Bachelorarbeit, 2009
59 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Forschungsstand zu ‚Sprache und Emotion‘
2.1 Entwicklungsgeschichte einer neuen Perspektive
2.2 Forschungsergebnisse
2.2.1 Definitionsproblem
2.2.2 Emotion und Kognition
2.2.3 Emotionsregeln
2.2.4 Rahmenbedingungen
3. Der Stellenwert von ‚Sprache und Emotion‘ in der Fremdsprachendidaktik
3.1 Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts
3.2 Emotionen im Fremdsprachenunterricht
3.2.1 Entwicklung bis heute
3.2.2 Aussichten für die Zukunft
3.3 Die Lehrwerkanalyse
3.3.1 Wozu eine Lehrwerkanalyse?
3.3.2 Auswahl und Bewertungskriterien
3.4 Die Analyse von Tangram aktuell 2 & 3
3.4.1 Kriterium 1: Explizite Emotionen
3.4.2 Kriterium 2: Rules-Einbettung
3.4.3 Zusammenfassende Auswertung
4. Eigene gesprächslinguistische Studie zum sprachlichen Ausdruck von Emotionen bei Fremdsprachenlernen
4.1 Empirische Forschung für den DaF-Unterricht
4.2 Setting der Gespräche
4.3 Ergebnisse und Interpretation
4.3.1 Verdoppelung von Steigerungspartikeln
4.3.2 Der Gebrauch der Modalverben
4.3.3 Abwertende Ausdrücke
4.3.4 Gebrauch des Satzadverbs „bestimmt“
4.3.5 Deutsches „ja“ vs. Spanisches „ya“
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den sprachlichen Ausdruck von Emotionen bei Fremdsprachenlernern unter Berücksichtigung theoretischer linguistischer Erkenntnisse und ihrer praktischen Anwendung in der Fremdsprachendidaktik, um Denkanregungen für eine ganzheitliche Sprachvermittlung zu liefern.
2.2.1 Definitionsproblem
Das Vorhaben eine feste Definition bzw. Konzeptualisierung für Emotionen zu finden, stellt sich schnell als eine problematische Aufgabe heraus, da sich das innere Gefühlsleben natürlich nicht exakt von außen bestimmen lässt. Diese Schwierigkeit verdeutlicht sich zusätzlich durch eine Überblicksstudie von Kleinginna und Kleinginna aus dem Jahre 1981, die mit über neunzig gesammelten Definitionsvorschlägen der englischsprachigen Emotionsforschung, den Widerspruch bezüglich einer Begriffsbestimmung repräsentiert (Battacchi 1997: 16). Nach einer schlüssigen Analyse dieser Ausarbeitung konnten jedoch elf Klassifikationskategorien herausgearbeitet werden, die noch bis heute in der Wissenschaft der Emotionspsychologie Geltung haben. Aber auch dieser Systematisierung des Emotionsbegriffs gelingt es nicht, das ganze Spektrum der möglichen Definitionen zu erfassen, da der relativ neue sozial-konstruktivistische Ansatz, der „Emotion als sozial vermitteltes Konstrukt im Sinne von transitorischen sozialen Rollen ansieht“ (ebd. 1997: 17) mit einbezogen werden müsste. Bezüglich dieser Rollen, die jedes Individuum in einer Interaktion einnimmt wird in Kapitel 2.2.3 noch auf das Phänomen der „display“ bzw. „feeling-rules“ eingegangen.
Wenn allerdings die Grundlage einer einheitlichen Begriffsbestimmung fehlt, können streng genommen keine weiteren empirischen Untersuchungen erfolgen. Um diesem Hindernis zu entgehen, werde ich die Arbeitsdefinition von Schwarz-Friesel übernehmen:
„[…] die Emotion als ein mehrdimensionalen Komplex von bewussten und unbewussten Kenntnissen, Repräsentationen und Prozessen beschreibt. Kennzeichnend für emotionale Kenntnisse, Zustände und Aktivierungen ist, dass es sich hierbei um auf innere und äußere Erlebniskomponenten bezogene Bewertungen handelt“. (Schwarz-Friesel 2007: 48)
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Notwendigkeit, emotionale Aspekte der Sprache in die Fremdsprachendidaktik zu integrieren, und stellt die methodische Vorgehensweise (Lehrwerk- und Gesprächsanalyse) vor.
2. Der Forschungsstand zu ‚Sprache und Emotion‘: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die linguistische Entwicklung, das Verhältnis von Emotion und Kognition sowie die Relevanz von Emotionsregeln.
3. Der Stellenwert von ‚Sprache und Emotion‘ in der Fremdsprachendidaktik: Hier wird die Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts sowie die gezielte Analyse des Lehrwerks Tangram aktuell in Bezug auf explizite Emotionen und "Rules-Einbettung" thematisiert.
4. Eigene gesprächslinguistische Studie zum sprachlichen Ausdruck von Emotionen bei Fremdsprachenlernen: Dieser Teil präsentiert die empirische Untersuchung anhand von Transkripten, analysiert spezifische sprachliche Phänomene und leitet daraus didaktische Konsequenzen ab.
5. Fazit: Die Arbeit fasst ihre Ergebnisse zusammen und betont, dass der emotionale Aspekt der Sprache zentral für die kommunikative Kompetenz ist, was eine konsequentere didaktische Berücksichtigung erfordert.
Sprache und Emotion, Fremdsprachendidaktik, DaF-Unterricht, Lehrwerkanalyse, Gesprächsanalyse, Emotionsregeln, Kognition, kommunikative Kompetenz, Interkulturalität, Basisemotionen, Display Rules, Modalverben, Sprachlehrforschung, Empirische Forschung, Interaktion.
Die Arbeit untersucht, wie Emotionen im Fremdsprachenunterricht vermittelt werden und wie fortgeschrittene Fremdsprachenlerner diese sprachlich ausdrücken.
Die zentralen Felder sind die Verbindung von Sprache und Emotion, die Analyse von Lehrwerken (speziell "Tangram aktuell") und die gesprächslinguistische Analyse von alltäglichen Interaktionen unter Nicht-Muttersprachlern.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Emotionen als zentraler Bestandteil der "kommunikativen Kompetenz" stärker in den Fremdsprachenunterricht integriert werden können, um Missverständnisse zu vermeiden.
Die Arbeit nutzt zwei Hauptmethoden: eine systematische Lehrwerkanalyse auf Basis von Kriterienkatalogen sowie eine empirische Gesprächsanalyse anhand von transkribierten Dialogen.
Im Hauptteil werden neben der Theorie zu Emotionen die explizite Behandlung von Gefühlen in Lehrbüchern und der tatsächliche Gebrauch von Partikeln, Modalverben und umgangssprachlichen Ausdrücken durch Spanisch sprechende Deutschlerner analysiert.
Wichtige Begriffe sind "emotionale Wende", "Rules-Einbettung", "interkulturelle Kommunikation" und "kommunikative Kompetenz".
In der Studie wird beobachtet, dass das Satzadverb "bestimmt" grammatikalisch ungewöhnlich am Satzende eingesetzt wird, um der eigenen Aussage eine endgültige, überzeugende Kraft zu verleihen.
Es wird aufgezeigt, dass das spanische "ya" in der Umgangssprache despektierlich wirken kann, was bei interkulturellen Gesprächen mit deutschen Muttersprachlern zu ungewollten Konflikten führen kann.
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