Forschungsarbeit, 2009
28 Seiten, Note: 1-
1. Einleitung
2. Literatur
3. Vorgeschichte
4. Einordnung des Instrumentes und Beschreibung
5. Die Erfindung des Bandonion
5.1. Zeitlich Einordnung
5.2. Die Fakten für Heinrich Band
5.3. Die Fakten gegen Band
6. Fazit
7. Perspektive
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die historisch verbreitete Zuschreibung des Bandonions an den Krefelder Musikalienhändler Heinrich Band. Anhand einer Analyse von Primärquellen, Archivunterlagen und historischen Werbeanzeigen wird hinterfragt, ob Band tatsächlich als Erfinder des Instrumentes gelten kann oder ob seine Rolle eher in der Vermarktung und Weiterentwicklung bestehender sächsischer Instrumententypen lag.
5. Die Erfindung des Bandonion
Zu allererst muss gesagt werden, dass dieses Handzuginstrument nur eine Weiterentwicklung der Konzertina bleibt. Es ist kein eigenständiges Musikinstrument, sondern ist in der Tradition der Instrumente mit durchschlagenden Zungen zu verstehen. Weder die Tonentstehung noch die Handhabung wird verändert. Das neue an dem Bandonion sind die erweiterten Töne und damit auch die variantenreichere Kombinierbarkeit der Akkorde. Die von Oriwohl angesprochene Angabe, dass unter einer Konzertina ab 88 Tönen nun ein Bandonion zu verstehen sei, ist auch zweifelhaft, da es nachweislich ein Instrument gibt, das als Bandion bezeichnet wird, das aber nur 56 Töne besitzt. Somit fällt die Einordnung gewisser Instrumente anhaltend schwer. Immer wieder sind besonders in Online-Auktionshäuser Anzeigen zu lesen, die ein Instrument unter dem Namen Akkordeon, Konzertina und Bandonion verkaufen. Eine konkrete Definition, was als Bandonion zu verstehen ist, fehlt jedoch.
Weiterhin gibt es keine eindeutige Quelle darüber, wer das Bandonion erfunden hat. Ein Instrument von Heinrich Band, dem die Erfindung derzeit überwiegend zugeschrieben wird, ist nicht existent. Die Quellen mit denen bewiesen wird, dass eben dieser Krefelder Musikalienhändler auch der Erfinder sein soll, sind allesamt zweifelhaft. Auf der anderen Seite reichen Quellen von anderen Protagonisten hingegen auch nicht aus, um zu beweisen, dass diese möglicherweise Vater des Instrumentes sein könnten. Wir befinden uns in dieser Angelegenheit in einem Prozess voller Indizien, die mit kontrollierter Phantasie bewertet werden müssen. Kommen wir nun zu den vorliegenden Quellen, die keine Gewähr auf Vollständigkeit besitzen sollen. Alle verwendeten Quellen sind im Text sowie im Anhang in dem mir vorliegenden Zustand abgedruckt.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die abnehmende Bedeutung und Bekanntheit des Bandonions in Deutschland und ordnet es in seinen historischen Kontext als Instrument des Tangos ein.
2. Literatur: Dieser Abschnitt bewertet die existierende Fachliteratur zu den Themen Bandonion und Konzertina und identifiziert die für die Untersuchung wichtigsten Archive.
3. Vorgeschichte: Hier wird die Entwicklung der Instrumente mit durchschlagenden Zungen von der chinesischen Sheng bis hin zur ersten deutschen Konzertina von C.F. Uhlig nachgezeichnet.
4. Einordnung des Instrumentes und Beschreibung: Es wird die technische Beschaffenheit sowie die Schwierigkeit der Klassifizierung des Bandonions aufgrund seiner vielfältigen Entwicklungsstufen erörtert.
5. Die Erfindung des Bandonion: Das Kernkapitel hinterfragt kritisch die Rolle von Heinrich Band bei der Erfindung und untersucht alternative historische Akteure und Produktionsorte.
6. Fazit: Die Untersuchung schlussfolgert, dass die Erfindung nicht zweifelsfrei Heinrich Band zugeschrieben werden kann und plädiert für eine differenziertere Sichtweise auf sächsische Hersteller.
7. Perspektive: Abschließend wird die aktuelle Situation des Bandonions und das Potenzial zur Bewahrung dieses kulturellen Erbes durch Museen und Stadtmarketing diskutiert.
Bandonion, Heinrich Band, Konzertina, Handzuginstrumente, Musikgeschichte, Instrumentenbau, C.F. Uhlig, Carl Friedrich Zimmermann, Krefeld, Chemnitz, durchschlagende Zungen, Tango, Musikinstrumente, historische Forschung, Akkordeon.
Die Arbeit untersucht die historische Herkunft des Bandonions und stellt die populäre, aber wissenschaftlich umstrittene Zuschreibung der Erfindung an Heinrich Band in Frage.
Zentral sind die historische Entwicklung der Balginstrumente, der Vergleich regionaler Produktionsstandorte (Sachsen vs. Krefeld) sowie die Analyse zeitgenössischer Dokumente und Quellen.
Das Ziel ist es, anhand von Archivbelegen zu klären, ob Heinrich Band tatsächlich der Erfinder des Bandonions ist oder ob ihm diese Rolle fälschlicherweise zugeschrieben wurde.
Der Autor nutzt die historische Quellenanalyse, vergleicht Anzeigentexte aus Adressbüchern und Zeitungen des 19. Jahrhunderts und zieht biographische Daten sowie Patentunterlagen zur Beweisführung heran.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte des Instruments, die Untersuchung der Indizien für und gegen Heinrich Band als Erfinder sowie die Vorstellung weiterer Akteure wie C.F. Uhlig und Carl Friedrich Zimmermann.
Wichtige Begriffe sind Bandonion, Heinrich Band, Instrumentenbau, Konzertina, Musikgeschichte, Archivforschung und industrielle Entwicklung im 19. Jahrhundert.
Es existiert kein physischer Prototyp aus Bands Zeit, und linguistische Analysen seiner Werbeanzeigen lassen darauf schließen, dass er Instrumente eher verkaufte oder nur endfertigte, anstatt sie in eigener Fabrik zu produzieren.
Sachsen, insbesondere Chemnitz, war das Zentrum der Handzuginstrumentenproduktion. Akteure wie C.F. Uhlig verfügten über die technischen Werkzeuge, um diese Instrumente in Masse herzustellen, was die Krefelder Produktion in Frage stellt.
Die Begriffe Bandonion, Konzertina und Akkordeon wurden im 19. Jahrhundert häufig synonym oder ungenau verwendet, was die historische Zuordnung einzelner Instrumententypen zu einer bestimmten Person erschwert.
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