Diplomarbeit, 2009
64 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 Grundlagen und Ausgangsituation
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN
2.1 Der Automobilmarkt in Deutschland
2.1.1 Automobilwirtschaftliche Finanzdienstleistungen
2.1.2 Zuordnung der automobilen FDL im Rahmen des Marketings
3 DER MARKT AUTOMOBILER FINANZDIENSTLEISTUNGEN
3.1 Anbieterstruktur
3.1.1 Herstellerbanken (sogenannte Captives)
3.1.2 Freie Autobanken (Non-Captives)
3.1.3 Sonstige Kreditinstitute (Hausbanken)
3.1.4 Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobil Branche (AKA)
3.2 Produktstruktur
3.2.1 Finanzierung
3.2.1.1 Klassische Formen (Standardfinanzierung)
3.2.1.2 Moderne Formen (Ziel- oder Ballonratenfinanzierung)
3.2.2 Leasing
3.2.2.1 Vollamortisationsverträge
3.2.2.2 Teilamortisationsverträge
3.2.2.2.1 Restwertverträge
3.2.2.2.2 Kilometerverträge
3.2.2.2.3 „All inklusive Verträge“ und Flottenverträge
3.3 Nachfragestruktur
3.3.1 Private Nachfrager
3.3.2 Gewerbliche Nachfrager
3.3.3 Retailsegment
3.3.4 Flottensegment
3.4 Historische Entwicklung und heutige Bedeutung
3.5 Trends im Markt für automobile Finanzdienstleistungen
4 BEDEUTUNG FÜR KUNDE UND HANDEL
4.1 Bedeutung für den Handel
4.1.1 Instrument zur Kundengewinnung
4.1.2 Erhöhung der Kaufsumme pro Kunde (Selling Up)
4.1.3 Verkürzung der Haltedauer (schnellerer Wiederkaufszyklus)
4.1.4 Höhere Kundenbindung
4.1.5 Zusätzliche Erträge aus Finanzdienstleitungen
4.1.6 Motivationssteigerung der Verkäufer durch Provisionsleistungen der Banken und Incentives
4.1.7 Höhere Werkstattauslastung
4.2 Bedeutung für den Kunden
4.2.1 Ermöglicht grundsätzlich erst die Anschaffung
4.2.2 Ermöglicht höherpreisige Anschaffung
4.2.3 Schonung der Liquidität , steuerliche Vorteile und Bilanzneutralität
4.2.4 “Pay as you use“ Prinzip (nutzen statt besitzen)
4.2.5 Immer ein aktuelles Modell
5 KUNDENINTERVIEWS
5.1 Durchführung der Interviews
5.2 Auswertung der Kundeninterviews
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
6.1 Zusammenfassung
6.2 Handlungsoptionen und Forderungen
6.3 Fazit
Die Arbeit untersucht die aktuelle Bedeutung und Marktstruktur von Finanzdienstleistungen im Automobilsektor, um den Nutzen für Händler (insb. Kundenbindung, Ertragsgenerierung) und Kunden zu analysieren. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, inwieweit Leasing und Finanzierung als strategisches Instrument zur Absatzförderung und zur Entwicklung vom klassischen Autohaus zum modernen Mobilitätsdienstleister fungieren.
3.1.1 Herstellerbanken (sogenannte Captives)
Als Captive oder industrielle Finanzdienstleister werden Banken bezeichnet, die in der Regel 100%ige Tochtergesellschaften der Hersteller oder Importeure sind. Die Einbindung in die jeweilige Unternehmensstrategie ist sehr eng. Sie sollen schwerpunktmäßig den Absatz der markeneigenen Neuwagen unterstützen und sind für die Vertragshändler ein wichtiger Partner hinsichtlich der Einkaufs- und Bestandsfinanzierung. Beim Thema Leasing sind die Captives besonders stark im Neuwagenbereich tätig, zu nennen wären hier z. B. BMW-Financial-Services und VW Financial Services. Im Gebrauchtwagenbereich spielt das Leasing (noch) eine untergeordnete Rolle. Die typischen Vertriebswege dieser Banken sind in der Regel werkseigene Niederlassungen oder der jeweilige Vertragshandel (vgl. Diez/Bühler 2006, S. 19).
Den Captives kommt eine große Bedeutung zu, beispielsweise wurden im Jahr 1998 über 35 % der Neuzulassungen über einen Captive geleast oder finanziert. Im Bereich der Lagerwagenfinanzierung des Handels sind die Anteile oftmals noch höher. Die BMW Bank hat z. B. im gleichen Jahr rund 60 % der Neufahrzeuge und 30 % der Gebrauchtfahrzeuge der BMW-Handelsorganisation finanziert. Als Vorteil der Captives ist neben längeren Öffnungszeiten vor allem die gesamte Angebotserstellung aus einer Hand mit maßgeschneiderten Finanzdienstleistungen zu nennen (vgl. Lorenz 2001, S. 49).
Die Captives verfügen mit der jeweiligen Handelsorganisation über einen recht großen und kundennahen Absatzweg. Die Händler sind zwar, zumindest formell, nicht gezwungen mit den Captives zusammenzuarbeiten. Die meisten Vertragshändler entscheiden sich jedoch für eine Zusammenarbeit, da diese auch andere Vorteile bringen kann, z. B. im Bereich der Einkaufsfinanzierung. Zudem sind die Konditionen im Neuwagengeschäft oftmals unschlagbar. Die herstellergebundenen Banken profitieren von dem besonderen Know-how im Fahrzeuggeschäft und dem positiven Image ihrer Hersteller (vgl. Dietz 2006, S. 172).
1 EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage des Automobilmarktes, der Zielsetzung der Arbeit sowie der methodischen Vorgehensweise.
2 DEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN: Quantitative und qualitative Einordnung des deutschen Automobilmarktes sowie Definition und marketingtheoretische Verortung von Finanzdienstleistungen.
3 DER MARKT AUTOMOBILER FINANZDIENSTLEISTUNGEN: Analyse der Anbieterstruktur (Captives, Non-Captives, Hausbanken), der Produktstruktur (Finanzierung vs. Leasing) und der Nachfragestruktur.
4 BEDEUTUNG FÜR KUNDE UND HANDEL: Detaillierte Untersuchung der Vorteile für den Handel (Ertrag, Kundenbindung) sowie für Kunden (Anschaffung, Liquidität, Flexibilität).
5 KUNDENINTERVIEWS: Vorstellung der Durchführung und detaillierte Auswertung der Ergebnisse einer empirischen Kundenbefragung zur Finanzierungspraxis.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse, Ableitung von Handlungsoptionen für Autohäuser und abschließendes Fazit.
Automobilwirtschaft, Finanzdienstleistungen, Leasing, Autofinanzierung, Captives, Non-Captives, Kundenbindung, Absatzförderung, Herstellerbanken, Restwertrisiko, Full-Service-Leasing, Mobilitätsdienstleister, Provisionszahlungen, Kundeninterviews, Nutzungsverhalten.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Bedeutung von Finanzdienstleistungen (FDL) im Kfz-Vertrieb. Sie untersucht, welchen Nutzen Händler und Kunden aus Modellen wie Leasing und Finanzierung ziehen.
Die zentralen Themen umfassen die Anbieterstruktur (Hersteller- vs. freie Banken), die Produktpalette, die Markttrends und die messbaren Vorteile für den Handel sowie die Anforderungen der Kunden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Finanzdienstleistungen als Absatzinstrument fungieren und wie sie zur Stärkung der Kundenbindung sowie zur Ertragssteigerung im Fahrzeughandel beitragen können.
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literaturrecherche mit einer empirischen Untersuchung in Form einer anonymen Online-Kundenbefragung, um theoretische Erkenntnisse zu validieren.
Der Hauptteil analysiert die Marktstruktur, erläutert die verschiedenen Finanzierungsprodukte und stellt die strategische Relevanz von FDL für Händler sowie deren Vorteile für Endkunden im Detail dar.
Zu den prägenden Begriffen gehören Automobilwirtschaft, Kundenbindung, Leasing, Absatzfinanzierung, Captives, Non-Captives, Ertragsmaximierung und Mobilitätsdienstleistungen.
Es spiegelt den gesellschaftlichen Trend wider, bei dem Kunden zunehmend weniger Wert auf Eigentum am Fahrzeug legen und stattdessen lediglich die Nutzung und Planbarkeit der Kosten über die Laufzeit in den Vordergrund stellen.
Herstellerbanken sind eng in die Markenstrategie eingebunden und bieten oft subventionierte Konditionen zur Absatzförderung, während freie Banken eher als alternative Finanzierer auftreten und Cross-Selling-Potenziale nutzen.
Durch die Koppelung von Finanzprodukten mit Servicebausteinen (z.B. Full-Service-Leasing oder Flatrates) wird der Kunde stärker an den Markenbetrieb gebunden, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Wartungs- und Reparaturarbeiten dort durchgeführt werden.
Der Handel muss die Professionalität in der Finanzberatung steigern und durch stetige Weiterbildung sicherstellen, dass die Verkäufer die FDL-Produkte kompetent vermitteln, um im Wettbewerbsumfeld bestehen zu können.
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