Lizentiatsarbeit, 2003
125 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
2 THEORIE
2.1 BURNOUT-THEORIE
2.1.1 Die Entwicklung des Begriffs Burnout
2.1.2 Die Definition des Begriffs Burnout
2.1.3 Die Basis für ein Burnout
2.1.4 Wer „brennt aus“?
2.1.5 Symptome des Burnout
2.1.6 Zusammenhang zwischen Burnout und Journalisten
2.2 KOMMERZIALISIERUNG DER MEDIEN
2.2.1 Aufgaben der Medien
2.2.2 Was heisst Kommerzialisierung?
2.2.3 Ursachen der Kommerzialisierung
2.2.4 Ebenen und Folgen der Kommerzialisierung
2.3 MEDIENKONZENTRATION
2.3.1 Was ist Medienkonzentration?
2.3.2 Ursachen der Medienkonzentration
2.3.3 Vorteile der Medienkonzentration
2.3.4 Die negativen Folgen der Medienkonzentration
2.4 JOURNALISMUS UND PUBLIC RELATIONS
2.4.1 Allgemeine Beziehung zwischen Public Relations und Journalismus
2.4.2 Public Relations: attraktives Arbeitsgebiet für Journalisten
3 STAND DER FORSCHUNG
3.1 JOURNALISTENENQUETEN
3.1.1 Journalismus als Beruf (Saxer/Schanne 1981)
3.1.2 Journalisten in der Schweiz (Marr et al. 2001)
3.1.3 The Global Journalist (Weaver 1998)
3.2 WOHIN GEHEN DIE JOURNALISTEN?
3.2.1 Arbeitslosigkeit und Berufswechsel (Böckelmann/Mahle 1994)
3.2.2 Angepasste Aussenseiter (Kepplinger 1979)
3.3 JOURNALISMUS UND PUBLIC RELATIONS
3.3.1 Im Auftrag (Wilke/Müller 1979)
3.3.2 PR/ Journalismus (Kohtes Klewes 2000)
3.4 KARRIERE(MÖGLICHKEITEN) IM JOURNALISMUS
3.4.1 Allgemeine Karrierechancen
3.4.2 Frauenspezifische Karrierechancen
3.5 AUSGEBRANNT... (BODIN 2000)
3.6 FAZIT
4 EMPIRIE
4.1 FORSCHUNGSLEITENDE FRAGESTELLUNG
4.2 UNTERSUCHUNGSANLAGE UND METHODE
4.2.1 Erhebungsinstrument und Samplebildung
4.2.2 Datenerhebung, Auswertung und Ergebnisdarstellung
4.3 DIE BEFRAGTEN AUSSTEIGER
4.3.1 Kurzportraits der befragten Aussteiger
4.3.2 Kurzportraits der befragten Aussteiger in der Übersicht
4.4 DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
SELBSTGENANNTE AUSSTIEGSMOTIVE
4.4.1 Burnout und seine Indikatoren als Ausstiegsmotiv
4.4.2 Mangelnde Karrierechancen, keine Möglichkeit zur Weiterentwicklung und negativer Altersstereotyp als Ausstiegsmotiv
4.4.3 Kommerzialisierung und Medienkonzentration mit ihren Folgen als Ausstiegsmotive
4.4.4 „Etwas Neues machen“, „gutes Jobangebot“ als Ausstiegsmotiv
ABGEFRAGTE AUSSTIEGSMOTIVE, NEGATIVE ASPEKTE DES JOURNALISMUS
4.4.5 Burnout und seine Indikatoren als Ausstiegsmotiv
4.4.6 Mangelnde Karrierechancen, keine Möglichkeit zur Weiterentwicklung als Ausstiegsmotiv
4.4.7 Kommerzialisierung und Medienkonzentration mit ihren Folgen als Ausstiegsmotive
4.4.8 Wer steigt aus und wohin gehen die Journalisten?
5 ZUSAMMENFASSUNG
5.1 FRAGESTELLUNG UND UNTERSUCHUNGSANLAGE
5.2 HAUPTBEFUNDE DER UNTERSUCHUNG
5.3 INTERPRETATION
5.3.1 Burnout als Ausstiegsmotiv
5.3.2 Indikatoren als Ausstiegsmotiv ohne direkten Zusammenhang mit einem Burnout
5.3.3 Mangelnde Karrierechancen als Ausstiegsmotiv
5.3.4 „Schlechte Möglichkeiten zur Weiterentwicklung“ als Ausstiegsmotiv
5.3.5 Negativer Altersstereotyp als Ausstiegsmotiv
5.3.6 Kommerzialisierung/ Boulevardisierung als Ausstiegsmotiv
5.3.7 Zielgruppenorientierung/ Homogenisierung der Medieninhalte als Ausstiegsmotiv
5.3.8 Budgetkürzungen und ihre Folgen als Ausstiegsmotiv
5.3.9 Mangelnde Arbeitsplatzalternativen, resp. Arbeitgeber als Ausstiegsmotiv
5.3.10 „Etwas Neues machen“, „gutes Jobangebot“ als Ausstiegsmotiv
5.3.11 Wer steigt aus und wohin gehen die Journalisten?
5.3.12 Bewertung der eigenen Vorgehensweise
5.4 AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Berufsausstiegs („Dropout“) von Journalisten. Angesichts des in internationalen Studien nachgewiesenen, auffallend jungen Durchschnittsalters der Journalisten geht die Arbeit der Forschungsfrage nach, weshalb sich Journalisten von ihrem ursprünglichen Beruf abwenden, welche Merkmale die Aussteiger charakterisieren und wohin diese nach ihrem Ausstieg wechseln. Basierend auf einer qualitativen explorativen Studie mit 20 ehemaligen Journalisten analysiert die Autorin, inwieweit psychologische Faktoren (wie Burnout-Symptomatik) oder strukturelle Bedingungen (wie Medienkonzentration, Kommerzialisierung und begrenzte Karrierechancen) den Ausstiegsprozess maßgeblich beeinflussen.
2.1.3 Die Basis für ein Burnout
Burnout nimmt heutzutage ein enormes Ausmass an. Dies liegt vor allem an den fundamentalen Veränderungen der Arbeitsplätze sowie an der Art der Arbeit selbst. Psychologisch als auch wirtschaftlich ist das Klima in vielen Firmen kalt, abweisend und fordernd. Die Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Freunden verlangt zeitweise schier Übernatürliches von den Mitarbeitern. Dadurch wird der Enthusiasmus gebremst und die Begeisterung und Einsatzbereitschaft bei der Arbeit schwindet (vgl. Maslach/Leiter 2001: 1). Vor allem der wirtschaftliche Druck und die unsicheren Zeiten tragen zum Burnout bei. Aber auch die „Diskrepanz zwischen den Merkmalen des Berufes und der Person, die ihn ausführt“ (Maslach/Leiter 2001: 10) bilden die Basis für immer mehr vom Burnout betroffenen Personen. Maslach und Leiter eruieren in ihrem Buch sechs Basisprobleme, die Nährboden für ein Burnout sein können. Sie werden im Folgenden vorgestellt (vgl. Maslach/Leiter 2001: 11ff.).
Ein erstes grosses Problem bei der Untersuchung der Ursachen für das Burnout ist die Arbeitsüberbelastung. Das Problem ist hierbei nicht die Anstrengung selbst, sondern die Überlastung der menschlichen Leistungsfähigkeit. Wenn es einem Unternehmen finanziell nicht besonders gut geht, heisst das nicht, dass die Mitarbeiter nichts mehr zu tun haben, sondern, dass einige entlassen werden und die verbleibenden deren Arbeit zusätzlich übernehmen müssen.
Ein zweiter Punkt ist der Mangel an Kontrolle über die eigene Arbeit. Das heisst, dass allzu strenge Richtlinien und Massstäbe die Eigenverantwortung teilweise völlig unterdrücken. Aber „jeder will die Gelegenheit haben, eine Auswahl oder eine Entscheidung treffen zu können, die Fähigkeit einzusetzen, zu denken und Probleme zu lösen, und auch an der Erreichung von Zielen teilhaben zu können, für deren Ergebnis man dann auch verantwortlich ist“ (Maslach/Leiter 2001: 12). Durch solche Kontrollen wird vor allem verhindert, dass die Belegschaft innovativ sein oder Verbesserungen vornehmen kann. Den Mitarbeitern wird also das Recht abgesprochen, selber denken und handeln zu können und ihre Meinung wird nicht ernst genommen.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse am „Dropout“ von Journalisten, führt die explorative Methode der qualitativen Experteninterviews ein und skizziert den theoretischen sowie empirischen Aufbau der Arbeit.
2 THEORIE: Dieser Abschnitt beleuchtet theoretische Konzepte wie die Burnout-Theorie, Kommerzialisierung und Medienkonzentration als mögliche strukturelle und psychologische Ursachen für den Berufsausstieg.
3 STAND DER FORSCHUNG: Hier werden bestehende Studien zu Journalistenenqueten, Arbeitsmarktbedingungen und der beruflichen Verflechtung von Journalismus und Public Relations zusammengefasst.
4 EMPIRIE: Dieser Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der qualitativen Befragung, analysiert individuelle Ausstiegsmotive – von Burnout bis hin zu fehlenden Aufstiegschancen – und bewertet die Resultate im Kontext der eingangs aufgestellten Vermutungen.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Das Kapitel bietet eine abschließende Synthese der Hauptbefunde, interpretiert die Ergebnisse bezüglich der Burnout-Gefährdung und Karriereproblematik und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Untersuchungen.
Journalismus, Dropout, Ausstiegsmotive, Burnout, Medienkonzentration, Kommerzialisierung, Karrierechancen, Weiterentwicklung, Public Relations, Arbeitsüberlastung, Medienethik, Qualitative Forschung, Berufswechsel, Arbeitsmarkt, Medienwirtschaft
Die Arbeit untersucht das Phänomen, warum Journalisten, die häufig in einem sehr jungen Alter in den Beruf einsteigen, diesen nach einer gewissen Zeit wieder verlassen.
Die Untersuchung deckt die Bereiche psychische Belastung (Burnout), ökonomische Veränderung des Mediensystems (Kommerzialisierung, Medienkonzentration) sowie berufliche Perspektiven und Karrierewege von Journalisten ab.
Ziel ist es, die spezifischen Motive ehemaliger Journalisten für ihren Berufsausstieg empirisch zu erforschen und Merkmale der Aussteiger sowie deren neue Tätigkeitsfelder zu identifizieren.
Die Autorin führt eine explorative, qualitative Studie durch, basierend auf 20 problemzentrierten Interviews mit ehemaligen Journalisten aus den Kantonen Basel, Bern und Zürich.
Der empirische Hauptteil (Empirie) analysiert die gesammelten Interviewdaten, systematisiert Ausstiegsmotive und stellt diese den theoretischen Annahmen zu Burnout, Karriereproblemen und Medienstrukturen gegenüber.
Die wichtigsten Schlagworte sind Journalismus, Dropout, Burnout, Medienkonzentration, Kommerzialisierung sowie Karrierechancen und Public Relations.
PR wird als das primäre Berufsfeld identifiziert, in das ehemalige Journalisten häufig wechseln, wobei die Arbeit kritisch den Wissenstransfer und die damit verbundenen professionellen Vorteile untersucht.
Ja, die Arbeit stellt ein auffallend niedriges Durchschnittsalter in der Branche fest und analysiert, inwiefern der „negative Altersstereotyp“ oder fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten für ältere Journalisten Ausstiegsgründe darstellen.
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