Abschlussarbeit, 2023
33 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Definitionen
1.1.Pflegekind
1.2.Pflegefamilie
1.3.Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD)
2. Hinweise auf FASD
3. Diagnostik
3.1.Leibliche Eltern
4. Unterstützungbedarf Pfegekind
4.1.Interventionsmöglichkeiten
4.1.1. Versorgungsamt
4.1.2. Leistungen des SGB V
4.1.2. Leistungen auf dem SGB VIII
4.1.3. Leistungen aus dem SGB IX
4.1.4. Leistungen aus dem SGB XI
4.1.5. Leistungen aus dem SGB XII
4.1.6. Ärzte
4.1.6.1. Medikantöse Behandlung
4.1.7. Pflegeeltern
4.2.Was ist im Umgang mit dem Pflegekind als Fachkraft zu beachten
5. Unterstützungsbedarf Pflegefamilie
5.1.Interventionsmöglichkeiten
5.1.1. Leistungen aus dem SGB XI
5.1.2. Finanzamt
5.1.3.Unabhängige Beratungsstellen
5.2.Was ist im Umgang mit der Pflegefamilie als Fachkraft zu beachten
6. Weitere Schritte im Blick behalten
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere Sozialarbeiter:innen, einen fundierten Überblick über die spezifischen Bedarfe und notwendigen Interventionsmöglichkeiten bei Pflegekindern mit Fetaler Alkoholspektrumsstörung (FASD) sowie deren Pflegefamilien zu geben und konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis zu formulieren.
3. Diagnostik
Prof. Dr. Spohr schreibt, dass es nicht einfach ist die Diagnose zu stellen, mit folgeder Begründung: 1.Es gibt nicht das eine, die Diagnose beweisende Symptom. 2. Nur wenige Patienten haben ein Vollbild mit einer typischen kraniofazialen Fehlbildung, 70-80% der betroffenen Patienten haben keine oder nur diskrete Dysmorphiezeichen. 3. Es gbt kein eindeutiges und spezifisches neuropsychiatrisches Profil. 4. Komorbide Störungen sind oft verantwortlich für eine falsche Diagnose. 5.“Polydrug-abhängige“ Frauen sind oft auch alkoholabhängig, ohne dass dies zugegeben wird. 6.Alkohol ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu-Thema. 7.Ärzte verfügen oft noch nicht über genügend diagnostische Kenntnisse.“ (Spohr 2016, S.19)
Spohr zeigt weiter auf,„fehlen die typischen fazialen Dysmorphiezeichen, bleiben nur noch richtungsweisende Symptome wie zu kleiner Kopf (Mikrozephalus), Störungen der exekutiven Funktionen, mentale Retardierung und Wachstumsstörungen.(…) Begleitende Störungen wie organische Fehlbildungen, kognitive Einschränkungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörung, Bindungsstörung, emotionale Störungem, Substanzmittelgebrauch etc. können bei den betroffenen Kindern ganz im Vordergrund stehen und die ätiologische Diagnose maskieren.“ (Spohr 2016, S.19-20)
Die Diagnostik erfolgt im deutschsprachigen Raum nach der S3- Leitlinie zur ärztlichen Diagnostik einer fetalen Alkoholspektrumsstörung bei Kindern und Jugendlichen. Die S3-Leitlinie enthält die Überprüfung auf: Wachstrumsauffälligkeiten, Facile Auffälligkeiten (äußere Merkmale), ZNS-Auffälligkeiten (Neuropsychologie) sowie bestätigte oder nicht bestätigte Alkoholexposition.
Einleitung: Das Kapitel begründet die Relevanz der Arbeit durch die in der Praxis vorherrschende Unwissenheit über FASD und definiert den Fokus auf Pflegekinder im Alter von 0 bis 12 Jahren.
1. Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe "Pflegekind", "Pflegefamilie" und FASD rechtlich und fachlich eingeordnet.
2. Hinweise auf FASD: Dieses Kapitel identifiziert typische Warnsignale und Verhaltensauffälligkeiten, die in Akten oder bei der Beobachtung von Kindern als Hinweis auf FASD dienen können.
3. Diagnostik: Es wird dargelegt, warum die Diagnosestellung komplex ist, und die Rolle der leiblichen Eltern im diagnostischen Prozess wird kritisch reflektiert.
4. Unterstützungbedarf Pfegekind: Eine detaillierte Analyse der neurobiologischen Auswirkungen von FASD und der daraus folgenden Beeinträchtigungen im Alltag sowie die Darstellung von Interventionsmöglichkeiten.
5. Unterstützungsbedarf Pflegefamilie: Das Kapitel beleuchtet die psychosoziale Belastung der Pflegefamilien und zeigt Entlastungsoptionen sowie rechtliche Hilfeleistungen auf.
6. Weitere Schritte im Blick behalten: Ein Ausblick auf die notwendige Überleitung in die Erwachsenenhilfe und die statistisch belegten Risiken für Betroffene ab dem Jugendalter.
FASD, Pflegekinder, Jugendamt, Sozialarbeiter, SGB VIII, Diagnostik, Entwicklungsstörungen, Pflegefamilie, Erziehungshilfe, Neurodiversität, Interventionsmöglichkeiten, Kindeswohl, Bindungsstörung, Psychoedukation, Teilhabe
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Pflegekindern mit Fetaler Alkoholspektrumsstörung (FASD) sowie deren Pflegefamilien durch Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe.
Die Schwerpunkte liegen auf der Diagnostik, den entwicklungspsychologischen Auswirkungen von FASD, den sozialrechtlichen Leistungsansprüchen und dem Entlastungsbedarf für Pflegeeltern.
Das Ziel ist die Erstellung einer Handlungsempfehlung für Fachkräfte, insbesondere für Sozialarbeiter:innen, um bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für betroffene Kinder und deren Familien zu initiieren.
Die Arbeit nutzt Literaturrecherche, die Auswertung von Fachvorträgen, gesetzliche Grundlagen (SGB) sowie Interviews mit Pflegeeltern und medizinischem Fachpersonal.
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Bedarfe von Pflegekindern mit FASD, erforderliche diagnostische Prozesse und die Rolle der Pflegeeltern als Hauptbezugspersonen.
Zentrale Begriffe sind FASD, Jugendhilfe, Diagnostik, SGB-Leistungen, Entlastung von Pflegeeltern und systemische Kooperation.
Die leibliche Mutter spielt bei der Diagnose eine Schlüsselrolle, und ihr oft defizitärer Umgang mit der Suchtthematik erfordert diplomatisches Vorgehen, um Hilfe für das Kind zu ermöglichen, ohne die Mutter zu stigmatisieren.
Da neurologische Schäden bei FASD bestehen bleiben, ist die Anpassung der Umweltanforderungen an das Kind – statt der reinen Wegtherapierung von Symptomen – für eine erfolgreiche Teilhabe entscheidend.
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