Masterarbeit, 2023
89 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Aktueller Stand der Forschung
3. Forschungsgegenstand
3.1 Trennung/Scheidung
3.2 Hochstrittigkeit
3.2.1 Modell zur Einschätzung hochstrittiger Elternkonflikte
3.2.2 Akteure und Akteurinnen und Maßnahmen bei einer Hochstrittigkeit
3.2.3 Auswirkungen von Hochstrittigkeit auf die Entwicklung bei Kindern
3.3 Kindeswohl
3.4 Kindeswohlgefährdung
4. Forschungsteil
4.1 Interviewfragen und Hypothesen zur Trennung/Scheidung
4.2 Interviewfragen und Hypothesen zur Hochstrittigkeit und Kindeswohlgefährdung
4.3 Interviewfragen und Hypothesen zu Maßnahmen des Helfersystems
5. Methode
5.1 Stichprobe
5.2 Datenerhebung
5.3 Auswertungsmethode und Auswertung
6. Darstellung der Ergebnisse
6.1 Darstellung der Ergebnisse: Begriffsbestimmungen
6.2 Darstellung der Ergebnisse: Trennung/Scheidung
6.3 Darstellung der Ergebnisse: Hochstrittigkeit und Kindeswohl
6.4 Darstellung der Ergebnisse: Maßnahmen
7. Diskussion der Ergebnisse
8. Fazit
9. Ausblick
Diese Arbeit untersucht, inwieweit Hochstrittigkeit bei getrennten Eltern eine Kindeswohlgefährdung darstellt. Dabei steht die Analyse der Auswirkungen auf Kinder sowie die Bewertung bestehender Unterstützungsangebote im Helfersystem im Zentrum der Forschungsfrage.
3.2.1 Modell zur Einschätzung hochstrittiger Elternkonflikte
In dieser Arbeit wird der Fokus auf das Modell von Uli Alberstötter gelegt. Es beschreibt die folgenden drei Eskalationsphasen: Die Erste Phase benennt er als „Zeitweilig gegeneinander gerichtetes Reden und Tun“. Zunächst beginnen Konflikte mit gegenseitigen Vorwürfen und Beschuldigungen. Hierbei geht es um das Durchsetzen der eigenen Positionen. In dieser ersten Phase können unterschiedliche Schutzfaktoren zur Deeskalation des Konfliktes beitragen. Einen Schutzfaktor stellt unter anderem das Wissen der Eltern dar, dass Kinder beide Elternteile benötigen und, dass das Wohl des Kindes oberste Piorität hat. Elternteile, die sich in dieser ersten Phase befinden, können noch differenziert zwischen Eltern- und Paarebene unterscheiden (vgl. Alberstötter, 2012, S.32f.).
Die zweite Phase „Verletzendes Agieren und Ausweitung des Konfliktfeldes“ nach Alberstötter macht seiner Schilderungen nach, die Hochstrittigkeit im Gegensatz zu anderen Trennungen aus.
In der zweiten Phase nimmt die Stärke der Konflikte zu, die Eltern beschreiben den anderen Elternteil als durchgängig schlecht, der andere Elternteil wird als böse wahrgenommen. In dieser Phase werden weitere Personen in den Konflikt einbezogen und zu eigenen Zwecken instrumentalisiert. In den meisten Fällen betrifft dieses auch die Kinder (vgl. Alberstötter, 2012, S.34).
Die dritte Phase nach dem Modell von Alberstötter wird als „Beziehungskrieg – der Kampf um jeden Preis“ bezeichnet. In dieser Phase eskaliert der Konflikt, es geht den Eltern vorrangig darum, dem anderen Elternteil zu schaden und dieses zu „vernichten“. Den jeweiligen Elternteilen geht es in dieser Phase gut, wenn es gelingt, dem anderen Elternteil eine Schädigung zuzufügen. Es kommt zu Verdächtigungen, die meist nicht auf realen Grundlagen beruhen. Zudem werden in dieser Phase Dritte, meistens die Kinder, durch die jeweiligen Elternteile so instrumentalisiert, dass sie zur Schädigung des anderen Elternteils beitragen. Die Bedürfnisse der Kinder können nur schwer wahrgenommen werden (vgl. Alberstötter, 2012, S.35).
1. Einleitung: Beschreibt das Thema Hochstrittigkeit als Herausforderung für das Kindeswohl und legt Forschungsziel sowie Hypothesen dar.
2. Aktueller Stand der Forschung: Überblickt bestehende Literatur, insbesondere Studien von Alberstötter und Weber zu Hochkonflikt-Familien.
3. Forschungsgegenstand: Definiert die Begriffe Hochstrittigkeit, Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung theoretisch.
4. Forschungsteil: Legt die Forschungsfragen, Hypothesen und die Struktur der Experteninterviews fest.
5. Methode: Erläutert die Durchführung, Stichprobe und Auswertungsmethode der qualitativen Experteninterviews.
6. Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Befunde aus den Interviews bezüglich der Forschungsaspekte.
7. Diskussion der Ergebnisse: Verknüpft die Ergebnisse kritisch mit dem theoretischen Rahmen und den Hypothesen.
8. Fazit: Beantwortet die Forschungsfrage und fasst die Gefährdungsproblematik zusammen.
9. Ausblick: Identifiziert Forschungsbedarfe für interdisziplinäre Ansätze in der Kinderschutzberatung.
Hochstrittigkeit, Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung, Trennung, Scheidung, Erziehungsfähigkeit, Helfersystem, Loyalitätskonflikt, Experteninterview, Kinderschutz, Elternkonflikte, Resilienz, Interdisziplinarität, Sozialpädagogik, Beratungspraxis.
Die Master-Thesis beschäftigt sich mit der Problematik hochstrittiger Trennungssituationen bei Eltern und deren gravierenden Auswirkungen auf das Wohlergehen der betroffenen Kinder.
Die Arbeit beleuchtet die Eskalationsdynamik von Elternkonflikten, das Kindeswohl im rechtlichen und psychologischen Sinne sowie die Belastungssituation von Kindern im Kontext von Trennung und Scheidung.
Das Ziel ist es, auf Basis von Experteninterviews zu untersuchen, ob eine hochstrittige Trennung zwangsläufig das Kindeswohl gefährdet und wie die aktuelle Unterstützungslage im Helfersystem zu bewerten ist.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsstrategie, konkret auf Leitfadeninterviews mit Experten aus dem psychosozialen und rechtlichen Bereich, welche mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe (Kindeswohl, Hochstrittigkeit) und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Interviews zu Trennungsverhaltensweisen, elterlichen Kompetenzen und Kinderschutzmaßnahmen dargestellt und diskutiert werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Hochstrittigkeit, Kindeswohlgefährdung, Loyalitätskonflikt, Erziehungsfähigkeit und elterliche Instrumentalisierung aus.
Die interviewten Fachkräfte berichten häufig von einer sogenannten "Scheinkooperation", bei der Eltern nur dann mit dem Helfersystem zusammenarbeiten, wenn sie persönliche Vorteile darin sehen, während die Bedürfnisse des Kindes im Hintergrund bleiben.
Die untersuchten Helfersysteme bieten diverse Unterstützungsmöglichkeiten an, jedoch stoßen diese oft an Kapazitätsgrenzen, und der Erfolg hängt stark davon ab, ob die hochstrittigen Eltern bereit sind, diese Hilfsangebote zum Schutz ihrer Kinder aktiv zu unterstützen.
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