Diplomarbeit, 2008
24 Seiten, Note: Gut
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
I Einleitung
1. Einführung
1.1 Ausgangslage und Begründung der Themenwahl
1.2 Fragestellung und Ziele der Arbeit
1.3 Abgrenzung
1.4 methodisches Vorgehen
II Hauptteil
2. Bearbeitung der Theorie
2.1 Definition von chronischen Schmerzen
2.2 Schmerzwahrnehmungen, Schmerzverhalten und Schmerzverständnis unter kulturellen Aspekten
2.3 Bedeutung des Sozialnetzes bei Migranten
2.4 Kommunikation und Sprachbarrieren bei Migranten
2.5 Einsatz von Dolmetschern/Mediatoren in der Psychiatrie
2.6 Pflegerische Methoden/Interventionen im Umgang mit chronischen Schmerzen
2.6.1 Schmerzassessment
2.6.2 Ergotherapie
2.6.3 Sprachunterricht
2.6.4 Musik in der Pflege
2.6.5 Humor und seine Wichtigkeit bei der Pflege chronisch Kranker
3. Fallbeispiel
3.1 Beschreibung des Patienten
3.2 Pflegerische Interventionen und Verlauf
4. Verbindung zwischen Theorie und Praxis
5. Schlussvolgerungen und Zusammenfassung
6. Lernprozess
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein praktisches pflegerisches Vorgehen für die Behandlung von asylsuchenden Migranten mit chronischen Schmerzen zu entwickeln, das im psychiatrischen Alltag angewandt und erprobt werden kann. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche spezifischen pflegerischen Interventionen für diese Patientengruppe erforderlich sind, um kulturell bedingte Sprachbarrieren zu überwinden und eine individuell angemessene Versorgung sicherzustellen.
2.2 Schmerzwahrnehmungen, Schmerzverhalten und Schmerzverständnis unter kulturellen Aspekten:
Die Internationale Vereinigung zum Studium des Schmerzes weist daraufhin, dass es viele Schmerzen gibt, “ die unabhängig von irgendwelchen körperlichen Schmerzreizen auftreten. Für das subjektive Schmerzverständnis ist es völlig belanglos, ob eine Gewebeschädigung vorliegt oder nicht. Das heisst durch seelische (psychische) Probleme ausgelöste Rückenschmerzen werden von Patienten genauso intensiv und real erlebt wie Rückenschmerzen durch zerschlissene Wirbelgelenke. Nichts wäre so falsch, wie im ersten Fall von eingebildeten und im zweiten Fall von echten Schmerzen zu reden“ (Hüper 1997, S.176) Schmerz wird als existentielles Bewusstseinsphänomen erlebt und ist auf diese Weise eng mit dem kulturellen Hintergrund verbunden, insofern der Schmerz die Deutung erfährt, die die jeweilige Kultur entwickelt hat.
Nach einer Untersuchung von Blechner zu 954 Schmerzpatienten gehen Migranten mit vielen Schmerzen überhaupt nicht zum Arzt: “ So sind zum Beispiel Rheumaschmerzen für viele Türken etwas Bekanntes und dabei unabänderliches und schicksalhaftes- eine Meinung, die sich aufgrund der Nichtinanspruchnahme ärztlicher Hilfe fortlaufend stabilisiert. In solchen Fällen ist die Einstellung von Schmerzen durch Stoizismus, Fatalismus und Kapitulation geprägt. Die Formel “La havle vela korrete illa dillah“ – zu deutsch „ausser bei Gott gibt es bei niemandem Kraft und Macht“ ist in diesem Zusammenhang zu verstehen“. (Hüper 1997, S.180)
Anderseits wird aber auch vom so genannten „Viel-Schmerz“ oder „Mamma-Mia-Sydrom“ gesprochen (Habermann 1992, S.34), einem Schmerzverhalten, bei welchem durch heftige verbale und nonverbale Signale der Schmerz geäussert wird.
Bearbeitung der Theorie: Dieses Kapitel definiert chronische Schmerzen und analysiert, wie kulturelle Faktoren, soziale Netzwerke und Sprachbarrieren die Wahrnehmung und Bewältigung von Schmerz beeinflussen.
Fallbeispiel: Hier wird der Fall eines algerischen Asylsuchenden vorgestellt, der unter chronischen Unterleibsschmerzen und psychischer Belastung nach Foltererlebnissen leidet.
Verbindung zwischen Theorie und Praxis: In diesem Kapitel werden die zuvor diskutierten theoretischen Konzepte auf das Fallbeispiel angewandt, um die pflegerische Betreuung kritisch zu reflektieren.
Schlussvolgerungen und Zusammenfassung: Der Autor leitet aus der Theorie und der Fallarbeit fünf zentrale Erkenntnisse ab, die als Basis für die pflegerische Arbeit mit dieser Zielgruppe dienen.
Lernprozess: Der Autor reflektiert die persönliche Entwicklung und Herausforderungen während der Erstellung der Arbeit und betont die Komplexität der Thematik.
Chronische Schmerzen, Migration, Psychiatrie, Schmerzassessment, interkulturelle Pflege, Asylsuchende, Dolmetscher, Kommunikation, Musiktherapie, Ergotherapie, Trauma, Schmerzverhalten, Soziales Netz, Pflegeinterventionen, Transkulturelle Psychiatrie
Die Arbeit beschäftigt sich mit den besonderen Herausforderungen in der pflegerischen Betreuung von Migranten mit chronischen Schmerzen in einer psychiatrischen Klinik.
Die zentralen Themen umfassen kulturelle Unterschiede im Schmerzverständnis, die Überwindung von Sprachbarrieren, die Bedeutung des Sozialnetzes sowie spezifische therapeutische Ansätze in der Psychiatrie.
Das Ziel ist die Darstellung eines praxistauglichen Vorgehens zur pflegerischen Behandlung von asylsuchenden Migranten mit Schmerzsymptomatik unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Lebensumstände.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf die methodische Auswertung eines Fallbeispiels zur Verknüpfung von Theorie und pflegerischer Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den konkreten Fallbericht eines Patienten sowie die Synthese aus Theorie und beobachtetem Praxisverlauf.
Wichtige Begriffe sind interkulturelle Pflege, Schmerzassessment, Migration, Trauma, Dolmetschdienste und therapeutische Basisvariablen wie Empathie und Reflexion.
Der Autor zeigt auf, dass Schmerzäußerungen kulturell geprägt sind, von fatalistischem Stoizismus bis hin zu metaphorisch-theatralischen Ausdrucksformen, die das Pflegepersonal häufig vor Interpretationsprobleme stellen.
Die Kommunikation wird als Dreh- und Angelpunkt identifiziert. Der Einsatz professioneller Dolmetscher und die Förderung der Deutschkenntnisse des Patienten waren entscheidend für den therapeutischen Erfolg.
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