Magisterarbeit, 2006
118 Seiten, Note: 1,7
1. Ausgangssituation
1.1. Das Hochschulsystem der DDR am Ende der 1980er Jahre
1.2. Die Universitäten und Hochschulen in den drei Nordbezirken der DDR
1.3. Die Hochschulen der Nordbezirke im Einigungsprozess 1989/1990
1.3.1. Der Umbruch im Norden der DDR
1.3.2. Die demokratische Selbsterneuerung der Universitäten und Hochschulen
1.3.3. Die Anfänge der strukturellen Erneuerung
1.3.4. Die hochschulrechtlichen Rahmenbedingungen im Einigungsprozess
2. Die Hochschulpolitik während der CDU/F.D.P.-Koalition 1990 bis 1994
2.1. Allgemeine politische und finanzielle Rahmenbedingungen
2.2. Das Hochschulrecht in Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis 1994
2.2.1. Das Hochschulerneuerungsgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern
2.2.2. Das Landeshochschulgesetz (LHG) vom 9. Februar 1994
2.3. Die Entwicklung der Hochschullandschaft von 1990 bis 1994
2.4. Die Veränderungen der Hochschulstrukturen von 1990 bis 1994
3. Die Hochschulpolitik während der Großen Koalition 1994 bis 1998
3.1. Allgemeine politische und finanzielle Rahmenbedingungen
3.2. Die Debatten um die „allgemeinen“ Strukturveränderungen
3.3. Die parlamentarischen Debatten „spezifischer“ Strukturveränderungen
4. Die Hochschulpolitik während der Rot-Roten Koalition 1998 bis 2006
4.1. Allgemeine politische und finanzielle Rahmenbedingungen
4.2. Der Streit um den Studiengang Zahnmedizin der Universität Rostock
4.3. Das Landeshochschulgesetz vom 5. Juli 2002
4.4. Die Hochschulentwicklung und Hochschulplanung seit 2002
5. Kontinuität und Wandel in der Hochschulpolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern – ein Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zeitgeschichtliche Entwicklung der Hochschulpolitik im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1990 und 2006. Dabei wird analysiert, inwieweit Kontinuitäten und Diskontinuitäten innerhalb der Hochschulpolitik erkennbar sind, insbesondere unter dem Einfluss dreier verschiedener Regierungskoalitionen und wechselnder politischer Rahmenbedingungen.
1.1. Das Hochschulsystem der DDR Ende der 1980er Jahre
Die Universitäten und Hochschulen der DDR waren „die höchsten staatlichen Bildungsstätten des Volkes im einheitlichen sozialistischen Bildungssystem.“ Sie bildeten neben den Fach- und Ingenieurschulen, die „die von den verschiedenen Wirtschaftsbereichen benötigten mittleren technischen, agrarwissenschaftlichen und ökonomischen Fach- und Führungskräfte“ ausbilden sollten, die zweite tragende Säule im tertiären Bereich des Bildungssystems der DDR. Die Hochschulen hatten die Aufgabe „hochqualifizierte Fachkräfte mit festem sozialistischen Klassenbewußtsein zu erziehen, aus- und weiterzubilden, die auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus in fester Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei fähig und bereit sind, in sozialistischer Gemeinschaftsarbeit Pionier- und Spitzenleistungen zu vollbringen und Kollektive sozialistischer Werktätiger zu leiten.“
Für die zentrale staatliche und einheitliche Leitung und Planung des Hochschulwesens, das 1989 70 Universitäten und Hochschulen umfasste, war das Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen verantwortlich. Allerdings unterstanden diesem nur 29 Hochschulen unmittelbar. Die anderen 41 Hochschulen waren dem Verantwortungsbereich anderer Ministerien oder Staatsorgane zugeordnet und befanden sich somit, wie Gertraude Buck-Bechler schreibt, in einem „doppelten Aufsichtsverhältnis zu übergeordneten zentralen Staatsorganen.“ Der Zustand des Hochschulsystems der DDR Ende der 1980er Jahre basierte auf den Bestimmungen der Dritten Hochschulreform.
1. Ausgangssituation: Das Kapitel beschreibt den zentralistisch gelenkten Zustand der Hochschulen in der DDR Ende der 1980er Jahre, geprägt durch ideologische Vorgaben, mangelnde Autonomie und eine auf Bedarf ausgerichtete staatliche Steuerung.
2. Die Hochschulpolitik während der CDU/F.D.P.-Koalition 1990 bis 1994: Dieser Abschnitt analysiert die erste Phase nach der Wiedervereinigung, die durch den Aufbau neuer hochschulrechtlicher Grundlagen und die tiefgreifende Umgestaltung der Hochschullandschaft unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen gekennzeichnet war.
3. Die Hochschulpolitik während der Großen Koalition 1994 bis 1998: Das Kapitel thematisiert die Fortsetzung der Strukturreformen sowie die parlamentarischen Debatten über Sparmaßnahmen und die kontroverse Hochschulplanung in der zweiten Wahlperiode.
4. Die Hochschulpolitik während der Rot-Roten Koalition 1998 bis 2006: Der Fokus liegt hier auf den hochschulpolitischen Entwicklungen unter der rot-roten Landesregierung, insbesondere den Auseinandersetzungen um die Zahnmedizin in Rostock sowie dem Landeshochschulgesetz von 2002.
5. Kontinuität und Wandel in der Hochschulpolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern – ein Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Beständigkeit sowie die Brüche in der landesweiten Hochschulpolitik über den gesamten Zeitraum von 16 Jahren.
Hochschulpolitik, Mecklenburg-Vorpommern, DDR, Hochschulsystem, Wiedervereinigung, Strukturwandel, Landeshochschulgesetz, Hochschulerneuerung, Wissenschaftsrat, Personalausstattung, Finanzierung, Studienplätze, Zahnmedizin, Hochschulautonomie, Koalitionspolitik
Die Arbeit analysiert die hochschulpolitische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern von der Wende 1990 bis zum Jahr 2006, wobei sie sich auf die Perspektive staatlicher Akteure konzentriert.
Die Schwerpunkte bilden das Hochschulrecht, die Hochschullandschaft, die strukturelle Organisation der Hochschulen sowie – als vierter Bereich – die hochschulmedizinischen Entwicklungen.
Ziel ist es zu ergründen, ob in der Hochschulpolitik Mecklenburg-Vorpommerns über die 16 Jahre hinweg Kontinuität herrschte oder ob gravierende Brüche zwischen den verschiedenen Regierungskoalitionen zu verzeichnen waren.
Die Untersuchung basiert auf einer historisch-politischen Analyse, unter Auswertung von Landtagsdokumenten, Gesetzen, Verordnungen, Regierungsberichten, Wahlprogrammen und zeitgenössischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich entlang der Regierungskoalitionen: von der CDU/F.D.P.-Koalition (1990-1994) über die Große Koalition (1994-1998) bis hin zur Rot-Roten Koalition (1998-2006).
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Hochschulreform, Transformationsprozess, Landeshochschulgesetz, politische Steuerung und dem Spannungsfeld zwischen Sparzwängen und Autonomieanspruch beschreiben.
Der Wissenschaftsrat agierte als beratende Instanz bei der Neugestaltung und Evaluierung der Hochschulstrukturen, wobei seine Empfehlungen nicht immer deckungsgleich mit den landespolitischen Umsetzungsplänen waren.
Die Zahnmedizin wurde zum Symbol für den Konflikt zwischen den hochschulpolitischen Sparvorgaben der Landesregierung, den Empfehlungen des Wissenschaftsrates und dem Widerstand vor Ort, der sich in Form von Volksinitiativen und juristischen Klagen manifestierte.
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