Bachelorarbeit, 2009
19 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Die Theorie von Coseriu
2.1 Coserius Auffassung von Sprache
2.1.1 Rede/Norm/System
2.1.2 Norm/System/Typus
2.2 Das Problem des Sprachwandels
2.3 Faktoren von Sprachwandel
3. Eine kritische Betrachtung der Thesen Coserius
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachwandeltheorie von Eugenio Coseriu und analysiert, in welchem Spannungsfeld sich sprachlicher Wandel vollzieht und inwiefern Coserius theoretisches Modell selbst einem Wandel unterliegt.
2.1.1 Rede/Norm/System
Um die Gesamtheit einer Sprache zu typisieren, benutzt COSERIU zunächst die Hierarchie Rede/Norm/System und untermauert sie mit praktischen Beispielen aus den romanischen Sprachen. Nachfolgend werde ich zuerst die einzelnen Ebenen im Sinne COSERIUS definieren, um dann ihre Relationen in der von ihm aufgestellten Hierarchie zu beleuchten.
Im Gegensatz zur parole von SAUSSURE, sieht COSERIU in seinem Typus Rede nicht nur die konkrete Sprechtätigkeit des Individuums. Er stellt SAUSSURES Dichotomie aufgrund dessen paradoxer Abgrenzung der parole zur langue daher in Frage:
„Doch wäre dem so und existierte jener Graben zwischen Gesellschaft und Einzelnem, wie könnte dann der enge, von Saussure selbst beschworene Zusammenhang von langue und parole noch bewahrt bleiben? Wie könnte dann der Einzelne das soziale System noch verwirklichen?“ (COSERIU 1975: 51)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Sprachwandels ein und steckt den Rahmen der Arbeit ab, die Coserius Theorie unter dem Aspekt der kulturwissenschaftlichen Betrachtung untersucht.
2. Die Theorie von Coseriu: Dieses Kapitel erläutert die sprachwissenschaftlichen Grundpfeiler von Coseriu, insbesondere seine Typologie in Form der Hierarchien Rede/Norm/System sowie Norm/System/Typus.
3. Eine kritische Betrachtung der Thesen Coserius: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Theorie, wobei insbesondere der Übergang von der schöpferischen Sprechtätigkeit zur Anwendung erlernter Technik und die Abgrenzung zu Saussure problematisiert werden.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Coserius Werk durch die Einbettung des Sprachwandels als existenziellen Bestandteil eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Sprachentwicklung ermöglicht.
Sprachwandel, Eugenio Coseriu, Rede, Norm, System, Typus, Sprachwissenschaft, Ferdinand de Saussure, Wilhelm von Humboldt, Sprachtypologie, Sprachperformanz, Sprachphilosophie, Sprachgemeinschaft, Synchronie, Diachronie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sprachwandeltheorie von Eugenio Coseriu und untersucht, wie Sprachwandel innerhalb einer Sprache theoretisch begründet und eingeordnet wird.
Zentrale Themen sind die Hierarchien der Sprache, die Unterscheidung von Sprechtätigkeit und Sprachsystem sowie die Faktoren, die Sprachwandel begünstigen oder hemmen.
Das Ziel ist es, das Spannungsfeld des Sprachwandels anhand von Coserius Theorie zu bestimmen und zu hinterfragen, inwiefern seine eigene Theorie im Laufe der Zeit Wandlungen unterlag.
Der Autor nutzt eine methodische Analyse der sprachwissenschaftlichen und -philosophischen Schriften von Eugenio Coseriu, ergänzt durch einen Vergleich mit Ansätzen von Ferdinand de Saussure und Wilhelm von Humboldt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Typologie von Coseriu (Rede/Norm/System und Norm/System/Typus) sowie die systematischen und außersystematischen Faktoren des Sprachwandels.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sprachwandel, Typologie, Sprachnorm, das System der Sprache sowie die theoretische Abgrenzung zwischen Individuum und sozialem System.
Während die Rede die konkrete, individuelle Sprechtätigkeit umfasst, repräsentiert die Norm ein konventionelles Regelwerk, das der Vereinfachung der Kommunikation dient und eine Brücke zwischen Individuum und System schlägt.
Coseriu betrachtet Wandel als immanentes Merkmal einer Sprache; die Ursache ist für ihn nicht ein äußeres Ereignis, sondern die Natur der Sprache als ständig in Entwicklung begriffenes Kulturobjekt.
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