Bachelorarbeit, 2023
43 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Partizipation im politischen Kontext
2.1. Rechtliche Verankerung
2.2. Definition Partizipation
2.3. Der Demokratiebegriff
2.4. Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen
3. Partizipation im pädagogischen Kontext
3.1. Gründe für Partizipation
3.2. Partizipation und Verantwortung
3.3. Partizipation als Schlüssel zur Demokratie
4. Pädagogisches Handeln unter dem Konzept von Partizipation
4.1. Voraussetzungen zum Gelingen von Partizipation
4.2. Haltung / Rolle der pädagogischen Fachkraft
4.3. Partizipation im Kitaalltag gestalten
4.4. Zusammenarbeit mit Eltern
5. Stand der Forschung
6. Grenzen der Partizipation
7. Diskussion
8. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie Partizipation als grundlegender Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen gelingend umgesetzt werden kann, ohne dass aufwendige konzeptionelle Verfahren notwendig sind, und inwiefern der Kita-Alltag zur Demokratiebildung beitragen kann.
4.3. Partizipation im Kitaalltag gestalten
„Die Verwirklichung der Menschenrechte ist nur im Rahmen eines demokratischen Zusammenlebens möglich. Umgekehrt gilt, dass Demokratie ein menschenrechtliches Fundament benötigt, das jedem Mitglied der Gesellschaft eine unverlierbare Würde zugesteht und gleiche Grundrechte garantiert“ (Maywald 2019, S. 35).
Um dies zu garantieren ist es unabdingbar, dass die Umsetzung der Rechte der Kinder sowohl im pädagogischen institutionellen Kontext stattfindet als auch im familiären Alltag zu Hause. Auch ohne aufwendige Partizipationskonzepte, wie beispielsweise einem Kinderparlament, Kinderrat, oder auch die Kinderkonferenz, kann Partizipation im Alltag erlebt und gelebt werden (vgl. Wyrobnik 2021, S. 113f.). „KiTa ist als Gesellschaft im Kleinen zu verstehen. Sie ist eine Gemeinschaft aller in ihr tätigen Personen, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und achten. Im Alltag sollen hier Verhaltensweisen gelernt werden, die von Bürgerinnen unserer Gesellschaft erwartet werden. Es geht um das friedliche und vernünftige regeln gemeinsamer Angelegenheiten, was durch Verantwortung und Beteiligung geschieht“ (Dobrick 2011, S. 69).
Partizipation lässt sich somit bereits im Kitaalltag integrieren, zum Beispiel, wenn es um das Einschenken des Saftes beim Frühstück geht. Es geht um die Schlüsselsituationen im Kitaalltag, wie beispielsweise das Essen, Wickeln, oder Spielen. Konkret beim Essen sollte die pädagogische Fachkraft nicht unbedingt eingreifen, denn das Kind sollte selbst entscheiden, ob und wie viel Saft es möchte, zumindest unter der Voraussetzung, dass genügend für alle da ist. Sind die Saftflaschen grundsätzlich zu schwer und groß für die Kinder, wird die Einrichtung als Partizipationsunfreundlich bezeichnet, denn „Kindern müssen alltäglich Gelegenheit, Raum und Zeit gelassen werden, damit ein verantwortliches Miteinander selbstverständlich wirksam werden und sich entfalten kann“ (Dobrick 2011, S. 46).
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit von Partizipation als Grundlage für die demokratische Erziehung und Mündigkeit des Kindes in einer sich wandelnden Gesellschaft.
2. Partizipation im politischen Kontext: Dieses Kapitel betrachtet die rechtliche Verankerung von Kinderrechten, das Demokratieprinzip und den gesetzlichen Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen.
3. Partizipation im pädagogischen Kontext: Es werden die Gründe für Partizipation, der Zusammenhang von Mitbestimmung und Verantwortung sowie die Bedeutung als Schlüssel zur Demokratie erörtert.
4. Pädagogisches Handeln unter dem Konzept von Partizipation: Das Hauptkapitel fokussiert auf die Voraussetzungen, die Haltung der Fachkraft, die Gestaltung von Alltagssituationen und die Zusammenarbeit mit Eltern.
5. Stand der Forschung: Hier werden Studien wie die „BiKA-Studie“ vorgestellt, die den aktuellen Grad der Partizipation und die Bedeutung von Schlüsselsituationen im Krippenalltag beleuchten.
6. Grenzen der Partizipation: Das Kapitel thematisiert die Notwendigkeit von Grenzen, den Schutz vor Scheinpartizipation und das Recht des Kindes, sich gegen eine Beteiligung zu entscheiden.
7. Diskussion: Die Ergebnisse der Literaturrecherche wurden in Bezug auf die Fragestellungen kritisch reflektiert und mit der praktischen Arbeit in Kitas verknüpft.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird betont, dass Partizipation eine grundlegende Haltungsfrage der pädagogischen Fachkräfte darstellt und im Alltag aktiv gelebt werden muss.
Partizipation, Demokratiebildung, Kindertageseinrichtung, Mündigkeit, Beteiligungsrechte, pädagogische Fachkraft, Schlüsselsituationen, Selbstbestimmung, Mitspracherecht, Alltagspartizipation, Kindeswohl, Kinderrechte, Demokratielernen, Selbstwirksamkeit, Ko-Konstruktion.
Die Arbeit beleuchtet, wie Partizipation in Kindertageseinrichtungen als zentraler Bestandteil einer demokratieorientierten Pädagogik bereits im Alltag der Kleinsten integriert werden kann, ohne dass kostspielige oder hochkomplexe Strukturen notwendig sind.
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Verankerung von Kinderrechten, dem pädagogischen Verständnis von Beteiligung, der notwendigen Haltung der Fachkräfte sowie der praktischen Umsetzung und den Grenzen der Partizipation.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte ihre Rolle so gestalten können, dass Kinder ihre Rechte auf Mitsprache in alltäglichen Situationen wahrnehmen können, um zu selbstbewussten demokratischen Bürgern zu heranwachsen.
Zur Bearbeitung der Fragestellung wird die theoretische deskriptiv-diskursive Methode verwendet, die bekannte Fachliteratur und aktuelle Studien verknüpft und bewertet.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die praktischen Handlungsweisen von Erziehern, die Voraussetzungen für gelingende Beteiligungsprozesse und die Analyse spezifischer Schlüsselsituationen wie Essen, Wickeln und freies Spiel.
Es wird betont, dass Partizipation keine zusätzliche Zusatzaufgabe ist, sondern den Kern einer professionellen pädagogischen Haltung bildet, die auf Augenhöhe zwischen Kind und Erwachsenem basiert.
Die BiKA-Studie liefert empirische Erkenntnisse darüber, wie Partizipation in der Krippe umgesetzt wird, und beleuchtet qualitative Unterschiede in der pädagogischen Praxis sowie die Bedeutung des Betreuungsschlüssels.
Es wird zwischen einer Beziehungsebene, einer strukturellen Ebene und der Ebene der praktischen Umsetzung differenziert, wobei alle drei für eine erfolgreiche Verwirklichung des Konzepts in der Kita-Praxis zusammenspielen müssen.
Die Autorin warnt davor, dass rein formalisierte Abstimmungsverfahren, die von Kindern nicht verstanden werden, lediglich zu einer falschen Vorstellung von Mitbestimmung führen können.
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