Bachelorarbeit, 2008
29 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
II. Firmen- und Industrieorganisation
II.1. Vor- und Nachteile von Großunternehmen
II.2. Marshalls Wettbewerbsbegriff und die Rolle der Marktgröße
II.2.a. `free competition` vs. `perfect competition`
II.2.b. „General-“ und „Particular Markets“
II.3. „Industrial Organization“
II.3.a. Vorteile eines „industrial districts“
II.3.b. Nachteile eines „industrial districts“
II.4. Die Ertragsgesetze bei Marshall
III. Die „Vereinbarkeitsproblematik“
III.1. Marshalls Lösungsvorschläge
III.1.a. Marshalls Konzept der repräsentativen Firma
III.1.b. Das Problem der Marketing Kosten
III.1.c. Kritik an Marshall´s Konzepten
III.2. Lösungsversuche auf Basis externer Kostenersparnisse
III.2.a. Das Cunynghame – Edgeworth Modell
III.2.b. Chipmans parametrische externe Skalenerträge
IV. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Problematik der Vereinbarkeit von steigenden Erträgen mit Wettbewerbsbedingungen. Im Zentrum steht dabei die Analyse von Alfred Marshalls Ansätzen zur Lösung dieses Dilemmas und deren kritische Reflexion durch Zeitgenossen sowie moderne Theoretiker.
III.1.a Marshalls Konzept der repräsentativen Firma
Eigentlich trug bereits Marshalls Wettbewerbsbegriff, den er in den Büchern IV und V seiner „Principles of Economics“ verdeutlichte, viel dazu bei, um ein simultanes Vorhandensein von steigenden Erträgen und Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen, denn er unterstellte keine simultane Gleichgewichtsposition aller Unternehmen innerhalb einer Industrie, sondern ließ auch den Fall zu, in dem sich das eine oder andere Unternehmen außerhalb eines gleichgewichtigen Niveaus befindet, der Gesamtoutput der Industrie jedoch im Gleichgewicht sei:
Marshall´s way out of this [reconciliation- Anm.] problem was his simple but brilliant perception, influenced perhaps by his interest in biology, that equilibrium of total output does not in fact recquire that all firms be in equilibrium. (Newman 1960, S. 590)
Hätte sich Marshall nicht dieser langfristigen Gleichgewichtsauffassung, sondern dem konventionellen, statischen Wettbewerbsgleichgewicht bedient, so wäre auch er, sehr wahrscheinlich, nicht weit über Cournots Schlussfolgerung hinausgekommen.
I. Einleitung: Einführung in die Problematik der Vereinbarkeit steigender Erträge mit Wettbewerbsbedingungen und Vorstellung der theoretischen Einbettung durch Alfred Marshall.
II. Firmen- und Industrieorganisation: Untersuchung von Unternehmensstrukturen, Differenzierung von Marktformen und der Bedeutung von Industrieagglomerationen für die Produktivität.
III. Die „Vereinbarkeitsproblematik“: Detaillierte Darstellung der Lösungsansätze von Marshall zur Vereinbarkeit steigender Erträge mit dem Wettbewerb sowie deren Kritik durch die ökonomische Fachwelt.
IV. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der wissenschaftlichen Relevanz von Marshalls Theorien und Einordnung der anhaltenden Bedeutung seines ökonomischen Denkens.
Alfred Marshall, Vereinbarkeitsproblematik, steigende Erträge, Wettbewerbsbedingungen, repräsentative Firma, Cournot’sches Dilemma, externe Kostenersparnisse, industrial districts, industrielle Organisation, Principles of Economics, Marktstruktur, Skalenerträge, Partialanalyse, Preistheorie, Marketingkosten.
Die Arbeit analysiert die theoretische Herausforderung, steigende Erträge (Economies of Scale) mit den Bedingungen des Wettbewerbs innerhalb einer ökonomischen Gleichgewichtstheorie zu vereinen.
Im Zentrum stehen Alfred Marshalls Konzepte zur Unternehmensorganisation, die Unterscheidung zwischen internen und externen Kostenersparnissen sowie die kritische Debatte um seine langfristigen Angebotskurven.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Marshall versuchte, das „Cournot’sche Dilemma“ – die Unvermeidbarkeit von Monopolen bei steigenden Erträgen – zu widerlegen und den Wettbewerb trotz sinkender Kosten zu rechtfertigen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit im Bereich der Theoriegeschichte, die primär auf der Literaturanalyse von Marshalls „Principles of Economics“ und zeitgenössischen sowie späteren ökonomischen Kommentaren basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Marshalls Wettbewerbsverständnis, seiner „repräsentativen Firma“, den Problemen von Marketingkosten und der Auseinandersetzung mit den Kritikpunkten etwa durch Sraffa.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere „Vereinbarkeitsproblematik“, „repräsentative Firma“, „externe Kostenersparnisse“ und das „Cournot’sche Dilemma“.
Marshall nutzt sie als Hilfskonstruktion für Gleichgewichtssanalysen, indem er ein Unternehmen postuliert, das über normale Managementfähigkeiten verfügt und sich in einem konstanten Output befindet, wenn die gesamte Industrie ebenfalls stabil ist.
Kritiker wie Sraffa oder Clapham sahen in seinen Konstrukten, insbesondere in der langfristigen Angebotskurve, ein nicht operationalisierbares „Gedankenkonstrukt“, das den Anforderungen einer formal-mathematischen Gleichgewichtsanalyse nicht standhielt.
Sie dienen als Beispiel für externe Kostenersparnisse (spill-over Effekte), bei denen räumliche Konzentration und Arbeitsteilung die Produktivität der Firmen erhöhen, ohne dass eine einzelne Firma zum Monopol aufsteigen muss.
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