Magisterarbeit, 2009
92 Seiten, Note: 1,0
1 Genetisches Überleben
1.1 Zwischen den Disziplinen - Von der Soziobiologie zur Evolutionspsychologie
1.2 Artwohl oder Eigennutz?
1.3 Konflikt und Kooperation
1.3.1 Der Kampf der Geschlechter
1.3.2 Konflikte im Familienverband
1.3.3 Egoismus, Altruismus oder Egoistischer Altruismus?
1.4 Erbe und Umwelt: Ist der Mensch ein Sklave seiner Gene?
1.5 Exkurs: Moral in der Soziobiologie – Die Tendenz zur Doppelmoral
2 Mord
2.1 Kritische Betrachtung zu „Der Mörder in uns – Warum wir zum Töten programmiert sind“ von David Buss
2.2 Mordphantasie
2.3 Allgemeine statistische Muster: Wer tötet wen?
2.4 Mord in Partnerschaften
2.4.1 Mordmotive
2.4.2 Statistische Muster bei Partnermorden
2.4.3 Prädikatoren für Mord
2.4.4 Das Töten von Nebenbuhlern
2.5 Mord in der Familie
2.5.1 Filizid
2.5.1.1 Wenn Eltern ihre leiblichen Kinder töten
2.5.1.2 Das gefährliche Leben der Stiefkinder
2.5.2 Parentizid – Wenn Kinder ihre Elter töten
2.5.3 Siblizid – Geschwistermord
2.6 Mord als evolutionäre Anpassungsleistung – Status und Reputation
2.6.1 Männliche Reputation
2.6.2 Weibliche Reputation
3 Schlussbetrachtungen
3.1 Zusammenfassung
3.2 Diskussion
Diese Arbeit untersucht kriminelles Verhalten, speziell Mord, aus einer soziobiologischen und evolutionspsychologischen Perspektive. Sie verfolgt das Ziel, Mord nicht als rein psychopathologisches Phänomen, sondern als Ergebnis evolutionär entstandener Anpassungsmechanismen zu erklären, wobei der Fokus auf den Logiken des Reproduktionserfolgs und der Ressourcenkonkurrenz liegt.
Mord
Mord unterscheidet sich stark von allen anderen Formen der Gewalt, denn hierbei fügt der Täter dem Opfer nicht nur Schmerzen oder ein Oder ein anders geartetes Leid geartetes Leid zu, sondern er löscht sein Leben aus. Darüberhinaus unterscheiden sich auch die Motive für Mord grundlegend von Motiven für andere Gewaltdelikte, mit denen Mord als Extremfall in der Forschung oftmals gleichbehandelt wird. (Buss 2007: 26f.)
Es gibt unterschiedliche Theorien zur Erklärung von Gewalt. Allen voran steht hierbei die Erklärung von Gewalt über das soziale Umfeld, wie sie beispielsweise Albert Bandura mit seiner Theorie vom sozialen Lernen anführt. Dieser Theorie zufolge ist gerade die Zurschaustellung von Gewalt in den Medien äußerst gefährlich, da besonders Kinder dazu neigen, Gesehenes zu verinnerlichen und zu imitieren, in diesem Fall speziell gewalttätiges Verhalten. (Buss 2007: 27f.) Diese Theorie vermag allerdings kaum zu erklären, warum es selbst in Kulturen ohne Medieneinflüsse Morde gibt und die Statistiken dort ähnlich denen der Kulturen mit Medieneinfluss sind. (Buss 2007: 27) Allerdings wird dem Menschen darüber eine Vielzahl von möglichen Verhaltensmustern vorgelegt. Auch in den Medien gibt es viele Beispiele für den hilfsbereiten Helden oder den Bösewicht, der für seine Verbrechen bestraft wird. Es gibt also kein Indiz dafür, warum ein Mensch für das Negativ-Vorbild eine Präferenz entwickeln sollte, statt sich für das positive Vorbild zu entscheiden. (ebd.)
Genetisches Überleben: Einführung in die soziobiologische Perspektive, die soziales Verhalten als Resultat der Evolution durch natürliche Auslese betrachtet, um den eigenen Reproduktionserfolg zu sichern.
Mord: Untersuchung von Mord als Resultat natürlicher Selektion, unter kritischer Beleuchtung der Thesen von David Buss, der den menschlichen Geist als mit Adaptionen für das Töten ausgestattet betrachtet.
Schlussbetrachtungen: Reflexion über die Tragweite evolutionspsychologischer Erklärungsansätze für Kriminalität und eine kritische Diskussion der Stärken und Schwächen dieses Forschungsansatzes.
Soziobiologie, Evolutionspsychologie, Mord, Reproduktionserfolg, Natürliche Selektion, Partnerwahl, Sexuelle Rivalität, Elterninvestment, Cinderella-Effekt, Mordphantasie, Inklusive Fitness, Status, Reputation, Gewalt, Aggression.
Die Arbeit untersucht das menschliche Mordverhalten unter dem spezifischen Blickwinkel der Soziobiologie und Evolutionspsychologie.
Die Arbeit befasst sich mit der evolutionären Logik von Gewalt, dem Einfluss genetischer Programme auf soziales Verhalten und der Analyse spezifischer Mordkategorien wie Partnermord und Familienmord.
Das Ziel ist eine objektive Untersuchung der Frage, inwieweit soziobiologische Theorien (insbesondere von David Buss) dazu beitragen können, kriminelle Handlungen zu erklären, ohne dabei eine moralische Legitimation für Mord auszusprechen.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziobiologischer und evolutionspsychologischer Standardwerke und Studien (z.B. von David Buss, Daly & Wilson) sowie die Auswertung internationaler Kriminalstatistiken.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des genetischen Überlebens erörtert und die Anwendung evolutionsbiologischer Logik auf verschiedene Mordarten, wie Mord an Partnern oder innerhalb der Familie, detailliert analysiert.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Inklusive Fitness, natürliche Selektion, sexuelle Rivalität, Reproduktionserfolg und den Cinderella-Effekt.
Während bei Männern häufig sexuelle Rivalität und die Kontrolle der Partnerin dominieren, werden Morde durch Frauen oft als Reaktion auf langfristige Misshandlungssituationen oder als Selbstverteidigung interpretiert.
Der Cinderella-Effekt beschreibt die Beobachtung, dass Stiefkinder statistisch gesehen einem höheren Risiko ausgesetzt sind, von Stiefeltern misshandelt oder getötet zu werden, als von ihren leiblichen Eltern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

