Bachelorarbeit, 2023
94 Seiten, Note: 2,3
1. Die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland
1.1 Geschichte und Entwicklung
1.2 Die Gefahr der Instabilität der Sozialversicherungssysteme
1.3 Der Fachkräftemangel und die drohenden Folgen
1.4 Die Notwendigkeit zur Implementierung neuer Konzepte in der stationären Altenhilfe
1.4.1 Stationäre Einrichtungen als „totale Institution“
1.4.2 Bedürfnisanalyse nach Maslow
1.4.3 Stressbewältigung durch Salutogenese
2 Das Magnet®-Hospital Konzept als Problemlösungsstrategie
2.1 Grundgedanke des Magnet®-Hospital Konzeptes
2.2 Die verschiedenen Magnetkomponenten
2.2.1 Magnetkomponente: Transformationale Führung
2.2.2 Magnetkomponente: Strukturelle Bevollmächtigung
2.2.3 Magnetkomponente: Beispielhafte professionelle Praxis
2.2.4 Magnetkomponente: Neues Wissen, Innovationen und Verbesserungen
2.2.5 Magnetkomponente: Empirische Outcomes/Kennzahlen
2.3 Bildung der Forschungsfrage
3.Methodenbeschreibung
3.1 Methodisches Vorgehen
3.1.1 Rechercheprozess
3.1.2 Zielgruppe
3.1.3 Rücklaufquote
4. Auswertung des herausgegebenen Fragebogens
4.1 Deskriptive Auswertung der durchgeführten Befragung
4.2 Interpretative Auswertung der gesammelten Ergebnisse
4.2.1 Herausforderungen des Managements bei der strategischen Ausrichtung von Unternehmen des Gesundheitswesens
4.2.2 Ökonomisierung des Gesundheitswesens
4.2.3 Der zunehmende Einfluss von private equity Unternehmen in das Versorgungssystem
4.2.4 Der Einfluss der politischen Entscheidungsträger auf das Gesundheitssystem und die Sozialversicherungssysteme
4.2.5 Einflussmöglichkeiten von Gewerkschaften und Kammern
4.2.6 Die Rolle der Überwachungs-/und Aufsichtsbehörden
5. Zusammenfassung und Fazit
5.1 Beantwortung der Forschungsfrage
5.2 Ausblick für Forschung und Praxis
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das aus den USA stammende Magnet®-Hospital-Konzept als Problemlösungsstrategie auf den vollstationären Langzeitpflegebereich in Nordrhein-Westfalen übertragen werden kann. Im Fokus steht dabei die Managementperspektive, um der aufgrund des demografischen Wandels entstehenden Arbeitsverdichtung, dem Fachkräftemangel und den sinkenden Kapazitäten im Pflegebereich entgegenzuwirken.
1.4.1 Stationäre Einrichtungen als „totale Institution“
Zu den wichtigsten Merkmalen gehört, dass totale Institutionen einen gewissen Raum zur Verfügung stellen, in welchem bestimmte Tätigkeiten ausgeübt werden. Darunter versteht man zum Beispiel, die Dienstleistung, die von dem dort vorhandenen Mitarbeiterstab ausgeführt wird. In Bezug auf die stationäre Langzeitpflege ist hier die direkte Pflege und Betreuung zu nennen, die durch die dort eingesetzten Mitarbeiter gewährleistet wird. Des Weiteren sind die totalen Institutionen in der Regel „allumfassend“, das bedeutet, dass die Insassen einen großen Teil ihrer Zeit dort verbringen und die Bedürfnisse und Interessen innerhalb der Organisation ausgeübt werden müssen. Totale Institutionen bilden demnach eine eigene Welt für Mitarbeiter und auch die Insassen (Goffman 2020). Weitere Merkmale, die sich auf die stationäre Langzeitpflege übertragen lassen, sind, dass die Bewohner innerhalb der Einrichtung erheblich in der eigenen Autonomie eingeschränkt werden und sich ihr gesamtes Leben in dieser abspielt. Die Einrichtung steht dabei unter der permanenten Leitung einer zentralen Autorität. Der Tagesablauf und die Tagesstruktur werden von der Einrichtung und dem dort eingesetzten Personal geplant. Die Insassen werden in der Entscheidungsfindung nur selten eingebunden und müssen dabei den Anordnungen des Personals Folge leisten. Dem Personal wird in totalen Institutionen eine besondere Rolle zugeschrieben, da es sich in einem permanenten Konflikt befindet (Dollinger und Schmidt 2015). Auf der einen Seite haben die Mitarbeiter die Aufgabe die Insassen zu überwachen (z.B. in Form von Kontrollgängen) und befinden sich in einer überlegenen Funktion, da sie die Spielregeln in der Einrichtung festlegen und über die Insassen entscheiden können, aber auf der anderen Seite ist das Personal auch in einer sehr schlechten Position, da die Insassen zahlenmäßig überlegen sind und so Druck auf die Bediensteten ausüben können (Katzler 2009). Dadurch, weil das Personal die Tagesstruktur der Bewohner plant, besteht jedoch die Gefahr, dass diese in Langeweile versinken, da die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten nicht berücksichtigt werden, sodass langfristig ein Schaden der Persönlichkeit bei den Betroffenen zu beobachten ist (Goffman 2020).
1. Die demographische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland: Analysiert die Herausforderungen durch den demografischen Wandel, die steigende Lebenserwartung und die damit verbundene Belastung für die Sozialversicherungssysteme.
2 Das Magnet®-Hospital Konzept als Problemlösungsstrategie: Stellt das Magnet-Konzept als Lösungsansatz gegen Personalmangel vor und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Übertragbarkeit auf die stationäre Altenhilfe.
3.Methodenbeschreibung: Beschreibt den quantitativen Forschungsansatz, den Rechercheprozess und die Durchführung einer Pre-Test-Umfrage in Einrichtungen zur Erhebung der Ausgangslage.
4. Auswertung des herausgegebenen Fragebogens: Präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Befragung und interpretiert die Bedeutung von Führung, Innovation und Kennzahlen für die strategische Ausrichtung.
5. Zusammenfassung und Fazit: Reflektiert die Ergebnisse der Forschungsfrage, diskutiert die Schwierigkeiten der Implementierung in Deutschland und gibt Handlungsempfehlungen aus Management-Sicht.
Magnet®-Hospital-Konzept, stationäre Altenhilfe, Pflegemanagement, demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Transformationale Führung, Pflegeforschung, Kennzahlen im Gesundheitswesen, Sozialversicherung, Versorgungsqualität, Privatisierung, berufliche Professionalisierung, Resilienz, Personalanhaltszahlen, Gesundheitsmanagement.
Die Arbeit analysiert, inwieweit das US-amerikanische Magnet®-Hospital-Konzept, das auf qualitativ hochwertige Patientenversorgung und Personalbindung setzt, in den Kontext der deutschen stationären Langzeitpflege übertragen werden kann.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des demografischen Wandels, die Professionalisierung der Pflege, die Steuerung durch das Managements, der Einfluss ökonomischer Faktoren (wie Privatisierung) sowie die Rolle der Führungskräfte in der Resilienzförderung.
Die Forschungsfrage lautet: „Kann eine flächendeckende Implementierung des Magnet® Hospital Konzeptes aus der Perspektive des Managements im Bereich der stationären Altenhilfe in Nordrhein-Westfalen gelingen?“
Der Autor führt eine quantitative Studie durch, die mittels eines Fragebogens in einem Pre-Test in drei vollstationären Pflegeeinrichtungen im Raum Duisburg durchgeführt wurde, ergänzt durch eine umfangreiche Literaturrecherche und Expertenkontakte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Magnet-Konzeptes, die Methodenbeschreibung der eigenen Studie sowie eine deskriptive und interpretative Auswertung der erhobenen Daten zu Führung, Innovation und ökonomischer Steuerung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Magnet-Konzept, Pflegemanagement, stationäre Altenhilfe, Fachkräftemangel, Ökonomisierung und Führungskräfteentwicklung.
Die Arbeit betont, dass ohne politischen Rückhalt und Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. Finanzierung, Personalbemessung) eine wissenschaftlich orientierte Professionalisierung der Pflegeberufe in Deutschland nur schwer realisierbar ist.
Der Autor zeigt sich kritisch gegenüber einer reinen betriebswirtschaftlichen Steuerung. Es wird gewarnt, dass einseitige Einsparungen oder der Einfluss von Privatinvestoren zu Qualitätseinbußen führen können, weshalb eine transparente strategische Steuerung (z.B. durch das Magnet-Konzept) notwendig ist.
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