Examensarbeit, 2009
73 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsabgrenzung Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit
2.1 Definition Arbeitslosigkeit
2.2. Definition Jugendarbeitslosigkeit
3 Entwicklung und Situation der Jugendarbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland
3.1 Aktueller Stand der arbeitslosen Jugendlichen in den neuen und alten Bundesländern
3.2 Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich
4 Ursachen von Jugendarbeitslosigkeit vor dem Hintergrund der sozialen Milieus
4.1 Jugendliche und ihre Bildungschancen
4.1.1 Zum Begriff Schichten
4.1.2 Soziale Schichten - Ihre Bildung und Wertorientierung
4.2 Jugendarbeitslosigkeit beim Übergang von der Schule in den Ausbildungsplatz
4.3 Jugendarbeitslosigkeit beim Übergang von der Ausbildung in den Beruf
4.4 Jugendliche ohne Berufsausbildung
5 Psychische, psychosoziale und ökonomische Belastungen von arbeitslosen Jugendlichen
5.1 Arbeit als wichtiger Schritt für die Identität und Persönlichkeit
5.1.1 Zum Begriff Identität
5.1.2 Die Bedeutung der Arbeit für die Persönlichkeit
5.2 Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf soziale Kontakte
5.2.1 Die Situation der Arbeitslosigkeit in der Familie
5.2.2 Rückzug aus dem Freundeskreis
5.3 Zerfall der Zeitstruktur
5.4 Die finanzielle Belastung arbeitsloser Jugendlicher
5.5 Arbeitslosigkeit - eine langsame Identitätskrise
5.5.1 Zum Selbstwertgefühl arbeitsloser Jugendlicher
5.5.2 Verlust jeglicher Zukunftsperspektiven
6 Strategien gegen Jugendarbeitslosigkeit
6.1 Staatliche Hilfsprogramme
6.1.1 JUMP – das Jugendsofortprogramm
6.1.2 JOBSTARTER- Unternehmen für Ausbildung gewinnen
6.1.3 Fazit zu staatlichen Hilfsprogrammen
6.2 Schulische Maßnahmen
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychischen, psychosozialen und ökonomischen Auswirkungen von Jugendarbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen sozialem Milieu, Bildungschancen und der Arbeitsmarktsituation aufzuzeigen, um daraus effektive politische und schulische Handlungsansätze zur Prävention und Bewältigung von Perspektivlosigkeit und Lebensängsten abzuleiten.
5.2.1 Die Situation der Arbeitslosigkeit in der Familie
Die Familie hat für Jugendliche eine zentrale Bedeutung, da sie die meiste Zeit ihrer Adoleszenz zu Hause verbringen und ihre Probleme und Sorgen mit ihren Eltern teilen. Der Rückhalt in der Familie spielt bei Arbeitslosigkeit eine zentrale Rolle. Je nach dem wie das Verhältnis zu den Eltern ist, können sie ihre Kinder psychisch auffangen und Hilfestellungen geben. Neun von zehn Jugendlichen kommen mit ihren Eltern gut zurecht. Besonders schwierig haben es aber arbeitslose Jugendliche, bei denen das Verhältnis zwischen ihnen und den Eltern schlechter ausfällt. Ebenso wirkt die soziale Herkunft als Indikator für das Verhältnis zwischen Eltern und Kind.85
Die Eltern der Unterschicht erfahren in ihren Beruf Unterdrückung und Frustration, was sich in aggressivem oder gleichgültigem Verhalten gegenüber dem eigenen Kind äußert.86
Trotzdem wirkt die Familie für alle Jugendlichen „…weiterhin als Schutzraum […], als eine Rückzugsmöglichkeit…“.87 Die Familie ist in ihrer schweren und oft ersten Lebenskrise der einzige Halt. Dennoch ist bewiesen, dass sich die Länge der Arbeitslosigkeit auf die Konfliktbereitschaft auswirkt.88
Die Arbeitslosigkeit beginnt bei den Jugendlichen in einem Zeitrahmen, in dem sie sich selbstständig machen und sich aus dem Elternhaus herauslösen wollen. Dies kann zu schwerwiegenden innerfamiliären Konflikten führen, da der Verlust der Arbeit die Jugendlichen zwingt bei ihren Eltern zu bleiben oder dorthin zurückzukehren.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der Jugendarbeitslosigkeit ein und verdeutlicht die Notwendigkeit, sowohl psychische als auch soziale Folgen wissenschaftlich zu betrachten.
2 Begriffsabgrenzung Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe und grenzt die Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen präzise ein.
3 Entwicklung und Situation der Jugendarbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland: Hier wird der historische Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen sowie deren aktuelle Situation im nationalen und internationalen Vergleich analysiert.
4 Ursachen von Jugendarbeitslosigkeit vor dem Hintergrund der sozialen Milieus: Das Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen sozialer Schichtung, Bildungschancen und dem Übergang von der Schule in die Berufswelt.
5 Psychische, psychosoziale und ökonomische Belastungen von arbeitslosen Jugendlichen: Der Hauptteil untersucht die schwerwiegenden Folgen wie Identitätskrisen, Isolation, den Zerfall der Zeitstruktur und finanzielle Belastungen.
6 Strategien gegen Jugendarbeitslosigkeit: Die Autorin bewertet staatliche Hilfsprogramme wie JUMP und JOBSTARTER sowie schulische Maßnahmen als Lösungsansätze für die Integration in den Arbeitsmarkt.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert an eine verbesserte Förderung von Jugendlichen durch Politik, Wirtschaft und Familie, um Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.
Jugendarbeitslosigkeit, Soziale Milieus, Bildungschancen, Identitätsbildung, Langzeitarbeitslosigkeit, Psychische Belastung, Sozialstruktur, JUMP, JOBSTARTER, Duales Ausbildungssystem, Lebensängste, Perspektivlosigkeit, Arbeitsmarktforschung.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung soziologischer und psychologischer Aspekte.
Zentrale Themen sind der Einfluss der sozialen Herkunft auf Bildungserfolge, die psychischen Folgen von Arbeitslosigkeit und die Wirksamkeit staatlicher Förderprogramme.
Ziel ist es, die Ursachen für den schwierigen Übergang in die Berufswelt zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Jugendliche durch gezielte Maßnahmen vor Isolation und Identitätskrisen geschützt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse empirischer Studien und statistischer Daten staatlicher Institutionen zur Lage der Jugendarbeitslosigkeit.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die psychosozialen Belastungsfaktoren: von der Rolle der Familie über den Zerfall der Zeitstruktur bis hin zur schleichenden Identitätskrise durch Erfolglosigkeit bei der Jobsuche.
Wichtige Schlagworte sind Jugendarbeitslosigkeit, soziale Milieus, Identitätskrise, Bildungschancen und staatliche Integrationsstrategien.
Die Autorin zeigt auf, dass Kinder aus bildungsfernen Familien systematisch benachteiligt werden und ihre Startchancen durch eine geringere Unterstützung und andere kulturelle Werte innerhalb der Familie oft schlechter sind.
JUMP zielte darauf ab, neben der beruflichen Qualifizierung insbesondere die psychische Stabilität der Jugendlichen zu fördern, da lang anhaltende Arbeitslosigkeit häufig zu depressiven Zuständen und Resignation führt.
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