Forschungsarbeit, 2002
52 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
1.1 Definition der Lock-up-Periode
1.2 Institutionelle Rahmenbedingungen für Lock-up-Vereinbarungen am Swiss New Market
1.3 Die Regelungen im Vergleich zu den Vorschriften in den USA
2. Informationseffizienz und Erklärungshypothesen
2.1 Die Theorie effizienter Märkte
2.2 Price Pressure Hypothese
2.3 Die Hypothese imperfekter Substitute
2.4 Signaleffekte und ihre Konsequenz
3. Datenbeschreibung und Darstellung der Analyseverfahren
3.1 Selektion der Stichprobe
3.2 Die Vorgehensweise bei der empirischen Untersuchung
3.4 Darstellung der Regressionsanalyse und des Hypothesentests
4. Auswertung und Analyse der Daten
4.1 Ergebnisse der Überrenditenanalyse
4.2 Resultate der Volatilitätenanalyse
4.3 Analyse der frei werdenden Aktienpakete auf den Aktienkurs
4.4 Auswertung der Handelsvolumina vor und nach der Sperrfrist
5. Implikationen und Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Auslaufens der Lock-up-Periode auf die kurzfristige Aktienkursentwicklung von Unternehmen, die am Swiss New Market kotiert sind. Ziel ist es, zu analysieren, ob das Ende der Verkaufsbeschränkung für Altaktionäre einen signifikanten Einfluss auf Überrenditen, Volatilitäten und Handelsvolumina hat und inwieweit der Markt dieses Ereignis rational antizipiert.
1.1 Definition der Lock-up-Periode
Die Lock-up Periode legt vertraglich den Zeitraum fest, in welchem ein Anleger an ein Wert papier gebunden ist und dieses dementsprechend nicht verkaufen darf. Dies betrifft vor allem Altaktionäre. Nach einer Neuemission sind die Anteile der Altaktionäre, die schon vor dem Börsengang Anteile im Rahmen einer Privatplatzierung erworben haben, in der Schweiz für sechs Monate für den Verkauf gesperrt. Dies soll verhindern, dass Investoren direkt nach dem Börsengang ihre Anteile bei steigenden Kursen verkaufen. Es sind vor allem die Investment banken, die die Altaktionäre wie Manager, Mitarbeiter und Venture Kapitalgeber zu Min destbehaltefristen verpflichten. Die Lock-up Period sichert die neuen Investoren vor einem „Quick Deal“ der bestehenden Aktionäre und kann deshalb als Preisregelungsmechanismus betrachtet werden.
Lock-up Perioden variieren je nach Börseplatz und sind in der Regel für Venture Capital Ge sellschaften typischerweise 12 bis 18 Monate. Aktienbesitze von Management und Gründern hingegen sind in der Regel 18 bis 24 Monate gesperrt.
Das Marktgleichgewicht kann bei Ablauf der Haltefrist stark schwanken. Einer unveränderten Nachfrage steht plötzlich ein Überangebot an Aktien gegenüber, was einen erheblichen Druck auf den Aktienkurs ausüben kann und sich mit negativer Kursentwicklung ausdrückt.Wie ein solches Szenario in vereinfachter Form aussieht, zeigt Abbildung 1.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des auslaufenden Lock-ups ein und erläutert die institutionellen Rahmenbedingungen am Swiss New Market sowie im Vergleich zu den USA.
2. Informationseffizienz und Erklärungshypothesen: Hier werden theoretische Grundlagen wie die Markteffizienz, die Price-Pressure-Hypothese, die Hypothese imperfekter Substitute sowie Signaleffekte diskutiert.
3. Datenbeschreibung und Darstellung der Analyseverfahren: Dieses Kapitel beschreibt die Selektion der Stichprobe, das methodische Vorgehen bei der empirischen Untersuchung sowie die Anwendung von Regressionsanalysen und Hypothesentests.
4. Auswertung und Analyse der Daten: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse zu Überrenditen, Volatilitäten, dem Einfluss von frei werdenden Aktienpaketen und dem Handelsvolumen.
5. Implikationen und Schlussbemerkungen: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und Schlussfolgerungen bezüglich der Markteffizienz am Swiss New Market im Vergleich zu anderen Finanzmärkten gezogen.
Lock-up-Periode, Swiss New Market, Aktienkursentwicklung, Überrenditen, Volatilität, Handelsvolumen, Markteffizienz, Sperrfrist, Altaktionäre, Price-Pressure-Hypothese, Imperfekte Substitute, Kapitalmarktanomalie, IPO, Regressionsanalyse, Finanzmarkt.
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen von auslaufenden Lock-up-Vereinbarungen auf die Kursentwicklung von Aktien am Swiss New Market.
Zentrale Themen sind die Informationseffizienz des Marktes, die Preisreaktionen bei Aktienangebotsänderungen sowie das Verhalten von Altaktionären nach Ablauf der Sperrfrist.
Ziel ist es zu klären, ob das Ende der Lock-up-Periode einen signifikanten, anomalen Einfluss auf die Aktienkurse und Handelsvolumina hat.
Die Untersuchung basiert auf einer quantitativen Analyse mittels Regressionsmodellen und statistischen Hypothesentests (t-Tests) unter Verwendung von Datastream-Daten.
Der Hauptteil analysiert die Daten von 13 Unternehmen des Swiss New Markets in Bezug auf Überrenditen, Volatilitätsveränderungen und das Handelsvolumen vor und nach dem Lock-up-Ablauf.
Lock-up-Periode, Swiss New Market, Markteffizienz, Überrenditen, Volatilität und Handelsvolumen sind die prägenden Begriffe.
In der Schweiz sind Lock-up-Fristen teils reglementarisch verankert und durch ein System privatrechtlicher Verträge mit der Börse geregelt, während in den USA primär privatrechtliche Verträge zwischen Banken und Altaktionären dominieren.
Die Studie konnte keinen hochsignifikanten Einfluss nachweisen, stellt jedoch fest, dass bei einigen Unternehmensgruppen eine Tendenz zu negativen Kursreaktionen bei steigendem Angebot existiert.
Es wurde eine signifikante Zunahme des Handelsvolumens nach dem Ablauf der Sperrfrist festgestellt, wobei die Marktteilnehmer das Ereignis rational antizipieren.
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