Diplomarbeit, 2009
99 Seiten, Note: 1,3
1. Die Relevanz von Fairness und Gerechtigkeit im Marketingkontext
2. Das Fairnesskonzept: Ein mehrdimensionales Gerechtigkeitskonstrukt im Marketingprozess gegenüber externen und internen Kunden
2.1 Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen der Fairnessforschung
2.1.1 Der Grundsatz von Fairness
2.1.2 Die wesentlichen Dimensionen von Fairness
2.1.2.1 Distributive Gerechtigkeit und der Sonderfall der Preisfairness
2.1.2.2 Prozedurale Gerechtigkeit
2.1.2.3 Interpersonale Gerechtigkeit
2.1.2.4 Informationale Gerechtigkeit
2.2 Beziehungsstrukturen zwischen Unternehmen, Mitarbeitern und Kunden sowie die Begründung für faires Verhalten in externen Interaktionsbeziehungen
2.3 Zwischenergebnis
3. Theoretische Konzeptualisierung von Fairness und der Erklärungsbeitrag organisations- und sozialpsychologischer Ansätze zu der Entstehung von Gerechtigkeitsurteilen
3.1 Theoretische Begründung distributiver Gerechtigkeit und Preisfairness
3.1.1 Kernaussagen und Erklärungsbeitrag der Theorie der kognitiven Dissonanz
3.1.2 Kernaussagen und Erklärungsbeitrag der Equity Theorie
3.2 Theoretische Begründung prozeduraler Gerechtigkeit mittels der Referent Cognitions Theorie
3.3 Theoretische Begründung interpersonaler und informationaler Gerechtigkeit mittels der Sozialen Austauschtheorie
3.4 Zwischenergebnis
4. State of the Art der empirischen Forschung zu den Wirkungszusammenhängen von fairem Verhalten mit Blick auf externe Kunden
4.1 Messung und Operationalisierung von distributiver, prozeduraler und interaktionaler Gerechtigkeit
4.2 Empirische Studien zum Zusammenhang zwischen wahrgenommener Fairness und Verhaltensreaktionen von externen Kunden
4.2.1 Befunde zu den direkten Auswirkungen der Fairnessdimensionen auf Kundenzufriedenheit
4.2.2 Ausgewählte Studien zu dem Einfluss von wahrgenommener Gerechtigkeit auf Beschwerdereaktionen- und Zufriedenheit nach Produkt- und Servicefehlern
4.2.3 Einfluss der Beschwerdezufriedenheit als Mediatorvariable auf Kundenzufriedenheit- und Loyalität
4.2.4 Faire Preispolitik als Schlüssel zu erwünschtem Kundenverhalten
4.3 Determinanten des Konstruktes Fairness
4.3.1 Einflussfaktoren von distributiver, prozeduraler und interaktionaler Gerechtigkeit
4.3.2 Einflussfaktoren von Preisfairness
4.4 Zwischenergebnis
5. Limitationen der empirischen Befunde und Implikationen für die Praxis
5.1 Grenzen der empirischen Befunde
5.2 Handlungsempfehlungen für die Praxis
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Konstrukt der Fairness in der Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden, um deren Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten und die Kundenzufriedenheit zu analysieren. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen und empirischen Befunde zum fairen Verhalten im Marketingkontext systematisch aufzuarbeiten und Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
Der Grundsatz von Fairness
Das Prinzip der Gerechtigkeit findet in unterschiedlichen Disziplinen Anwendung. So haben sich nicht nur die Wirtschaftswissenschaften, sondern auch die Psychologie, Soziologie sowie die Theologie mit diesem Thema beschäftigt. Xia et al. definieren Fairness als „…a judgement of wether an outcome and/or the process to reach an outcome are reasonable, acceptable or just.“5
Streng genommen handelt es sich bei dem Konstrukt der Fairness bzw. Gerechtigkeit um zwei getrennte Konzepte. Unter Gerechtigkeit wird ein bestimmter Lösungszustand verstanden, der nach einer aufgestellten Regel erreicht wird. Fairness dagegen drückt ein bestimmtes Handeln aus. Wer nach einer festgesetzten Regel handelt, verhält sich fair. Dagegen spricht man von einem gerechten Ergebnis, das nach einer Regelbefolgung zu Stande kommt. Im Englischen als „justice“ bzw. „equity“ bezeichnet, werden Fairness und Gerechtigkeit in dieser Arbeit jedoch simultan verwendet.6
Schon Aristoteles hat sich mit dem Begriff der Fairness beschäftigt. Ein Werk, das in der Theorie der Gerechtigkeit jedoch großen Zuspruch findet, ist eine Arbeit von John Rawls. Er geht dabei von einer Gerechtigkeitsvorstellung aus, nach der ökonomische Ungleichheiten zu jedermanns Vorteil zu gestalten sind. Dabei muss weiter beachtet werden, dass gerechtes Verhalten nicht nur in wirtschaftlichen Beziehungen zu Organisationen, sondern auch in sozialen Beziehungen zu Mitarbeitern relevant ist. Dieser Grundsatz zielt hauptsächlich auf die Verteilung von Einkommen und Vermögen sowie auf die Strukturen innerhalb von Organisationen ab.7
1. Die Relevanz von Fairness und Gerechtigkeit im Marketingkontext: Einführung in das Themenfeld und Erläuterung der strategischen Bedeutung von fairem Verhalten für langfristige Kundenbeziehungen.
2. Das Fairnesskonzept: Ein mehrdimensionales Gerechtigkeitskonstrukt im Marketingprozess gegenüber externen und internen Kunden: Detaillierte Definition des Fairnessbegriffs und Darstellung der verschiedenen Gerechtigkeitsdimensionen sowie Beziehungsstrukturen.
3. Theoretische Konzeptualisierung von Fairness und der Erklärungsbeitrag organisations- und sozialpsychologischer Ansätze zu der Entstehung von Gerechtigkeitsurteilen: Wissenschaftliche Einordnung durch psychologische Theorien, insbesondere zur Dissonanzvermeidung und zum sozialen Austausch.
4. State of the Art der empirischen Forschung zu den Wirkungszusammenhängen von fairem Verhalten mit Blick auf externe Kunden: Umfassende Analyse aktueller empirischer Studien zu den Auswirkungen von Fairness auf Kundenzufriedenheit, Beschwerdeverhalten und Preispolitik.
5. Limitationen der empirischen Befunde und Implikationen für die Praxis: Kritische Reflexion der vorliegenden Studien und Ableitung konkreter Empfehlungen für Unternehmen und deren Mitarbeiter.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Fairness, Gerechtigkeit, Preisfairness, Kundenzufriedenheit, Beschwerdemanagement, Dienstleistungssektor, Equity-Theorie, Dissonanztheorie, Konsumentenverhalten, Kundenbindung, interaktionale Gerechtigkeit, prozedurale Gerechtigkeit, distributive Gerechtigkeit, Service Recovery, Wahrgenommene Fairness.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Einfluss von fairem Verhalten von Unternehmen und deren Mitarbeitern auf die Zufriedenheit und Loyalität von Kunden im Rahmen von Marketingbeziehungen.
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Konzeptualisierung von Fairness, die Analyse der verschiedenen Dimensionen von Gerechtigkeit sowie deren empirisch nachgewiesene Auswirkungen auf Kundenreaktionen.
Das Ziel ist es, sowohl Wirkungszusammenhänge als auch Einflussfaktoren von fairem Verhalten bei externen Kunden zu betrachten, um daraus Handlungsempfehlungen für die Unternehmenspraxis abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender sozialpsychologischer Theorien sowie der Auswertung zahlreicher empirischer Studien aus dem Konsumgüter- und Dienstleistungssektor.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Konzeptualisierung mittels psychologischer Ansätze sowie eine detaillierte Darstellung des Forschungsstandes zur Messung und Operationalisierung von Fairness.
Neben dem zentralen Begriff der Fairness stehen Begriffe wie Kundenzufriedenheit, Preisfairness, Beschwerdemanagement und Gerechtigkeitsdimensionen im Fokus.
Das Beschwerdemanagement ist ein zentraler Anwendungsbereich, da hier gerechtes Verhalten in kritischen Situationen maßgeblich über die Bindung oder den Verlust eines Kunden entscheidet.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Konsumenten Preise anhand von Referenzstandards bewerten und Preiserhöhungen bei mangelnder Transparenz oder fehlenden sachlichen Gründen schnell als unfair wahrnehmen.
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