Diplomarbeit, 2002
69 Seiten, Note: 1,3
1. Das Preisbindungsverbot im Zentrum der wissenschaftlichen Diskussion und seine Rolle als Einflussfaktor der unternehmerischen Innovationsbereitschaft
1.1 Einführung in die Problemstellung
1.2 Ziele und Gang der Untersuchung
2. Grundlagen der Untersuchung
2.1 Die gesetzlichen Grundlagen des Preisbindungsverbotes
2.1.1 Das Preisbindungsverbot im aktuell geltenden Recht
2.1.2 Historie der gesetzlichen Regelungen zur Preisbindung
2.1.3 Die Funktionen des Wettbewerbs und seine Stellung im GWB
2.1.4 Die Schutzgegenstände des § 14 GWB
2.1.5 Interbrand- und intrabrand-Wettbewerb in der Theorie der Chicago School
2.2 Der Innovationsprozess im neoklassischen Wettbewerbskonzept
2.3 Innovationen im Unternehmen
2.3.1 Die Definition von Innovationen
2.3.2 Phasen und besondere Probleme bei Innovationen
2.3.3 Bestimmungsfaktoren der Innovationsbereitschaft von Unternehmen
2.4 Die mittelständischen Unternehmen (mU)
2.4.1 Die Definition des Mittelstandes
2.4.2 Spezifika mittelständischer Unternehmen in Bezug auf die Innovationstätigkeit
2.4.3 Die besondere Berücksichtigung der mittelständischen Unternehmen im GWB
3. Die Auswirkungen des Preisbindungsverbotes auf die Innovationsbereitschaft von Herstellern
3.1 Positive Auswirkungen auf die Innovationsbereitschaft von Herstellern
3.1.1 Erhöhung des Wettbewerbdrucks wegen Vermeidung überhöhter Rentenbildung auf Herstellerebene
3.1.1.1 Darstellung der These
3.1.1.2 Kritische Würdigung
3.1.2 Nachlassen des Wettbewerbsdrucks auf interbrand-Ebene wegen Unterbindung des intrabrand-Wettbewerbs
3.1.2.1 Darstellung der These
3.1.2.2 Kritische Würdigung
3.1.3 Die Informationsfunktion ungebundener Preise
3.1.3.1 Darstellung der These
3.1.3.2 Kritische Würdigung
3.1.4 Zwischenfazit der positiven Auswirkungen
3.2 Negative Auswirkungen auf die Innovationsbereitschaft von Herstellern
3.2.1 Der mangelnde Einfluss des Herstellers auf die Festsetzung des Endverbraucherpreises
3.2.1.1. Der Preis als Bestandteil der Produkt-Leistungs-Kombination
3.2.1.2 Die Bedeutung des Preises in einer langfristigen Preisstrategie
3.2.1.3 Auswirkungen einer Niedrigpreisstrategie des Handels
3.2.1.3.1 Imageschädigung durch Niedrigpreisstrategie
3.2.1.3.2 Absinken der Preisbereitschaft und Rückwirkungen auf Herstellerabgabepreis
3.2.1.3.3 Rückgang der Verkaufsstellenanzahl wegen verschärftem Preiswettbewerb
3.2.1.4 Kritische Würdigung
3.2.1.5 Zwischenfazit
3.2.2 Negative Auswirkungen durch den mangelnden Einfluss auf die Handelsmarge
3.2.2.1 Die Service-Theorie und die free-rider-Problematik
3.2.2.2 Die Theorie der Qualitätszusicherung
3.2.2.3 Die Theorie des Wettbewerbs um Händler
3.2.2.4 Kritische Würdigung
3.2.2.5 Zwischenfazit
4. Auswirkungen des Preisbindungsverbotes auf die Innovationsbereitschaft im Einzelhandel
4.1 Positive Auswirkungen auf die Innovationsbereitschaft im Einzelhandel
4.1.1 Darstellung der Thesen
4.1.2 Kritische Würdigung
4.2 Negative Auswirkungen auf die Innovationsbereitschaft im Einzelhandel
4.2.1 Darstellung der Thesen
4.2.2 Kritische Würdigung
4.3 Zwischenfazit
5. Die Problematik des Preisbindungsverbotes spezieller Teilbereiche im Zusammenhang mit der Innovationsbereitschaft
5.1 Die Besonderheiten des Buchmarkts
5.1.1 Definition der Verlagserzeugnisse und Eingrenzung
5.1.2 Die Innovationsproblematik des Produktes „Buch“
5.1.3 Die Bedeutung der Informationskosten am Buchmarkt
5.1.4 Kritische Würdigung und empirische Erkenntnisse
5.2 Das Preisbindungsverbot bei Markenartikeln
5.2.1 Die Sonderstellung der Markenartikel im GWB
5.2.2 Die Innovationsproblematik bei Markenartikeln
5.2.3 kritische Würdigung
5.3 Die Auswirkungen des Preisbindungsverbotes bei ungleicher Machtverteilung
5.3.1 Die Übermacht des Handels
5.3.2 kritische Würdigung
5.4 Auswirkungen des Preisbindungsverbotes differenziert nach Produkttypen
5.4.1 Unterschiede einzelner Produkttypen
5.4.2 Kritische Würdigung
5.5 Fazit und Rückschlüsse
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht kritisch die Auswirkungen des Preisbindungsverbotes als staatliches Regulierungsinstrument auf die Innovationsbereitschaft mittelständischer Unternehmen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich der Wegfall vertikaler Preisbindungen auf die strategischen Handlungsspielräume, die Investitionsneigung und das Risikoprofil von Herstellern und Händlern auswirkt.
1.1 Einführung in die Problemstellung
Seit Jahrzehnten steht die Preisbindung und ihr Verbot im Fokus der Erörterungen. Während bei horizontalen Preisabsprachen zwischen Unternehmen derselben Wirtschaftsstufe (Kartelle) weitgehend Einigkeit über ihre wettbewerbsrechtliche Einordnung und Behandlung besteht, stehen sich bei der Beurteilung der vertikalen Preisbindung zwischen Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsstufen äußerst konträre Meinungen gegenüber. Auf der einen Seite wird die Vorteilhaftigkeit ihrer Zulassung, auf der anderen die Notwendigkeit ihres Verbots diskutiert. Im Vordergrund standen dabei meist volkswirtschaftliche Effizienzgesichtspunkte, betriebswirtschaftliche Vor- und Nachteile und die Angemessenheit wettbewerbsrechtlicher Eingriffe und Regelungen.
Die Gegensätzlichkeit der unterschiedlichen Standpunkte spiegelte sich auch in den Änderungen der einschlägigen Vorschriften des deutschen Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) wieder: vor allem das seit 1973 geltende Preisbindungsverbot für Markenartikel und die nach wie vor herrschende Ausnahme der Verlagserzeugnisse von diesem Verbot wurde und wird sowohl aus wirtschaftswissenschaftlicher wie wettbewerbsrechtlicher Sicht kontrovers diskutiert. Einzelaspekte, die auf lange Sicht wirtschaftspolitisch von Bedeutung sein können, wie beispielsweise mögliche Effekte auf die unternehmerische Innovationsbereitschaft, wurden dabei nur am Rande behandelt. Diesen Punkt soll die vorliegende Arbeit insbesondere aus Sicht der mittelständischen Unternehmen näher beleuchten. In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:
- Welche für die Innovationsbereitschaft eines Unternehmens relevanten Faktoren können von einem Preisbindungsverbot beeinflusst werden?
- Welche Rolle spielt dabei der Wettbewerb ?
1. Das Preisbindungsverbot im Zentrum der wissenschaftlichen Diskussion und seine Rolle als Einflussfaktor der unternehmerischen Innovationsbereitschaft: Einleitung in die Themenstellung, Darlegung der Problemrelevanz und Definition der Forschungsfragen.
2. Grundlagen der Untersuchung: Erläuterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen des GWB, der Wettbewerbstheorie und der Spezifika mittelständischer Unternehmen im Kontext von Innovationen.
3. Die Auswirkungen des Preisbindungsverbotes auf die Innovationsbereitschaft von Herstellern: Detaillierte Analyse der positiven und negativen Effekte auf Hersteller, unter Berücksichtigung von Preisstrategien und Handelsbeziehungen.
4. Auswirkungen des Preisbindungsverbotes auf die Innovationsbereitschaft im Einzelhandel: Untersuchung der spezifischen Auswirkungen auf den Handel, insbesondere in Bezug auf Preiswettbewerb und Dienstleistungsangebote.
5. Die Problematik des Preisbindungsverbotes spezieller Teilbereiche im Zusammenhang mit der Innovationsbereitschaft: Vertiefende Analyse von Sonderfällen wie dem Buchmarkt, Markenartikeln und ungleicher Machtverteilung zwischen Akteuren.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Synopse der zentralen Ergebnisse der Arbeit und Identifikation von weiterem Forschungsbedarf.
Preisbindungsverbot, vertikale Preisbindung, Innovationsbereitschaft, GWB, mittelständische Unternehmen, Markenartikel, Buchmarkt, Wettbewerbsdruck, Hersteller, Einzelhandel, Preisstrategie, Handelsspanne, Innovationsprozess, Distributionsdichte, Marktkonzentration
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des staatlich verordneten Preisbindungsverbots auf die Innovationsfähigkeit, insbesondere von mittelständischen Unternehmen.
Im Fokus stehen das Wettbewerbsrecht (GWB), die ökonomischen Theorien des Wettbewerbs, die Innovationsprozesse in Unternehmen sowie die vertikalen Beziehungen zwischen Hersteller und Handel.
Das Ziel ist es, den Einfluss von Preisregulierungen auf die unternehmerische Bereitschaft zu Innovationen zu bestimmen und dabei speziell die Rolle des Mittelstands hervorzuheben.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die bestehende wirtschaftswissenschaftliche Konzepte und kartellrechtliche Diskussionen kritisch auswertet und synthetisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu positiven und negativen Effekten des Preisbindungsverbots für Hersteller und Händler, ergänzt durch vertiefende Fallbetrachtungen spezieller Branchen.
Zentrale Begriffe sind Preisbindungsverbot, Innovationsbereitschaft, GWB, vertikale Preisbindung und Mittelstand.
Die Arbeit diskutiert, dass der Buchmarkt aufgrund hoher Fixkosten und Informationskosten eine Sonderstellung einnimmt, bei der die Preisbindung zur Sicherung von Handelsdienstleistungen beitragen kann.
Markenartikel erfordern hohe Investitionen in der Anfangsphase; ein Preisbindungsverbot erschwert hier die Markenführung und die Absicherung der benötigten Handelsunterstützung.
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