ziel ist es, die Auswirkungen von Krisen auf diese spezifische Schülerschaft besser zu verstehen und aufzuzeigen, welche Unterstützungsmöglichkeiten sich sonderpädagogische Lehrkräfte für den schulischen Alltag wünschen.
Die Arbeit nutzt die qualitative Sozialforschung. Konkret wurden Expert:inneninterviews mit Sonderpädagog:innen geführt und diese mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Gläser und Laudel ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Störungsbildern und Entwicklungsaufgaben sowie in einen empirischen Teil, in dem die Erfahrungen von Lehrkräften aus der Praxis extrahiert und interpretiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Förderschwerpunkt ESE", "Krisenintervention", "Coping-Strategien", "Sonderpädagogik" und "Qualitative Inhaltsanalyse" beschreiben.
Da diese Lehrkräfte täglich mit Schüler:innen im FSP ESE arbeiten und in ihren Klassen fast ausschließlich Kinder mit entsprechenden Förderbedarfen unterrichten, verfügen sie über ein spezifisches Erfahrungswissen hinsichtlich krisenhafter Verhaltensweisen.
Diese äußeren Faktoren werden als zusätzliche Belastung für Jugendliche betrachtet. Die Arbeit analysiert, inwieweit diese globalen Krisen von den Schüler:innen wahrgenommen werden und ob sie als Krisenauslöser für die individuelle Entwicklung fungieren.
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