Diplomarbeit, 2008
203 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
1.1 Notwendigkeit eines barrierefreien Internets
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Grundlagen
2.1 Definition von Barrierefreiheit im Internet
2.2 Zusammenhang zwischen Web-Usability und Barrierefreiheit
2.3 Nutzung des Internets durch behinderte Menschen
2.3.1 Sehbehinderte und blinde Menschen
2.3.2 Hörgeschädigte und taube Menschen
2.3.3 Menschen mit kognitiven Einschränkungen
2.3.4 Menschen mit motorischen Behinderungen
2.3.5 Assistive Technologien
2.4 Internetbarrieren
2.4.1 Kategorisierung
2.4.2 Informationen werden nicht wahrgenommen
2.4.2.1 Bilder und Grafiken
2.4.2.2 Audio und Video
2.4.2.3 Farben und Kontraste
2.4.2.4 Skalierbare Schriften
2.4.2.5 Automatismen
2.4.2.6 Programmierte Elemente
2.4.3 Webangebot kann nicht bedient werden
2.4.3.1 Validität
2.4.3.2 Captchas
2.4.3.3 Tastaturbedienbarkeit
2.4.3.4 Linearisierbarkeit
2.4.3.5 Navigationsmechanismen und Orientierung
2.4.3.6 Skalierbare Layouts
2.4.4 Informationen sind schwer zu erfassen
2.4.4.1 Sprache
2.4.4.2 Textgestaltung
2.4.4.3 Animationen
2.4.5 Zusammenfassung
2.5 Webdesign mit Webstandards
2.6 Barrierefreiheit in Richtlinien und Gesetzen
2.6.1 Internationale Richtlinien und Gesetze
2.6.2 Deutsche Gesetzgebung
2.7 Profiteure barrierefreier Webauftritte
2.7.1 Internetnutzer
2.7.2 Unternehmen
3. Analyse bestehender Prüfverfahren
3.1 Eingrenzung des Begriffs Prüfverfahren
3.2 Zielsetzung
3.3 Vorgehensweise
3.3.1 Auswahl der Analyseobjekte
3.3.2 Abgrenzung zu automatischen Prüfwerkzeugen
3.3.3 Analysemodell
3.4 Zugänglichkeitsrichtlinien für Web-Inhalte des W3C
3.4.1 Kriterienkatalog der WCAG 1.0
3.4.2 Kriterienkatalog der WCAG 2.0
3.5 Prüfverfahren, die auf nationalen Gesetzen basieren
3.5.1 WebAIM-Checkliste Section 508
3.5.2 BITV-Test des BIK-Projekts
3.6 Prüfverfahren deutscher nicht-staatlicher Organisationen
3.6.1 Checkliste der FAU Erlangen-Nürnberg
3.6.2 Kriterienkatalog des BIENE-Awards 2006
3.7 Zusammenfassende Bewertung
4. Entwicklung eines neuen Prüfverfahrens
4.1 Einsatzfelder und Zielsetzungen
4.2 Umsetzung der 4 Erfolgsfaktoren eines Prüfverfahrens
4.2.1 Korrektheit
4.2.2 Logik
4.2.2.1 Struktur des Kriterienkatalogs
4.2.2.2 Gewichtung der Einzelkriterien
4.2.3 Reproduzierbarkeit
4.2.4 Auswertbarkeit
4.2.4.1 Ergebnisermittlung
4.2.4.2 Auswertungsberichte
4.3 Internet-basierte Umsetzung
4.3.1 Äußere Struktur der Website
4.3.2 Innere Struktur der Website
5. Bewertung der Barrierefreiheit ausgewählter Websites
5.1 Zielsetzung und Begründung der Auswahl
5.2 Stadthaushotel Hamburg
5.3 BKK Taunus
6. Kritische Betrachtung des entwickelten Prüfverfahrens
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Barrierefreiheit von Websites und entwickelt ein neues, Internet-basiertes Prüfverfahren, um Webauftritte qualitativ zu bewerten und Schwachstellen identifizierbar zu machen. Das primäre Ziel ist es, ein leicht zu bedienendes Instrument zu schaffen, das die Akzeptanz bei Webdesignern und Entscheidungsträgern fördert, indem es nicht nur technische Barrieren aufzeigt, sondern auch den geschäftlichen Nutzen durch verbesserte Usability und Effizienz verdeutlicht.
1.1 Notwendigkeit eines barrierefreien Internets
Im Internet Überweisungen tätigen, Bücher einkaufen, Flugtickets buchen, Informationen über die aktuellen Schneehöhen im Skiurlaubsort abrufen oder in den Online-Katalogen der Bibliotheken nach Literatur für die Diplomarbeit suchen. Diese einfachen Beispiele zeigen, wie sehr sich das Internet zu einem Medium entwickelt hat, welches inzwischen zu einem festen Bestandteil des Berufs- und vor allem auch des Privatlebens geworden ist. In Deutschland wird das Internet mittlerweile von 62,7% der Bevölkerung ab 14 Jahren genutzt, weltweit sind es 18,9%. Für viele dieser Menschen ist es bereits zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Zunehmend wird sogar von der Vision einer globalen Informations- und Wissensgesellschaft gesprochen, in welcher alle Menschen jederzeit und überall auf der Welt über das Internet Zugang zu Informationen und Wissen haben. Nur Wenige können sich dabei vorstellen, dass das Internet auch seine Grenzen und Barrieren hat.
Bei der Erstellung von Websites wird oft nicht berücksichtigt, dass viele Menschen körperliche Einschränkungen haben. Bestimmte Techniken der Programmierung bilden dann Barrieren für deren Zugang zum Internet. Solche Zugangsbeschränkungen können beispielsweise fehlende Texte zur Beschreibung von Grafiken, eine unglückliche Farbgestaltung, unklar strukturierte Websites oder auch nicht bedienbare Navigationsmechanismen sein. Schätzungen zufolge sind aufgrund solcher oder ähnlicher Barrieren zwei Drittel des Internets für Menschen mit motorischen, sensorischen oder kognitiven Behinderungen nicht zugänglich. Stellt man diesen Zahlen gegenüber, dass weltweit ca. 750 Millionen Menschen mit derartigen Behinderungen leben, wird die Problematik der Barrieren im Web besonders deutlich.
1. Einführung: Dieses Kapitel motiviert die Notwendigkeit von Barrierefreiheit im Internet, definiert die Problemstellung und erläutert die Vorgehensweise der Diplomarbeit.
2. Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Barrierefreiheit und Usability definiert und wichtige Barrieren für verschiedene Nutzergruppen (Sehbehinderte, Hörgeschädigte, etc.) vorgestellt.
3. Analyse bestehender Prüfverfahren: Es erfolgt eine kritische Untersuchung von sechs bestehenden Verfahren (u.a. WCAG 1.0/2.0, BITV-Test) anhand eines spezifischen Analysemodells, um Erfolgsfaktoren für ein neues Verfahren abzuleiten.
4. Entwicklung eines neuen Prüfverfahrens: Dieses Kapitel dokumentiert die Konzeption und technische Umsetzung des Internet-basierten Prüfverfahrens „Barrierescout“.
5. Bewertung der Barrierefreiheit ausgewählter Websites: Die Praxistauglichkeit des entwickelten Prüfverfahrens wird durch die Anwendung auf zwei reale Websites mit unterschiedlichem Barrierefreiheitsgrad demonstriert.
6. Kritische Betrachtung des entwickelten Prüfverfahrens: Das neue Prüfverfahren wird reflektiert, seine Stärken und Schwächen diskutiert und Optimierungspotenziale werden aufgezeigt.
7. Zusammenfassung: Die zentralen Ergebnisse der Arbeit werden zusammenfassend dargestellt und die Erreichung der Forschungsziele reflektiert.
Barrierefreiheit, Internet, Webdesign, WCAG, BITV, Usability, Barriere, Assistive Technologien, Prüfverfahren, Barrierescout, Webstandards, Inklusion, Informationsgesellschaft, Kriterienkatalog, Bedienbarkeit.
Die Diplomarbeit untersucht das Thema Barrierefreiheit im Internet und entwickelt ein neues, Internet-basiertes Prüfverfahren, um Webseiten systematisch auf ihre Barrierefreiheit hin zu bewerten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse bestehender Richtlinien, der Identifikation von Internetbarrieren, der Entwicklung von Kriterien zur barrierefreien Gestaltung und der praktischen Umsetzung einer webbasierten Prüfplattform.
Das Ziel ist die Entwicklung eines leicht zu bedienenden und praxisnahen Prüfverfahrens, das es Webgestaltern und Betreibern ermöglicht, Barrieren auf Webseiten objektiv zu identifizieren und abzubauen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Richtlinienanalyse, gefolgt von einer analytischen Bewertung existierender Prüfmethoden, um daraus Erfolgsfaktoren für ein eigenes Modell zu extrahieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die Analyse bestehender Prüfverfahren anhand eines eigenen Fragenkatalogs sowie die detaillierte Entwicklung und praktische Erprobung des Internet-basierten Prüfverfahrens „Barrierescout“.
Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Barrierefreiheit, Webdesign, WCAG, BITV, Usability, Webstandards und Barrierefreiheit-Prüfung beschreiben.
Im Gegensatz zu vielen komplexen und schwer verständlichen Richtlinien setzt „Barrierescout“ auf eine einfache, Internet-basierte Handhabung, klare visuelle Auswertungen und einen pragmatischen Fokus auf wesentliche Kriterien.
Sie ermöglicht eine ortsunabhängige Nutzung, führt den Prüfer Schritt für Schritt durch den Prozess und erlaubt eine automatische, übersichtliche Ergebnisdarstellung, was die Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz deutlich steigert.
Die Websites „Stadthaushotel Hamburg“ und „BKK Taunus“ dienen als Fallbeispiele, um die Praxistauglichkeit des entwickelten Tools in unterschiedlichen Anwendungsszenarien zu beweisen und Stärken sowie Schwachpunkte des Verfahrens aufzuzeigen.
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