Examensarbeit, 2008
106 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Definition, Klassifikation und Epidemiologie des Diabetes mellitus
2.1 Definition und Klassifikation
2.2 Diabetes mellitus Typ 1
2.2.1 Diagnose
2.2.2 Wirkung von Insulin
2.2.3 Ursachen
2.3 Diabetes mellitus Typ 2
2.3.1 Diagnose
2.3.2 Ursachen
2.4 Epidemiologie
3 Bedeutung der Diabetestherapie
3.1 Historischer Rückblick
3.2 Diätetische Therapie
3.3 Intensivierte Insulintherapie
3.4 Konventionelle Insulintherapie
4 Diabetes in der Schule
4.1 Chronische Krankheiten in der Schule
4.2 Schulfähigkeit diabetischer Kinder
4.2.1 Diabetes im Kindesalter
4.2.2 Diabetes im Jugendalter
4.3 Die Gefahr einer Hypoglykämie
4.3.1 Maßnahmen bei einer Hypoglykämie in der Schule
4.3.2 Verhalten im Notfall
4.3.3 Verpflichtung des Lehrers im Notfall
5 „School nursing“
5.1 Definition von school nursing
5.2 Die Rolle der „school nurse“ am Beispiel Amerika
5.3 Die Situation in Deutschland
6 Fragestellung und Hypothesenbildung
7 Methodik
7.1 Überblick
7.2 Stichprobe
7.3 Operationalisierung
7.4 Realisierung
8 Ergebnisdarstellung
8.1 Einschätzung des Kenntnisstandes der Lehrkräfte
8.2 Tatsächlicher Wissensstand der Lehrkräfte
8.3 Informationsbeschaffung der Lehrkräfte
8.4 Notwendigkeit über mehr Aufklärung an Schulen
8.5 Verantwortung für die nötige Aufklärung
8.6 Berücksichtigung der Krankheit im Unterricht
9 Diskussion
10 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Kenntnisstand und den Aufklärungsbedarf von Lehrkräften an Regelschulen im Hinblick auf den Umgang mit an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankten Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für den Schulalltag abzuleiten und die Notwendigkeit einer speziell ausgebildeten Fachkraft („school nurse“) zu prüfen.
4.3.1 Maßnahmen bei einer Hypoglykämie in der Schule
Der Lehrer sollte wissen, dass leichtere Formen einer Unterzuckerung mehrmals pro Woche auftreten können, da diese auch bei noch so genauer Einhaltung der Therapieregeln nicht völlig zu vermeiden sind [vgl. Otto (2002), S. 103]. Diese leichten Hypoglykämien bleiben harmlos, wenn zumeist der betroffene Schüler selbst oder aber der Lehrer sie rechtzeitig erkennen und angemessen helfen kann. Häufige Anzeichen können dabei sein: Schwitzen, Blässe, Zittern, Müdigkeit, Schwäche, Heißhunger, ungewohnte Unaufmerksamkeit und Zerstreutheit, krakelige Schrift, plötzliche Wesensänderung, wie z.B. Aggressivität, Alberei, Weinerlichkeit oder besonders starke Anhänglichkeit [vgl. AGPD- Broschüre (2004), S. 8].
Deutet das Verhalten des Schülers auf eines der Merkmale hin, sollte er sofort schnell ins Blut gehende Kohlenhydrate zu sich nehmen, um eine schwere Hypoglykämie zu verhindern. Dabei sollte der Lehrer beachten, dass eine ungewöhnlich aggressive Ablehnung auch ein Ausdruck der Unterzuckerung sein kann und muss in diesem Fall dennoch ruhig, aber bestimmt, auf die Einnahme bestehen [vgl. Etschenberg (2006), S. 63].
Als schnell resorbierbare Kohlenhydrate eignen sich Traubenzucker oder ein Glas zuckerhaltige Limonade oder Cola (nicht Cola light), die jedes Kind mit Diabetes normalerweise immer bei sich hat. Weniger gut geeignet sind Obst und Obstsäfte auf Grund ihrer verlangsamten Wirkung. Auch Schokolade eignet sich nicht, da die Kohlenhydrate in viel Fett verpackt sind. Fett verzögert die Aufnahme der Kohlenhydrate ins Blut, so dass der Blutzucker bei einer Unterzuckerung nicht schnell genug wieder steigt [vgl. Herterich (2006), S. 85].
Nachdem das Kind etwas Zuckerhaltiges gegessen hat, erholt es sich in der Regel innerhalb von 5-10 Minuten und kann weiter am Unterricht teilnehmen [vgl. AGPD- Broschüre (2004), S. 9]. Trotzdem darf es nicht ganz aus den Augen gelassen werden und auf keinen Fall alleine nach Hause geschickt werden. [vgl. Herwig, Böhles (2003), S. 339].
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Zunahme chronisch kranker Kinder an Regelschulen und den daraus resultierenden Bedarf an Information für Lehrkräfte bezüglich des Diabetes mellitus Typ 1.
2 Definition, Klassifikation und Epidemiologie des Diabetes mellitus: Dieses Kapitel definiert die Krankheit, grenzt Typ 1 von Typ 2 ab und liefert statistische Daten zur Inzidenz und Prävalenz.
3 Bedeutung der Diabetestherapie: Es wird der historische Wandel der Therapiemöglichkeiten von frühen Diätformen hin zur modernen intensivierten Insulintherapie beschrieben.
4 Diabetes in der Schule: Der Fokus liegt auf der Schulfähigkeit, der Hypoglykämie-Gefahr sowie den Verpflichtungen und Handlungsmöglichkeiten des Lehrpersonals im Schulalltag.
5 „School nursing“: Hier wird das internationale Konzept der Schulkrankenschwester vorgestellt und auf seine Übertragbarkeit auf deutsche Verhältnisse geprüft.
6 Fragestellung und Hypothesenbildung: Dieses Kapitel formuliert die Forschungsfragen zur Untersuchung des Kenntnisstandes und Informationsbedarfs von Lehrkräften.
7 Methodik: Es wird das Vorgehen der empirischen Untersuchung erläutert, inklusive der Beschreibung der Stichprobe und des Fragebogen-Aufbaus.
8 Ergebnisdarstellung: Die erhobenen Daten aus 150 Fragebögen werden deskriptiv und mittels statistischer Tests (Chi-Quadrat, Odds Ratio) ausgewertet.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch hinterfragt und mit der theoretischen Literatur abgeglichen.
10 Zusammenfassung und Ausblick: Eine abschließende Synthese der Ergebnisse sowie Empfehlungen für eine bessere medizinische Integration in den Schulalltag.
Diabetes mellitus Typ 1, Schule, Lehrer, Schulfähigkeit, Hypoglykämie, Notfallmanagement, School Nurse, Gesundheitsförderung, Inklusion, pädagogische Verantwortung, Aufklärungsbedarf, Insulintherapie, Schülergesundheit, chronische Erkrankung, Lehrerfortbildung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Kenntnisstand von Lehrkräften über Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, inwiefern eine Unterstützung im Schulalltag erforderlich ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Differenzierung der Diabetes-Typen, den therapeutischen Anforderungen im Schulalltag, der rechtlichen Absicherung von Lehrkräften sowie dem Bedarf an Aufklärung.
Das Ziel ist die empirische Analyse des Wissensstandes von Lehrern sowie die Identifikation von Bedürfnissen bezüglich einer besseren medizinischen Begleitung der Schüler.
Es wurde eine empirische Befragung von 150 Lehrkräften an 16 Regelschulen im Herbst 2007 mittels standardisierter Fragebögen durchgeführt und mit dem Statistikprogramm SPSS ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Diabetes, Therapie, Schule, School Nursing) und den empirischen Teil (Fragestellung, Methodik, Ergebnisdarstellung, Diskussion).
Diabetes mellitus Typ 1, School Nurse, Regelschule, Aufklärungsbedarf, Schulfähigkeit, Unterzuckerung und Lehrerkompetenz.
Die Ergebnisse zeigen, dass viele Lehrer ihren eigenen Wissensstand als mangelhaft einschätzen und eine Unsicherheit bei der Betreuung diabeteskranker Schüler besteht.
Die Mehrheit der befragten Lehrkräfte hält den Einsatz einer fachkundigen Person an der Schule für sinnvoll, um den wachsenden medizinischen Anforderungen im Schulalltag zu begegnen.
Obwohl viele Lehrer Traubenzucker als korrektes Mittel identifizieren, nennen viele auch falsche Maßnahmen (z.B. Insulin spritzen oder Schokolade geben), was auf dringenden Aufklärungsbedarf hinweist.
Die Studie konnte keine signifikant besseren Kenntnisse bei Grundschullehrern nachweisen, obwohl aufgrund des engeren Kontakts zu den Schülern ein solcher theoretischer Vorteil vermutet wurde.
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