Bachelorarbeit, 2009
45 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. André Gide: vers l’engagement
1.1 Zur Bedeutung moralischer, sozialer und politischer Fragen bei André Gide vor 1931
1.2 Die Hinwendung zu sozialen Themen
2. Engagement 1932-1936: Antifaschismus, Kommunismus und die Verteidigung der Kultur
2.1 André Gide auf politisierten Bühnen: das kommunistische Credo und seine Folgen
2.2 Apologet der Sowjetunion
3. Konstituenten des Gideschen Kommunismus
3.1 Die Synthese aus Kommunismus und Individualismus
3.2 Das gescheiterte Christentum
4. Zeugnisse eines Apostaten: Retour de l’U.R.S.S. und Retouches à mon Retour de l’U.R.S.S.
4.1 Zweifel vor der Reise in die Sowjetunion
4.2 Rahmenbedingungen der Reise in die Sowjetunion
4.3 Zentrale Kritik in Retour und Retouches und Interpretation
4.3.1 Soziale Ungleichheit und Armut
4.3.2 Konformismus
Die Arbeit analysiert den Prozess der Hin- und Abwendung des Schriftstellers André Gide zum Kommunismus in den Jahren 1931 bis 1937. Dabei wird untersucht, welche Diskrepanzen zwischen Gides idealistischen Vorstellungen einer klassenlosen Gesellschaft und der von ihm wahrgenommenen sowjetischen Realität zu seinem Bruch mit dem Kommunismus führten.
4.3.2 Konformismus
Je crois que l’on étonnerait beaucoup de jeunes soviétiques, et qu’ils protesteraient, si l’on venait leur dire qu’ils ne pensent pas librement. (Retour, S.86)
Die Unterwerfung menschlichen Denkens und Urteilens unter die Doktrin einer Parteilinie und die damit verlorengehende Fähigkeit der Selbstreflexion eines Individuums, führt nach Gide zu einer Form von Kritiklosigkeit und geistiger Unfreiheit welche nicht nur die Kultur Russlands, sondern auch seine persönlichen Ideale der Revolution in höchste Gefahr bringt. Diese Unterwerfung manifestiert sich für Gide in der gleichgeschalteten öffentlichen Meinung, in der strengen Reglementierung der Kulturproduktion, im unzureichenden Bildungsstand der Menschen, und im Verbot, Kritik und Meinung frei zu äußern. Sie ist das Produkt einer erzwungenen und omnipräsenten Übereinstimmung der Meinung innerhalb aller Bereiche der Gesellschaft, in Retour und Retouches bezeichnet Gide dies als „conformisme“.
Einleitung: Umriss der Arbeit, die die Hin- und Abwendung Gides zum Kommunismus im Zeitraum 1931-1937 thematisiert.
1. André Gide: vers l’engagement: Darstellung von Gides Werdegang und seiner frühen Einstellung zu sozialen und politischen Fragen vor 1931.
2. Engagement 1932-1936: Antifaschismus, Kommunismus und die Verteidigung der Kultur: Analyse von Gides politischem Wirken auf Kongressen und seine Verteidigung der Sowjetunion.
3. Konstituenten des Gideschen Kommunismus: Untersuchung der unpolitischen, moralischen Gründe für Gides Hinwendung zum Kommunismus und dessen Synthese mit dem Individualismus.
4. Zeugnisse eines Apostaten: Retour de l’U.R.S.S. und Retouches à mon Retour de l’U.R.S.S.: Systematische Analyse der durch Gide in seinen Russlandbüchern formulierten Kritik an den sowjetischen Verhältnissen.
André Gide, Kommunismus, Sowjetunion, Antifaschismus, Individualismus, Konformismus, Retour de l’U.R.S.S., Literatur, politische Ideologie, soziale Ungleichheit, Stalinismus, Reiseberichte, Intellektuelle, Kulturpolitik, Selbstreflexion.
Die Arbeit untersucht den Prozess der Hin- und Abwendung des französischen Schriftstellers André Gide zum Kommunismus in den Jahren 1931 bis 1937.
Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Individualismus und Kommunismus, die Bedeutung des Antifaschismus sowie die Kritik an Konformismus und sozioökonomischer Armut in der Sowjetunion.
Das Ziel ist es, Gides individuelle Diskrepanz zwischen seiner Wunschgesellschaft und der wahrgenommenen sowjetischen Realität transparent zu machen, um seine spezifische Konzeption des Kommunismus zu verstehen.
Es erfolgt eine textanalytische Untersuchung von Gides Reiseberichten und Tagebuchaufzeichnungen unter Einbeziehung des historischen und politischen Kontexts der 1930er Jahre.
Der Hauptteil beleuchtet Gides öffentliches Engagement, die theoretischen Konstituenten seiner politischen Gesinnung sowie die detaillierte Kritik in seinen Russlandbüchern.
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Individualismus, Konformismus, Sowjetunion, Antifaschismus und das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und politischem Engagement.
Gide kritisierte die Unterdrückung der individuellen Freiheit, die materielle Armut des Volkes bei gleichzeitigem Privilegienreichtum der Bürokratie sowie den erzwungenen Konformismus, der den freien Geist unterdrückte.
Für Gide war das Christentum in Frankreich aufgrund der kirchlichen Institutionen gescheitert; er suchte in der Idee des Kommunismus eine säkulare, aber ethisch motivierte Alternative zur Hilfe für Unterdrückte.
Während die Kritik in "Retour" noch behutsamer und von Lob umrahmt war, erfolgte sie in "Retouches" direkter, faktenbasierter und schärfer, auch als Reaktion auf die Kritik, die er für sein erstes Buch erhalten hatte.
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