Bachelorarbeit, 2017
47 Seiten, Note: 1,3
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
1.1 Einführung und Zusammenfassung des Themas (inkl. historischer Hintergrund)
1.2 Forschungsstand
1.3 Aufbau der Bachelorarbeit und Vorgehensweise
2. Theorie: Die Macht der Massenmedien und der „CNN-Effekt“
2.1 Medien im Krieg
2.2 Zwei Definitionen der „CNN-Effekt“-Theorie
2.2.1 Mediales „policy-forcing“
2.2.2 CNN als verlängerter Arm der NATO? Instrumentalisierung der Medien in der internationalen Politik
3. Sozialwissenschaftliche Vorgehensweise
3.1 Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse
3.2 Wirkungsanalyse
4. Historischer Hintergrund des Kosovokrieges (1998 -1999)
4.1 Einführung in das Thema - Serbien und Albaner im Kosovo
4.2 „Schwaches Serbien, starkes Jugoslawien“
4.3 Der Kriegsbeginn im Kosovo, sein Verlauf und seine Folgen
5. Der Kosovo-Krieg und die westlichen Massenmedien
5.1 Westliche Massenmedien als abhängige oder unabhängige Variable während des Kosovokriegs?
5.2 Kriegsberichterstattung rund um die Welt (amerikanische und deutsche Medien)
5.2.1 Westliche Berichterstattung über das Massaker in Račak
5.2.2 Die Konzentrationslager und Massenerschießungen im Kosovo
5.2.3 Friedensverhandlungen von Rambouillet und der Beginn der NATO-Intervention
5.3 Wirkungsanalyse: Welche Folgen hatte die Interferenz der Medien?
5.4 Historische Veränderung der Diskurse (1995-2000)
6. Schlussfolgerung
7. Liste aller verwendeten Literatur und Internetquellen
7.1 Literaturangaben
7.2 Internetquellen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss westlicher Massenmedien auf den Kriegsverlauf im Kosovo zwischen 1998 und 1999. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob die Medien als unabhängige Akteure handelten oder als Instrumente politischer Entscheidungsträger fungierten, um die militärische Intervention der NATO in der Bevölkerung zu legitimieren.
5.2.1 Westliche Berichterstattung über das Massaker in Račak:
„Der amerikanische Senator Hiram Johnson hatte während des Ersten Weltkriegs 1917 treffend festgestellt: 'Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.' Beim Kosovokrieg 1999 war es nicht anders. So wie die Lüge über den Zwischenfall im Golf von Tonkin den Vietnamkrieg auslöste, wurde im Kosovokrieg der Zwischenfall in Račak als Kriegsauslöser benutzt“.87 Am 15. Januar 1999 fand der Massaker in dem Dorf Račak statt, in dem angeblich Serben ein Völkermord an albanischen Zivilisten ausgeführt haben. Am selben Tag haben die serbischen Streitkräfte eine Gruppe von albanischen Terroristen in Račak angegriffen, die Schuld an dem Tod von zahlreichen serbischen Polizisten und Zivilisten gewesen waren. Die gesamte Operation wurde direkt von den OSCE-Beobachtern überwacht und sogar von einem Fernsehteam von Associated Press gefilmt. Am selben Nachmittag haben die Serben das Dorf verlassen. Am 16. Januar 1999 wurden 40 Leichen in einer Grube in der Nähe des Dorfes gefunden, offenbar massakriert und mit mehreren Schüssen in den Kopf exekutiert. In der Nacht davor waren jedoch die Terroristen in der Lage das Dorf zurückzuerobern. Sie waren diejenigen, die die Grube entdeckt haben und die OSCE-Beobachter zu den Leichen am kommenden Morgen dort hingeführt haben.
William Walker, der Leiter der OSCE-Kosovo Verification Mission (KVM), beschuldigte gleich die Serben für das Begehen dieses Kriegsverbrechens, ohne davor Untersuchungen durchgeführt zu haben: „It looks like executions”, erklärte er. „From what I personally saw, I do not hesitate to describe the event as a massacre – obviously a crime very much against humanity.88 CNN berichtete gleich am 16. Januar 1999: „Der Massaker von Račak war die schlimmste Gewalttat seitdem der Waffenstillstand im Oktober letzten Jahres zum größten Teil die Kampfhandlungen für mehr als sieben Monate beendet hat“.
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den konfrontativen Kontext von Jugoslawien ab und führt in die zentrale Fragestellung ein, ob Medien Kriege auslösen oder beenden können.
2. Theorie: Die Macht der Massenmedien und der „CNN-Effekt“: Dieses Kapitel verankert die Arbeit theoretisch, indem es das Modell der Medienallmacht (CNN-Effekt) gegen das Modell der Medienohnmacht (Instrumentalisierung) abwägt.
3. Sozialwissenschaftliche Vorgehensweise: Hier werden die methodischen Werkzeuge der Diskursanalyse und Wirkungsanalyse vorgestellt, um die Untersuchung des Falls Kosovokrieg zu ermöglichen.
4. Historischer Hintergrund des Kosovokrieges (1998 -1999): Dieses Kapitel dient der deskriptiven Aufarbeitung der historischen Spannungen zwischen Serben und Albanern sowie der Eskalation des Konflikts bis zum Kriegsausbruch.
5. Der Kosovo-Krieg und die westlichen Massenmedien: Das Kernkapitel analysiert anhand von drei signifikanten Ereignissen die Rolle der Medien und verifiziert die Annahme, dass diese als verlängerter Arm der NATO agierten.
6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Medien während des Kosovokriegs primär von politischen Akteuren zur Legitimierung der Intervention instrumentalisiert wurden.
7. Liste aller verwendeten Literatur und Internetquellen: Hier werden sämtliche für die Bachelorarbeit herangezogenen Monographien, Aufsätze und Internetquellen aufgeführt.
Kosovokrieg, CNN-Effekt, Kriegsberichterstattung, Diskursanalyse, Medienmanipulation, NATO-Intervention, Jugoslawien, Slobodan Milošević, Humanitäre Intervention, Politische Kommunikation, Massenmedien, Račak, Rambouillet, Instrumentalisierung, Kriegslegitimierung.
Die Arbeit untersucht die Rolle westlicher Massenmedien während des Kosovokrieges (1998-1999) und deren Einfluss auf die Legitimation der militärischen Interventionen der NATO.
Die Kerngebiete umfassen das Verhältnis von Medien und Politik, die Debatte über den sogenannten „CNN-Effekt“ sowie die Instrumentalisierung von Medien in kriegerischen Konflikten.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob Medien im Kosovokrieg als unabhängige Akteure Einfluss nahmen oder ob sie gezielt von westlichen Regierungen als Instrumente zur Unterstützung ihrer Kriegsziele eingesetzt wurden.
Die Verfasserin greift auf eine Kombination aus sozialwissenschaftlicher Diskursanalyse zur Untersuchung der medialen Sprache und einer Wirkungsanalyse zur Bewertung der medieninduzierten Konsequenzen zurück.
Der Hauptteil analysiert chronologisch drei spezifische Ereignisse (Massaker von Račak, Konzentrationslager im Kosovo, Friedensverhandlungen von Rambouillet) und deren mediale Darstellung in Deutschland und den USA.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kriegslegitimierung, Medienmanipulation, Diskursanalyse, NATO-Operationen und das Fallbeispiel des Kosovokrieges definieren.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die Theorie des „CNN-Effekts“, bei der Medien die Politik treiben, im Kosovokrieg nicht greift; vielmehr wird die Gegenthese der Instrumentalisierung der Medien durch die westliche politische Elite gestützt.
Medien und Politik nutzten NS-Vergleiche und Bilder von Konzentrationslagern, um die skeptische deutsche Bevölkerung nach dem Prinzip „Nie wieder Krieg“ zur Zustimmung für eine humanitäre Intervention zu bewegen.
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