Diplomarbeit, 2008
87 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Arbeit
2 Einführung in die Grundbegriffe dieser Arbeit
2.1 Grundlegendes über die relevanten Gesellschaftsformen
2.1.1 Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
2.1.2 Aktiengesellschaft (AG)
2.2 Der Begriff der Bankbestätigung und ihre Notwendigkeit
3 Historische Hintergründe der zugrunde liegenden Gesetze
4 Abgrenzung von Kapitalaufbringung und Kapitalerhöhung
4.1 Kapitalaufbringung
4.1.1 Funktion der Kapitalaufbringung
4.1.2 Einlagen bei Gesellschaftsgründung
4.1.3 Geschäftsführer und Vorstand bei der Kapitalaufbringung
4.1.4 Firmenbucheintragung der Gesellschaft
4.2 Kapitalerhöhung
4.2.1 Kapitalerhöhung bei der GmbH
4.2.1.1 Ordentliche Kapitalerhöhung
4.2.1.2 Nominelle Kapitalerhöhung
4.2.1.3 Beschlussfassung
4.2.1.4 Bezugsrechte
4.2.1.5 Übernahmevertrag
4.2.2 Kapitalerhöhung bei der AG
4.2.2.1 Ordentliche Kapitalerhöhung
4.2.2.2 Nominelle Kapitalerhöhung
4.2.2.3 Genehmigtes Kapital
4.2.2.4 Bedingte Kapitalerhöhung
4.2.2.5 Beschlussfassung
4.2.2.6 Ankündigungsfristen
4.2.2.7 Bezugsrechte
4.2.2.8 Ausmaß der Kapitalerhöhung
4.2.2.9 Ausstehende Einlagen
4.2.2.10 Zeichnung der Aktien
5 Bankbestätigung
5.1 Bankbestätigung nach §§ 10 Abs 3 GmbHG und 29 Abs 1 AktG
5.1.1 Firmenbucheintragung und Bankbestätigung
5.1.1.1 Unterlagen bei der GmbH
5.1.1.2 Unterlagen bei der AG
5.1.2 Satzungsänderungen
5.1.3 Inhalt der Bankbestätigung
5.1.4 Freie Verfügung
5.1.5 Stellung des Kreditinstitutes bei der Kapitalaufbringung
5.1.6 Möglichkeiten des Zustandekommens einer fehlerhaften Bankbestätigung
5.2 Haftung bei fehlerhafter Bankbestätigung
5.2.1 Verschuldens- oder Gewährleistungshaftung
5.2.1.1 Verschuldenshaftung:
5.2.1.2 Gewährleistungshaftung
5.2.2 Haftungsumfang des Kreditinstitutes
5.2.3 Dritthaftung
5.2.4 Aufrechnungsmöglichkeiten
5.2.5 Einlagenrückgewähr
5.2.6 Verdeckte Sacheinlagen
5.2.7 Haftungsbefreiung des Kreditinstitutes
5.2.8 Verjährung der Bankenhaftung
5.2.9 Nachträgliche Änderungen des Sachverhaltes
5.2.10 Verzicht auf Ansprüche im Zusammenhang mit Gläubigerinteressen
5.3 Beispiele der Bankenhaftung
5.4 Bankbestätigung und Cash-Managment-Systeme in Konzernen am Beispiel des Cash-Pooling
6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die rechtliche Bedeutung und die Haftungsrisiken der Bankbestätigung bei der Gründung von Kapitalgesellschaften und im Rahmen von Kapitalerhöhungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie das Kreditinstitut bei der Ausstellung der Bestätigung seine eigene Haftung absichern kann und welche rechtlichen Rahmenbedingungen für die Bankbestätigung in Österreich maßgeblich sind.
5.1.6 Möglichkeiten des Zustandekommens einer fehlerhaften Bankbestätigung
Die häufigsten Haftungsfragen in Bezug auf eine Bankbestätigung ergeben sich aus dem Punkt, ob das Eigenkapital zugänglich ist. Genauer beziehen sich die Streitigkeiten meist auf die „freie Verfügung“ des Eigenkapitals. Es stellt also die größte Verantwortung der Bank gegenüber der Gesellschaft dar, die freie Verfügung der eingezahlten Beträge zu garantieren. Die Bank trägt demnach die Verantwortung, abzusichern, dass das Eigenkapital nicht durch Gegenforderungen beschränkt ist. Es können fünf wesentliche Möglichkeit, die zu einer fehlerhaften Bankbestätigung führen, erkannt werden.
1. Scheinzahlungen: Diese stellen eine Vortäuschung einer ordnungsgemäßen Einlage dar, welcher aber kein tatsächlicher Mittelzufluss an die Gesellschaft gegenüber steht. Es wird also von einem oder mehrerer Gesellschaftsorganen das Ziel verfolgt, die Gesellschaft in das Firmenbuch einzutragen, ohne eine reale Leistung an die Gesellschaft zu erbringen.
2. Einlagen aus der Vermögenssphäre der Gesellschaft: Werden einer Gesellschaft im Rahmen einer Kapitalerhöhung Mittel zuerst aus der eigenen Vermögenssphäre entnommen, um diese dann wieder der Gesellschaft als liquide Mittel zufließen zu lassen, kann man auch nicht von einer ordnungsmäßigen Kapitalerhöhung sprechen, da der Gesellschaft lediglich wieder die eigenen Mittel zufließen. Eine Einlage stammt auch dann aus der Vermögenssphäre der Gesellschaft, wenn einer der Gründer oder Gesellschafter bzw. Aktionäre seine Einlage durch Fremdfinanzierung aufbringt und die Gesellschaft eine Mithaftung für diese Schuld übernimmt.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit im Kontext der Kapitalaufbringung bei Kapitalgesellschaften.
2 Einführung in die Grundbegriffe dieser Arbeit: Erläuterung der relevanten Gesellschaftsformen (GmbH, AG) und die grundlegende Notwendigkeit einer Bankbestätigung.
3 Historische Hintergründe der zugrunde liegenden Gesetze: Historische Herleitung der österreichischen Regelungen zur Bankbestätigung unter Berücksichtigung deutscher Vorbilder und gesetzlicher Novellen.
4 Abgrenzung von Kapitalaufbringung und Kapitalerhöhung: Detaillierte Darstellung der regulatorischen Anforderungen an die Kapitalaufbringung bei Gründung sowie bei ordentlichen und nominellen Kapitalerhöhungen.
5 Bankbestätigung: Zentrale Analyse des Bestätigungswerks, der Haftung bei Fehlern, der Dritthaftung, der Aufrechnung und spezifischer Problematiken wie verdeckte Sacheinlagen oder Cash-Pooling.
6 Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse zur Rolle des Kreditinstituts als Garant für eine ordnungsgemäße Einlagenaufbringung.
Bankbestätigung, Kapitalaufbringung, Kapitalerhöhung, GmbH, Aktiengesellschaft, Bankenhaftung, Freie Verfügung, Firmenbuch, Einlagenrückgewähr, Verdeckte Sacheinlage, Cash-Pooling, Gläubigerschutz, Verschuldenshaftung, Gewährleistungshaftung, Innenhaftung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der rechtlichen Rolle der Bankbestätigung bei der Gründung und Kapitalerhöhung von Kapitalgesellschaften (GmbH und AG) in Österreich sowie der daraus resultierenden Haftung der Banken.
Die Arbeit umfasst die regulatorischen Anforderungen an die Einlagenaufbringung, die Bedeutung der freien Verfügung über das Kapital, die verschiedenen Haftungsmodelle bei fehlerhaften Bestätigungen sowie spezielle Konzernstrukturen wie das Cash-Pooling.
Das Ziel ist es, die Rechtslage bezüglich der Bankbestätigung darzustellen und aufzuzeigen, wie Kreditinstitute im Rahmen der Kapitalaufbringung und -erhöhung agieren und wie sie ihr Haftungsrisiko bei fehlerhafter Ausstellung bewerten können.
Die Arbeit basiert auf einer rechtstheoretischen Analyse unter Einbeziehung relevanter Gesetzesbestimmungen (GmbHG, AktG, ABGB) sowie einer umfassenden Auswertung der österreichischen Rechtsprechung (insbesondere OGH-Entscheidungen).
Der Hauptteil analysiert detailliert den Inhalt und die notwendigen Voraussetzungen einer Bankbestätigung, die verschiedenen Formen der Kapitalerhöhung, die Haftungsrisiken des Kreditinstituts gegenüber der Gesellschaft sowie die komplexen Fälle der Dritthaftung und verdeckten Sacheinlagen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Bankbestätigung, Kapitalaufbringung, Kapitalerhöhung, Bankenhaftung, Freie Verfügung und Gläubigerschutz.
Im Cash-Pooling-System fließt das Kapital innerhalb eines Konzerns täglich zwischen den Unternehmen. Dies erschwert den Nachweis der "freien Verfügung" über die Einlagen, was bei einer Kapitalerhöhung zu einer fehlerhaften Bankbestätigung führen kann, wenn die Konzernmutter das Geld sofort wieder abzieht.
Ein Rückfluss, bei dem Einlagen kurz nach der Einzahlung an den Gründer oder Gesellschafter zurückfließen, verletzt das Prinzip der freien Verfügung. Eine solche "Scheineinlage" führt dazu, dass die Kapitalaufbringung als nicht ordnungsgemäß gilt und kann eine Bankenhaftung auslösen.
Nach herrschender Meinung in Österreich handelt es sich bei der Bankenhaftung primär um eine Innenhaftung gegenüber der Gesellschaft. Eine Dritthaftung wird weitgehend verneint, es sei denn, es liegt ein qualifizierter Schädigungsvorsatz vor.
Die Verjährungsfrist für die Bankenhaftung beträgt in Österreich 5 Jahre und beginnt mit der Eintragung der Kapitalmaßnahme (Gründung oder Kapitalerhöhung) im Firmenbuch zu laufen.
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