Forschungsarbeit, 2002
68 Seiten, Note: 1.5
Einleitung
1 Darstellung der Bewertungsansätze für Gewinnprognosen auf Aktienmärkten
1.1 Der „Top-Down“-Ansatz
1.2 Die „Bottom-up“-Methode
1.3 Sell side versus Buy-side Analysten
1.4 Darstellung der Interessenskonflikte
2 Definition und Problem der I/B/E/S-Gewinnschätzungen
2.1 Definition der I/B/E/S Gewinnschätzungen
2.2 Probleme der I/B/E/S Gewinnschätzungen
3. Datenbeschreibung und Darstellung der Analyseverfahren
3.1 Selektion der Stichprobe
3.2 Die Vorgehensweise bei der empirischen Untersuchung
3.3 Darstellung der Regressionsanalyse und des Hypothesentests
4. Auswertung und Analyse der Daten
4.1 Ergebnisse für die Untersuchung der rollenden 12-Monatsprognosen
4.2 Auswertung der Konjunktursensitivität von EPS-Schätzfehlern
4.3 Resultate für die Untersuchung der EPS-Schätzfehler im Zeitablauf
5. Implikationen und Schlussbemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Qualität und Zuverlässigkeit von Gewinneinschätzungen (EPS-Schätzungen) auf internationalen Aktienmärkten. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit diese Schätzungen systematisch verzerrt sind, wie sie mit Konjunkturindikatoren korrelieren und inwiefern sie sich im Zeitablauf in Richtung der tatsächlich realisierten Ergebnisse konvergieren.
1. Einleitung
„Erschiesst alle Analysten“ forderte die englische Financial Times provokativ vor etwa einem Jahr in einem Leitartikel. In der Tat hatte das Zusammenspiel zwischen Emittenten, Journalisten und Analysten in der Hausse bis zum Frühjahr 2000 bei den Anlegern Erwartungen geweckt, die zwangsläufig irgendwann enttäuscht werden mussten. Im Zuge der New Economy schossen Anlegermagazine wie Pilze aus dem Boden, zitierten am laufenden Band Analysten und solche, die sich dafür hielten.
Seit Oktober 2000 befinden sich die weltweiten Börsen in einem mehr oder weniger stark anhaltenden Abwärtstrend und Analysten stehen vermehrt unter Beschuss. Erzürnte Anleger führen in den USA Sammelklagen, und die Börsenaufsicht SEC untersucht, wie unabhängig die Analysen der Finanzanalytiker geschrieben wurden. Die Unabhängigkeit ist es dann auch, die von vielen angezweifelt wird und mit verantwortlich dafür gemacht wird, dass die Gewinnprognosen für Aktienmärkte und Unternehmen ständig revidiert werden müssen.
Auf Basis eines Konsensus, der aufgrund verschiedener Analysteneinschätzungen von renommierten Investmenthäusern wie Merril Lynch oder der Credit Suisse First Boston abgegeben wird, werden in einer Datenbank Gewinnschätzungen von Analysten gesammelt. Aus dem Pool von Meinungen wird die durchschnittliche Markterwartung generiert. Das sogenannte Institutional Brokers Estimate System (I/B/E/S) soll eine Entscheidungshilfe bei der Determinierung von über- und unterbewerteten Aktienmärkten darstellen und widerspiegelt die allgemeine Meinung für die Attraktivität eines Finanzplatzes.
1 Darstellung der Bewertungsansätze für Gewinnprognosen auf Aktienmärkten: Dieses Kapitel erläutert die fundamentalen Unterschiede zwischen Top-Down- und Bottom-Up-Analysen und thematisiert die inhärenten Interessenskonflikte bei der Finanzanalyse.
2 Definition und Problem der I/B/E/S-Gewinnschätzungen: Hier wird das I/B/E/S-System definiert und kritisch hinterfragt, insbesondere hinsichtlich der systematischen Verzerrung von Gewinnschätzungen.
3. Datenbeschreibung und Darstellung der Analyseverfahren: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, inklusive der Stichprobenselektion, der Regressionsmodelle und der verwendeten statistischen Hypothesentests.
4. Auswertung und Analyse der Daten: Der Kern der Arbeit präsentiert die empirischen Ergebnisse zur Prognosegüte, der Konjunktursensitivität und dem zeitlichen Konvergenzverhalten der Schätzungen.
5. Implikationen und Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, wonach Prognosen zwar existieren, aber systematisch fehlerhaft bleiben und keinerlei verlässliche Basis für Investitionen bieten.
Gewinnprognosen, EPS-Schätzungen, I/B/E/S, Analysten, Finanzanalyse, Top-Down-Ansatz, Bottom-up-Methode, Interessenskonflikte, Regressionsanalyse, Schätzfehler, Konjunktursensitivität, Prognosegenauigkeit, Konvergenzverhalten, Markterwartungen, Kapitalmärkte.
Die Arbeit untersucht die Qualität und Zuverlässigkeit von Gewinneinschätzungen durch Finanzanalysten für verschiedene internationale Aktienmärkte.
Die Arbeit behandelt die Bewertungsansätze (Top-Down/Bottom-Up), Interessenskonflikte im Investmentbanking sowie die statistische Analyse von Schätzfehlern in Abhängigkeit von Konjunkturdaten.
Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Gewinnschätzungen systematisch verzerrt sind und ob sie die tatsächliche Marktentwicklung korrekt vorhersagen können.
Es werden lineare Regressionsanalysen sowie t-Tests verwendet, um die statistische Signifikanz von Schätzfehlern und deren Abhängigkeit von ökonomischen Variablen zu untersuchen.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte empirische Auswertung der Daten für verschiedene Indizes sowie die Analyse der Korrelationen zwischen Schätzfehlern und Konjunkturzyklen.
Die wichtigsten Schlagworte sind EPS-Schätzungen, I/B/E/S, systematische Verzerrung, Konjunktursensitivität und Prognosegüte.
Interessenkonflikte führen dazu, dass Analysten oft optimistischere Schätzungen abgeben, um positive Beziehungen zu den untersuchten Unternehmen zu wahren, was die Objektivität mindert.
Konvergenz beschreibt das Phänomen, dass sich die Analystenschätzungen mit Annäherung an den tatsächlichen Bekanntgabetermin ("earnings release") präzisieren und tendenziell den realen Werten annähern.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass systematische Fehler ("Alphafehler") vorliegen, die eine perfekte Vorhersage unmöglich machen; die Prognosen sind somit keine verlässliche Basis.
Es fungiert als zentrale Datenbank für Analystenmeinungen, dient als Marktstandard, ist jedoch aufgrund seiner Berechnungsmethodik anfällig für Aggregationsfehler und Verzerrungen.
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