Diplomarbeit, 2009
112 Seiten, Note: Sehr Gut
1 Einleitung
2 Risikomanagement bei Verkehrsunternehmen
2.1 Systematisierung von Risiko
2.2 Der Risikomanagementbegriff
2.2.1 Risikomanagement Ansatz
2.2.1.1 Risikoerkennung/ -identifikation
2.2.1.2 Risikoanalyse/ -bewertung
2.2.1.3 Risikohandhabung/ -steuerung
2.2.1.4 Risikokontrolle/ -überwachung
2.2.2 Organisationsmöglichkeiten des Risikomanagements
2.3 Risiken von Verkehrsunternehmen
2.4 Der Ölmarkt
2.4.1 Geschichtliche Entwicklung
2.4.2 Abhängige Transportbranche
3 Hedging als Maßnahme des Risikomanagements
3.1 Geschichtliche Entwicklung von Terminbörsen, Derivaten und Hedging
3.2 Abgrenzung Kassa- und Terminmarkt
3.3 Terminbörsen
3.3.1 Funktionen von Terminbörsen
3.3.2 Wichtige Terminbörsen
3.4 Abgrenzung Spekulation und Hedging
3.5 Kritik an der Spekulation mit Derivaten
3.6 Hedginginstrumente im engeren Sinn
3.6.1 Forwards und Futures
3.6.1.1 Auflösung einer Futuresposition
3.6.1.2 Margining / marking-to-market
3.6.1.3 Preisbildung von Futures
3.6.1.4 Kosten von Forwards und Futures
3.6.1.5 Relevanz von Forwards und Futures zum Treibstoffhedging
3.6.2 Swaps
3.6.2.1 Kosten von Swaps
3.6.2.2 Relevanz von Swaps zum Treibstoffhedging
3.6.3 Optionen
3.6.3.1 Weitere praxisrelevante Instrumente
3.6.3.2 Hebelwirkung von Optionen
3.6.3.3 Auflösung einer Optionsposition
3.6.3.4 Margining
3.6.3.5 Gewinn- und Verlust (GuV)-Profile
3.6.3.6 Optionspreisbildung
3.6.3.7 Kosten von Optionen
3.6.3.8 Relevanz von Optionen zum Treibstoffhedging
3.7 Hedginginstrumente im weiteren Sinn
3.7.1 Lagerhaltung
3.7.2 Langfristige Verträge
3.8 Vor- und Nachteile von Hedging
3.9 Risiken durch Hedging mit Derivaten
3.9.1 Marktrisiko
3.9.2 Kreditrisiko
3.9.3 Rechtliche und operationale Risiken
4 Treibstoffhedgingverhalten von Verkehrsunternehmen
4.1 Einleitung
4.2 Analyse des Treibstoffhedgingverhaltens von Verkehrsunternehmen
4.2.1 Treibstoffhedging im engeren Sinn – Strategien von ausgesuchten Transportunternehmen
4.2.1.1 Luftfahrt
4.2.1.2 Schienenverkehr
4.2.1.3 Straßenverkehr
4.2.1.4 Schifffahrt
4.2.1.5 Treibstoffhandel
4.2.2 Treibstoffhedging im weiteren Sinn
4.2.3 Kein Treibstoffhedging
5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht, wie Verkehrsunternehmen mit den hohen Volatilitäten an den Rohstoffmärkten umgehen und welche Strategien sie einsetzen, um sich gegen Treibstoffpreisrisiken abzusichern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Faktoren die Entscheidung für oder gegen ein Treibstoffhedgingprogramm maßgeblich beeinflussen.
3.4 Abgrenzung Spekulation und Hedging
In der Semantik bedeutet Hedging soviel wie “Schutz bieten”. Umgelegt auf die wirtschaftliche Bedeutung werden am Kassa- und Terminmarkt gleichzeitig Positionen eingegangen, die sich bis zur Fälligkeit möglichst vollständig kompensieren. Die offene Position am Kassamarkt wird sozusagen mit der Terminmarktposition geschlossen und daher für Schutz gegen negative Preisänderungen gesorgt, aber meist auch die Chance auf positive Preisänderungen aufgegeben. Die Instrumente werden nach Art und Umfang so gewählt, dass das Risiko der offenen Positionen weitestgehend minimiert wird.
USZCZAPOWSKI definiert Hedgingmaßnahmen ganz einfach als Absicherungsgeschäfte.
An diesen Begriff lehnen sich auch CUSATIS/THOMAS an und beschreiben ihn folgendermaßen: „Hedging is an approach to risk management that uses financial instruments to neutralize the systematic risk of price changes or cash flows. [...] By reducing risk exposure, hedging allows companies to focus on their core business.”
BARCKOW/BEIKE führen aus, dass Hedging zu Sicherungszwecken für zukünftige Zahlungen abgeschlossen wird. Anstatt sich von der Marktpreisentwicklung abhängig zu machen, ist es möglich, heute ein zur Grundposition entgegen gesetztes Termingeschäft abzuschließen und sich gewünschte Konditionen bereits in der Gegenwart zu sichern.
Folgendes Beispiel soll Hedging, wie gerade erklärt, als synchronisierte Maßnahme auf zwei Märkten illustrieren: Der Verkehrsbetrieb „Laster“, der Treibstoff am Kassamarkt bezieht, ist von zukünftigen Preissteigerungen bei diesem Rohstoff bedroht. Aus diesem Grund kauft er– geht also eine Long-Position ein – am Terminmarkt einen Kontrakt, der einen zukünftigen Spritbezugspreis garantiert. „Laster“ profitiert folglich von Preissteigerungen über diesen fixierten Preis, da am Terminmarkt durch den erworbenen Kontrakt Gewinne erzielt werden. Andererseits bedeutet teurerer Treibstoff Verluste beim nächsten Spriteinkauf. „Laster“ sorgt also dafür, dass zukünftige Preissteigerungen keinen Einfluss auf seine Liquidität haben, denn der mit dem Termingeschäft fixierte Preis wird eingefroren.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Problemstellung der Preisvolatilität an Rohstoffmärkten und grenzt den Fokus auf den Treibstoffeinkauf von Verkehrsunternehmen ein.
2 Risikomanagement bei Verkehrsunternehmen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements und identifiziert die spezifischen Risiken, denen Transportbetriebe ausgesetzt sind.
3 Hedging als Maßnahme des Risikomanagements: Hier werden Definitionen von Hedging und Spekulation voneinander abgegrenzt und die verschiedenen Derivat-Instrumente wie Futures, Swaps und Optionen im Detail analysiert.
4 Treibstoffhedgingverhalten von Verkehrsunternehmen: Das Hauptkapitel präsentiert die Analyse von Fallstudien und Interviews zum tatsächlichen Einsatz von Absicherungsstrategien in der Branche.
5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel resümiert die wichtigsten Erkenntnisse und stellt die Faktoren dar, die für Verkehrsunternehmen die Entscheidung für ein Hedgingprogramm bestimmen.
Treibstoffhedging, Risikomanagement, Rohölmarkt, Preisvolatilität, Derivate, Futures, Forwards, Swaps, Optionen, Verkehrsunternehmen, Luftfahrt, Kostenstruktur, Absicherung, Spekulation, Marktpreisrisiko
Die Arbeit untersucht den Umgang von Verkehrsunternehmen mit der Volatilität von Treibstoffpreisen und beleuchtet dabei den Einsatz von Hedging als Absicherungsinstrument.
Die zentralen Themen sind das betriebliche Risikomanagement, der globale Ölmarkt, die Funktionsweise von Finanzderivaten und die spezifische Hedging-Praxis verschiedener Verkehrsträger.
Ziel ist es, die Einflussfaktoren zu bestimmen, die ein Verkehrsunternehmen dazu bewegen, ein Treibstoffhedgingprogramm zu starten, und zu klären, warum dies für manche Unternehmen sinnvoll ist und für andere nicht.
Die Untersuchung basiert auf einer Kombination aus einer umfassenden Sekundärliteraturrecherche und der Auswertung von Fallstudien, die durch Leitfadeninterviews mit internationalen Unternehmen gewonnen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Risikomanagement und Derivaten sowie die empirische Analyse des Treibstoffhedgingverhaltens ausgewählter Transportbetriebe.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Treibstoffhedging, Preisvolatilität, Derivate, Risikomanagement und die Differenzierung zwischen Spekulation und Absicherung charakterisiert.
Ein wesentlicher Grund ist die unterschiedliche steuerliche Behandlung: Während auf Kerosin in vielen Regionen keine oder nur geringe Steuern erhoben werden, unterliegen Benzin und Diesel deutlich höheren Steuersätzen, was die Preisvolatilität des Flugtreibstoffs stärker hervorhebt.
Die Untersuchung zeigt, dass Treibstoffhedging mit Derivaten oft ab einer gewissen Unternehmensgröße profitabel ist, da hohe Kosten für Marginhinterlegungen und Know-how-Ressourcen anfallen.
Southwest Airlines verfolgt eine sehr konsequente und aggressive langfristige Hedgingstrategie, die als Paradebeispiel für Planungssicherheit gilt, während andere LCCs oft zurückhaltender agieren.
Ein „Natural Hedge“ liegt vor, wenn Einkaufs- und Verkaufskonditionen (z.B. FOB Rotterdam) zeitlich und preislich direkt miteinander korrelieren, wodurch kein zusätzlicher Absicherungsbedarf über Derivate besteht.
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