Bachelorarbeit, 2022
74 Seiten, Note: 2
Die vorliegende Bachelorarbeit widmet sich der empirischen Analyse von Internetsuchmaschinen hinsichtlich ihres Beitrags zur Nachhaltigkeit durch nachhaltiges Unternehmertum. Das primäre Ziel und die zentrale Forschungsfrage der Arbeit lauten: „Welche Maßnahmen treffen Internetsuchmaschinen, damit sie durch nachhaltiges Unternehmertum einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten?“ Die Arbeit untersucht die Geschäftsmodelle von Suchmaschinen und deren spezifische Nachhaltigkeitsinitiativen, um deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu bewerten und einzuordnen.
3.4 Nachhaltiges Unternehmertum
In vielen Branchen stehen Unternehmen vor ökologischen und sozialen Herausforderungen. Der zunehmende Nachhaltigkeitsgedanke bringt Risiken mit sich, bietet aber auch einige Chancen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Begriff des nachhaltigen Unternehmertums. Hockerts und Wüstenhagen (2010) definieren den Begriff als „the discovery and exploitation of economic opportunities through the generation of market disequilibria that initiate the transformation of a sector towards an environmentally and socially more sustainable state.” (Hockerts & Wüstenhagen, 2010, S. 482). Nachhaltiges Unternehmertum wird mit einem Wandel einer Branche, hinzu nachhaltiger Entwicklung, in Verbindung gebracht. Zudem wird im Zuge des Begriffes geforscht, wie sich „unternehmerische Greening-Initiativen“ auf die Unternehmensleistung auswirken. Unter „Greening“-Initiativen können Solar- oder Photovoltaik-Anlagen auf dem Unternehmensgelände, verstanden werden. Aber auch Baumpflanzungen oder Stromeinsparungsmaßnahmen innerhalb des Unternehmens werden „Greening“-Initiativen zugeordnet (vgl. Hockerts & Wüstenhagen, 2010).
Für Unternehmen spiegelt sich die Nachhaltigkeit vor allem in Produkt-, als auch Prozessinnovationen wieder. In manchen Branchen spielen eher ökologische und soziale Aspekte in der Nutzungsphase des Produktlebenszyklus eine Rolle, sodass nachhaltiges Unternehmertum mit Produktinnovationen in Verbindung gebracht wird. Einige Beispiele hierfür sind Autos oder Heizungsanlagen. In anderen Branchen kann die Prozessinnovation im Mittelpunkt stehen. Ein Beispiel für Prozessinnovationen sind Selbstbedienungskassen oder digitale Zahlungsmöglichkeiten auf dem Smartphone oder der Smartwatch (vgl. Hockerts & Wüstenhagen, 2010).
Hockerts und Wüstenhagen (2010) unterscheiden zwei Arten von Organisationen, die sich für nachhaltiges Unternehmertum einsetzen. Die erste Gruppe sind die „Emerging Davids" (engl. aufkommende Davids). Diese Gruppe umfasst kleine, junge Unternehmen, die erst kürzlich an den Markt gegangen sind. Meist hat diese Gruppe einen relativ geringen Marktanteil und möchte neben wirtschaftlichen, auch soziale und ökologische Werte schaffen.
Die zweite Gruppe sind die „Greening Goliaths" (engl. grünende Goliaths). Dabei sind „Greening Goliaths“ große, etablierte Unternehmen mit einem hohen Marktanteil. Die Einteilung von Hockerts und Wüstenhagen (2010) ist vor allem dadurch entstanden, dass es eine immer größere Transformation von Branchen in Richtung Nachhaltigkeit gibt. Das Wort „Greening" wird oft als Synonym für nachhaltige Entwicklung verwendet, wobei man beachten muss, dass nachhaltig nicht nur ökologische Bereiche betrifft, sondern auch soziale und wirtschaftliche Dimensionen miteinschließt.
Kapitel 1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in den gesellschaftlichen Wandel hin zu einem nachhaltigen Lebensstil ein und identifiziert die Relevanz von Suchmaschinen für dieses Thema. Es leitet die zentrale Forschungsfrage der Arbeit ab, die sich mit den Nachhaltigkeitsbeiträgen von Internetsuchmaschinen befasst.
Kapitel 2 Nachhaltigkeit: Hier wird der Begriff Nachhaltigkeit definiert und verschiedene Modelle zur Erklärung der Nachhaltigkeit, wie das Drei-Säulen-Modell, werden erläutert. Zudem werden Indikatoren und Auszeichnungen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Geschäftsmodellen sowie das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) vorgestellt.
Kapitel 3 Geschäftsmodell: Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition von Geschäftsmodellen, unterscheidet zwischen traditionellen und digitalen Geschäftsmodellen und beleuchtet die Unterschiede. Ein wichtiger Abschnitt widmet sich dem nachhaltigen Unternehmertum und nachhaltigen Geschäftsmodellen.
Kapitel 4 Suchmaschinen: Es wird die Funktionsweise von Suchmaschinen beschrieben und deren verschiedene Geschäftsmodelle, wie die kontextbezogene Werbung und weitere Finanzierungsmodelle, werden analysiert.
Kapitel 5 Forschungsannahmen und -fragen und Methodik zur Analyse: In diesem Kapitel werden die Forschungsfrage und die drei Forschungsannahmen der Arbeit dargelegt. Zudem wird die Methodik zur empirischen Analyse der Suchmaschinen detailliert beschrieben, die als Grundlage für die Untersuchung dient.
Kapitel 6 Empirische Analyse der Suchmaschinen: Hier werden ausgewählte Suchmaschinen (Ecosia, Google, Gexsi, Ekoru und Lilo) empirisch analysiert. Ihre Geschäftsmodelle und die jeweiligen Nachhaltigkeitsaspekte werden untersucht, die Ergebnisse zusammengefasst und die Suchmaschinen im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeitsleistungen eingeordnet.
Kapitel 7 Diskussion und Fazit: Die Ergebnisse der empirischen Analyse aus Kapitel 6 werden diskutiert und die Suchmaschinen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit eingeordnet. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das herausstellt, welche Suchmaschinen am nachhaltigsten sind und für Nutzer am sinnvollsten erscheinen.
Nachhaltigkeit, Geschäftsmodelle, Internetsuchmaschinen, nachhaltiges Unternehmertum, Corporate Social Responsibility (CSR), ökologischer Fußabdruck, soziale Verantwortung, ökonomische Werte, Greenwashing, empirische Analyse, Ecosia, Google, Gexsi, Ekoru, Lilo.
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse, wie Internetsuchmaschinen durch nachhaltiges Unternehmertum einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, indem sie deren Geschäftsmodelle und konkrete Maßnahmen untersuchen.
Die zentralen Themenfelder sind die Definition und Modelle der Nachhaltigkeit, traditionelle und digitale Geschäftsmodelle, nachhaltiges Unternehmertum, die Funktionsweise und Geschäftsmodelle von Suchmaschinen sowie eine empirische Analyse spezifischer Suchmaschinen in Bezug auf ihre Nachhaltigkeitsbeiträge.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: "Welche Maßnahmen treffen Internetsuchmaschinen, damit sie durch nachhaltiges Unternehmertum einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten?"
Es wird eine qualitative Analyse der Suchmaschinen durchgeführt, basierend auf einem entwickelten Fragekatalog und der Auswertung von Webseiten, Blogeinträgen und Berichten der Suchmaschinen.
Im Hauptteil (Kapitel 6) werden ausgewählte Fallbeispiele von Suchmaschinen (Ecosia, Google, Gexsi, Ekoru, Lilo) empirisch analysiert, deren Geschäftsmodelle und Nachhaltigkeitsaspekte vorgestellt, die Ergebnisse zusammengefasst und die Forschungsannahmen überprüft.
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Nachhaltigkeit, Geschäftsmodelle, Internetsuchmaschinen, nachhaltiges Unternehmertum, Corporate Social Responsibility (CSR), ökologischer Fußabdruck und die Namen der analysierten Suchmaschinen (Ecosia, Google, Gexsi, Ekoru, Lilo) charakterisiert.
Die Begriffe "Emerging Davids" (kleine, junge Unternehmen mit Fokus auf ökologische und soziale Werte) und "Greening Goliaths" (große, etablierte Unternehmen, die auf gesellschaftlichen Druck reagieren und ihre Produkte um Nachhaltigkeitsaspekte ergänzen) dienen als Kategorisierung, um die verschiedenen Ansätze von Suchmaschinen im nachhaltigen Unternehmertum zu analysieren.
Die Arbeit zeigt, dass Suchmaschinen wie Ecosia und Gexsi eine hohe Transparenz bezüglich ihrer Finanzberichte und Projekte aufweisen, während bei Ekoru die Nachverfolgbarkeit von Spenden und deren Belege nicht immer klar ersichtlich ist. Google veröffentlicht ebenfalls umfassende Nachhaltigkeitsberichte auf einer eigenen Webseite.
Ecosia konzentriert sich primär auf das Pflanzen von Bäumen durch die Investition von 80% ihrer Gewinne und ist CO2-negativ. Google hingegen, als marktbeherrschendes Unternehmen, investiert Milliarden in erneuerbare Energien, ist seit 2007 CO2-neutral und integriert Nachhaltigkeitsaspekte in seine Produkte und Dienstleistungen wie Google Maps und Flüge.
Bei Lilo erhalten Nutzer für jede Suchanfrage "digitale Wassertropfen" als Währung. Diese Wassertropfen können sie dann aktiv gemeinnützigen und ökologischen Projekten zuweisen, die sie unterstützen möchten, wodurch Lilo transparent die gesammelten Gelder an diese Projekte weiterleitet.
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