Diplomarbeit, 2009
96 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Vorgehensweise und Abgrenzung
2. Experimentelle Aktienmärkte
2.1 Theoretische Grundlagen
2.2 Marktdesign
2.2.1 Teilnahme und Anreizstruktur
2.2.2 Handelsmechanismus
2.2.2.1 Continuous double auction
2.2.2.2 Market Maker
2.2.2.3 Call Auction
2.2.2.4 Mischformen
2.2.2.5 Bewertung der Designalternativen
2.2.3 Anteilsmarkt / Gewinnermarkt
2.2.4 Prognose
2.2.5 Liquidation und Länge des Prognosemarktes
2.3. Beispiele
2.3.1 Political Stock Markets
2.3.2 Inflation Markets
2.3.3 Prognosemärkte in der Wirtschaft
2.4 Probleme
2.4.1 Arbitrage
2.4.2 Marktmanipulation
2.4.3 Weitere Problemfelder
2.5 Effizienz
3. Konjunkturforschung in Deutschland
3.1 Zum Begriff Konjunktur
3.2 Wer betreibt Konjunkturforschung in Deutschland
3.3 Arten der Konjunkturprognosen
3.3.1 Der Indikatoransatz
3.3.2 Die Ökonometrische Prognose
3.3.3 Die iterativ-analytische Methode
3.4 Die Gemeinschaftsdiagnose
3.4.1 Gegenstand der Untersuchung
3.4.2 Reform der Vergabe 2007
3.4.3 Schwächen
3.5 Effizienz und Prognosegüte
4. Experimentelle Aktienmärkte als Instrumente der Konjunkturprognose
4.1 Marktteilnehmer
4.2 Die Märkte
4.2.1 Der kurzfristige Prognosemarkt
4.2.2 Der mittelfristige Prognosemarkt
4.2.3 Langfristige Konjunkturprognose
4.3 Marktdesign
4.4 Anreizfunktionen
4.5 Prognose
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Eignung experimenteller Aktienmärkte als Instrument zur Verbesserung der Konjunkturprognose in Deutschland zu evaluieren, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, wie diese Märkte für makroökonomische Variablen eingesetzt werden können, um eine effizientere Informationsaggregation zu erreichen.
2.1 Theoretische Grundlagen
In diesem einleitenden Kapitel werden die theoretischen Grundlagen erörtert, auf denen experimentelle Aktienmärkte als Instrumente der Prognose fundiert sind. Die Idee beruht hierbei auf dem Streben, die auf viele verschiedene Individuen asymmetrisch verteilten Informationen bestmöglich zu aggregieren.
Die fundamentale Erkenntnis der Markttheorie, dass ein kompetitives Marktgleichgewicht zu pareto-optimalen Verteilungen führt, einem Ergebnis „bei der die marginale Kaufbereitschaft gleich der marginalen Verkaufsbereitschaft“ ist, also die Grenzraten der Substitution der Marktteilnehmer gleich sind, und so die Spezialisierung und Arbeitsteilung bestmöglich durchgeführt werden kann, ist seit Adam Smith bekannt. Die Vorraussetzungen für einen solchen Gleichgewichtsmarkt, werden weitaus kontroverser diskutiert.
Bereits 1945 hatte der englisch-österreichische Ökonom Friedrich Hayek in seinem Aufsatz: The Use of Knowledge in Society auf die Unmöglichkeit hingewiesen, Informationen durch einen zentralisierte Instanz effektiv aggregieren lassen zu können. Die unvermeidbare Imperfektität des menschlichen Daseins und der ständige Zustandswechsel machten dies unmöglich so argumentierte Hayek. In seiner Streitschrift plädiert er deshalb für den Wettbewerb als dezentralisierten Planungsprozess vieler unterschiedlicher Personen, welche den Preismechanismus selbst als Kommunikationsmittel nutzen um Informationen weiterzugeben. Der Preis wird dabei um seine passive Rolle als „Ausdruck kompatibler Pläne, vollständig rationaler Individuen befreit“. Ihm kommt somit selbst eine Bedeutung als Wissensträgern zu.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Informationsaggregation ein und stellt die Hypothese auf, dass experimentelle Aktienmärkte als effizientere Prognoseinstrumente fungieren können.
2. Experimentelle Aktienmärkte: Dieses Kapitel erläutert das Konzept, die Marktdesign-Alternativen, den Handelsmechanismus sowie die Probleme und Effizienz von Prognosemärkten.
3. Konjunkturforschung in Deutschland: Es wird die derzeitige Struktur der deutschen Konjunkturforschung, insbesondere die Gemeinschaftsdiagnose, kritisch analysiert und deren Ineffizienz in der Informationsaggregation aufgezeigt.
4. Experimentelle Aktienmärkte als Instrumente der Konjunkturprognose: Hier werden die vorangegangenen Erkenntnisse zusammengeführt, um ein konkretes Marktdesign für die Konjunkturprognose zu entwickeln.
5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weitere Forschungsschritte sowie praktische Implementierungsmöglichkeiten.
Experimentelle Aktienmärkte, Konjunkturprognose, Informationsaggregation, Marktdesign, Gemeinschaftsdiagnose, Prognosemärkte, Continuous double auction, BIP-Wachstum, Marktmechanismus, Arbitrage, Prognosegüte, Unsicherheitsmaß, ökonomische Modelle, Wissensübertragung, Wettbewerb.
Die Arbeit untersucht, ob und wie experimentelle Aktienmärkte, die als Prognoseinstrumente dienen, genutzt werden können, um die Konjunkturprognose in Deutschland zu verbessern.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Theorie der experimentellen Ökonomie, der Analyse des aktuellen deutschen Konjunkturforschungssystems und dem Entwurf eines effizienteren Marktdesigns für makroökonomische Prognosen.
Die leitende Forschungsfrage lautet: Wie können experimentelle Aktienmärkte als Instrumente der Prognose makroökonomischer Variablen eingesetzt werden?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Untersuchung empirischer Studien und Modellentwürfe im Bereich der experimentellen Ökonomik und Konjunkturforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Märkte, die Untersuchung von Ineffizienzen in der aktuellen deutschen Konjunkturforschung und die konkrete Ausarbeitung eines experimentellen Marktdesigns.
Die zentralen Begriffe sind experimentelle Aktienmärkte, Konjunkturprognose, Informationsaggregation, Marktdesign und Prognosegüte.
Das vorgeschlagene Design setzt auf eine dezentrale Aggregation durch Marktteilnehmer anstatt auf den ineffizienten iterativen Prozess der derzeitigen Gemeinschaftsdiagnose.
Es bezeichnet eine spezifische Marktform, bei der der Zustandshorizont in Intervalle unterteilt wird und nur Kontrakte für das tatsächlich eingetretene Intervall liquidiert werden.
Durch die Möglichkeit, Unsicherheitsmaße wie die empirische Varianz parallel zur Punktprognose aus den Marktdaten zu berechnen und visuell (z.B. durch Histogramme) darzustellen.
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