Diplomarbeit, 2007
65 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung und Aufbau der Arbeit
2 Der traditionelle Ansatz des Brain Drains
2.1 Definitionen und Begriffsabgrenzungen
2.2 Ursachen des Brain Drains
2.3 Negative Auswirkungen des Brain Drains auf die Entwicklungsländer
3 Die neueren Ansätze des Brain Drains
3.1 Mögliche Chancen des Brain Drains für Entwicklungsländer
3.2 Theorien des Brain Gains
3.2.1 Rücküberweisungen
3.2.2 Humankapitalinvestition
3.2.3 Remigration
3.2.4 Diasporagemeinden
3.3 Kritische Betrachtung und Erkenntnisse aus den Theorien
4 Empirische Untersuchung der Auswirkungen des Brain Drains auf die Entwicklungsländer
4.1 Auswahl der Studien und Datenbasis
4.2 Inhaltliche Vorstellung der Studien
4.3 Kritische Betrachtung der Studien
5 Zusammenfassung und Ausblick
A Anhang
A.1 Tabellen der Studie von Beine/Docquier/Rapoport (2006)
A.2 Tabellen der Studie von Groizard/Llull (2006)
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte (Brain Drain) aus Entwicklungsländern. Das primäre Ziel ist es, die einseitige Sichtweise des Brain Drains als rein negatives Phänomen zu hinterfragen und zu analysieren, unter welchen Bedingungen die Abwanderung durch Mechanismen wie Rücküberweisungen oder Humankapitalakkumulation in einen "Brain Gain" für die Herkunftsländer umgewandelt werden kann.
2.2 Ursachen des Brain Drains
Die sicherlich berechtigte Kritik an der Abwanderung und die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung der Herkunftsländer der Migranten wirft die Frage auf, was die hochqualifizierten Arbeitskräfte dazu veranlasst, ihr Heimatland zu verlassen und somit ihr Humankapital den Industrieländern zur Verfügung zu stellen. Das folgende Kapitel widmet sich der Erörterung möglicher Ursachen und Anreize, die anhand der Migrationstheorie veranschaulicht werden. Diese kann in die Distanztheorie, den Probabilistischen Ansatz und den Push- und Pull-Ansatz unterteilt werden.
Im Fokus der Distanztheorie liegen die räumlichen Faktoren, die eine Entscheidung zu emigrieren beeinflussen können. Entfernungen und Distanzen für die internationale Migration der Hochqualifizierten jedoch nicht von zentraler Bedeutung sind, kann dieser Theorieansatz zur Analyse der Ursachen des Brain Drains vernachlässigt werden.
Der Probabilistische Ansatz zieht die mathematische Wahrscheinlichkeitstheorie heran, um die Migrationsströme zu beleuchten. Dabei stehen besonders die Simulationsmodelle im Vordergrund. Da für diese Ansätze eine empirische Schätzung für die einzelnen Variablen und damit ein hoher Anspruch bezüglich des Datenmaterials notwendig ist, ist dieser Ansatz zur Klärung der Ursachen bislang für die Abwanderung der Hochqualifizierten nicht weit verbreitet.
Im Zentrum dieser Arbeit steht der Push- und Pull-Ansatz von Galinski (1986), der die Ursachen der Migration aus mikroökonomischer Sicht beleuchtet und klassifiziert. Zum einen bildet dieser die Grundlage weiterer Theorien, zum anderen wird er häufig zur Erklärung von Migrationsbewegungen im Allgemeinen und speziell zur Erklärung der Brain Drains herangezogen.
Die Push- Faktoren sind die abstoßenden Kräfte des Herkunftslandes. Sie sind Auslöser dafür, dass Menschen ihre Heimat verlassen, weil sie unter bestimmten Rahmenbedingungen in ihrem Heimatland, bspw. den politischen oder ökonomischen Gegebenheiten, nicht mehr Land leben wollen. Dagegen sind die Pull- Faktoren die anziehenden Kräfte des Ziellandes. Sie offerieren den Migranten bestimmte Umstände, die sie in besonderem Maße ansprechen. Eine Unterteilung dieser Push- und Pull- Faktoren erfolgt gemeinhin in ökonomische, kulturelle und intellektuelle, sowie in soziale und politische Ursachen des Brain Drains.
1 Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Thematik der hochqualifizierten Migration und Definition des Untersuchungsrahmens dieser Arbeit.
2 Der traditionelle Ansatz des Brain Drains: Darstellung der klassischen ökonomischen Sichtweise, die den Brain Drain als Verlust von Humankapital und Wachstumshemmnis für Entwicklungsländer bewertet.
3 Die neueren Ansätze des Brain Drains: Untersuchung alternativer theoretischer Erklärungsmodelle, die positive Rückkopplungseffekte für die Entsendereländer (Brain Gain) thematisieren.
4 Empirische Untersuchung der Auswirkungen des Brain Drains auf die Entwicklungsländer: Analyse und Vergleich ausgewählter aktueller empirischer Studien, um die theoretischen Hypothesen an der Realität zu prüfen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse und Diskussion möglicher migrationspolitischer Handlungsempfehlungen zur Förderung eines Brain Gains.
Brain Drain, Brain Gain, Migration, Hochqualifizierte, Entwicklungsländer, Rücküberweisungen, Humankapital, Humankapitalinvestition, Remigration, Diasporagemeinden, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Wirtschaftswachstum, Migrationspolitik, Arbeitsmarkt
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Konsequenzen der Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte aus Entwicklungsländern und bewertet, ob dieser Prozess langfristig zu negativen Folgen führt oder unter bestimmten Bedingungen positive Effekte auslöst.
Die Arbeit behandelt die Ursachen der Migration, die Auswirkungen auf das Humankapital der Herkunftsländer, die Rolle von Rücküberweisungen und die Bedeutung von Netzwerken und Diasporagemeinden für die wirtschaftliche Entwicklung.
Ziel ist es, zu ermitteln, ob der "Brain Drain" zwingend eine negative Entwicklung darstellt oder ob Mechanismen existieren, die eine Umwandlung in einen "Brain Gain" (einen Wissens- und Kapitalgewinn für die Heimat) ermöglichen.
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende theoretische Literaturanalyse mit der Auswertung aktueller empirischer Studien, insbesondere jener von Beine/Docquier/Rapoport und Groizard/Llull.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er beginnt mit dem traditionellen theoretischen Rahmen, stellt dann moderne Theorien (wie Remigration und Humankapitaltheorie) vor und schließt mit einer kritischen empirischen Überprüfung dieser Theorien ab.
Zentrale Begriffe sind neben Brain Drain und Brain Gain vor allem die Migration von Hochqualifizierten, Humankapitalinvestitionen, Rücküberweisungen und die ökonomische Entwicklung.
Die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen; während der traditionelle Ansatz von einem reinen Verlust ausgeht, deuten moderne empirische Modelle darauf hin, dass die Auswirkungen stark von der jeweiligen länderspezifischen Situation und dem Migrationsniveau abhängen.
Sie ist entscheidend, da sie aufzeigt, dass die bloße Möglichkeit der Auswanderung bereits Anreize für die Bevölkerung im Heimatland schaffen kann, selbst in Bildung zu investieren, was zu einem Anstieg des Humankapitalbestands führen kann.
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