Bachelorarbeit, 2017
23 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Inhaltlicher Überblick zu den Adelphen des Terenz
2.1 Der Konflikt der Brüder im ersten Akt und die Darstellung ihrer Erziehung
2.2 Die Verspottung des Demea
2.3 Der Konflikt der Brüder im vierten Akt
3. Demeas Wandlung im Schlussakt
3.1 Demeas Schlussrede
3.2 Deutung
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische und charakterliche Wandlung der Figur Demea in Publius Terentius Afers Komödie "Adelphoe". Dabei wird insbesondere der Erziehungsstreit zwischen den ungleichen Brüdern Micio und Demea analysiert, um zu ergründen, ob Demeas Sinneswandel im Schlussakt als authentische Entwicklung oder als konstruierte Täuschung zu bewerten ist.
2. Inhaltlicher Überblick zu den Adelphen des Terenz
Im Bühnenstück Adelphoe des Terenz sind die namensgebenden Brüder der Bauer Demea und der Städter Micio. Zum Zeitpunkt der Geschehnisse sind sie keine jungen Männer mehr, sondern nehmen die Rollen der senes an, die im römischen Lustspiel üblich sind4. Lediglich der ältere Demea ist verheiratet und hat zwei Söhne: Aeschinus und Ctesipho. Während Ctesipho von seinem leiblichen Vater aufgezogen wird, adoptiert sein Bruder den anderen Sohn, Aeschinus, und erzieht ihn fortan, wie er selbst es als richtig erachtet. In ihrer Auffassung und Durchführung der Erziehung ihrer Söhne unterscheiden sich die beiden Brüder jedoch sehr. Micio lässt Aeschinus in dessen Betragen viele Freiheiten und sieht über manche Tat hinweg, weil er Verständnis für den Tatendrang der Jugend zeigen möchte. Darüber hinaus ist er sehr spendabel (lepidus senex) und bringt diese Freigiebigkeit auch seinem Sohn nahe. Auf der anderen Seite verfolgt Demea einen sehr strengen Kurs als Vater (severus senex). Die übermäßige Nachsichtigkeit seines Bruders tadelt er und wirft ihm vor, Aeschinus in seinem Wesen zu verderben.
Das Zerwürfnis der beiden Brüder wird in gesteigertem Ausmaß vorangetrieben, als Demea von einem weiteren Fehltritt des Aeschinus hört. So habe jener die psaltria Bacchis des Kupplers Sannio entführt. Dazu kommt eine weitere Problematik, da die hochschwangere Pamphila, die Aeschinus eigentlich versprochen ist, und deren Mutter Sostrata ebenfalls von dem Vorfall erfahren. Trotz der großen Schwierigkeiten, die der Fehltritt seines Sohnes nach sich ziehen, verhält sich Micio, obwohl er von seinem Bruder zu mehr Strenge gedrängt wird, ruhig und ändert seine Haltung gegenüber Aeschinus nicht.
Er erfährt schließlich, dass Aeschinus zwar den Raub der Bacchis verübt hat. Allerdings ist er von Ctesipho, dem Sohn des Demea, angehalten worden, dies zu tun, denn jener habe sich in Bacchis verliebt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das literarische Motiv des Brüderkonflikts und führt in die spezifische Problematik der Adelphoe sowie die Forschungsrelevanz von Demeas Sinneswandel ein.
2. Inhaltlicher Überblick zu den Adelphen des Terenz: Dieses Kapitel fasst die Ausgangslage des Stücks zusammen, insbesondere die gegensätzlichen Erziehungsstile von Micio und Demea und die daraus resultierenden Spannungen durch die Fehltritte von Aeschinus.
2.1 Der Konflikt der Brüder im ersten Akt und die Darstellung ihrer Erziehung: Hier werden die philosophischen Grundlagen (aequanititas vs. paideia) und die pädagogischen Extrempositionen der beiden Protagonisten detailliert gegenübergestellt.
2.2 Die Verspottung des Demea: Dieses Kapitel thematisiert, wie der Sklave Syrus durch seine Handlungen Demeas Unbeholfenheit bloßstellt und ihn zur Witzfigur degradiert.
2.3 Der Konflikt der Brüder im vierten Akt: Fokus auf der Zuspitzung des Misstrauens gegenüber Micio und der zunehmenden emotionalen Emotionalisierung und Lächerlichkeit von Demeas Auftreten.
3. Demeas Wandlung im Schlussakt: Analyse des Wendepunkts im Stück, an dem Demea beginnt, die Methoden seines Bruders zu imitieren, um Söhne und Publikum für sich zu gewinnen.
3.1 Demeas Schlussrede: Untersuchung der spezifischen rhetorischen Argumentation in der Schlussrede und deren Wirkung auf die anderen Figuren.
3.2 Deutung: Einordnung der Wandlung im kulturellen Kontext und Diskussion, ob es sich um eine authentische Metamorphose oder Satire handelt.
4. Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse mit dem Hinweis auf die Komplexität der terenzischen Inszenierung.
Adelphoe, Terenz, Demea, Micio, Erziehungsstreit, Brüderkonflikt, römische Komödie, Pädagogik, Sinneswandel, aequanititas, severus senex, Aeschinus, Ctesipho, Metamorphose, antike Literatur.
Die Arbeit analysiert die Charakterwandlung der Figur Demea in der Komödie Adelphoe des lateinischen Dichters Terenz, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Gegensatz zu seinem Bruder Micio liegt.
Zentrale Felder sind die verschiedenen Erziehungsmodelle im antiken Rom, die soziale Dynamik innerhalb einer Familie sowie die literarische Darstellung von Konflikten zwischen Individuen mit gegensätzlichen Weltanschauungen.
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob der plötzliche Sinneswandel von Demea im letzten Akt des Stücks als echter psychologischer Fortschritt oder als ein Stück Ironie des Autors zu verstehen ist.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung zeitgenössischer Kommentarliteratur (Donat) und der modernen Forschung diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Einführung, detaillierte Ak-Analysen bezüglich der Konfliktdynamik und die abschließende hermeneutische Deutung der Schlussrede Demeas.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Adelphoe, Terenz, Erziehungsstile, Brüderkonflikt und Komödiengenre charakterisiert.
Micio agiert als liberaler, nachgiebiger Erzieher (aequanimitas), während Demea ein strenges, autoritäres Modell (severus senex) verfolgt, das auf Zucht und Ordnung basiert.
Besonders durch die Manipulationen des Sklaven Syrus wird Demeas Unbeholfenheit offengelegt, was ihn wiederholt der Lächerlichkeit preisgibt und seine moralische Überlegenheit untergräbt.
Die Arbeit zeigt auf, dass dies in der Forschung umstritten ist; es spricht viel für eine satirische Überzeichnung durch Terenz, die Demeas eigentliche Beständigkeit in seinem starren Wesen beibehalten könnte.
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