Bachelorarbeit, 2020
114 Seiten, Note: 1,0
1. Die aktuelle Problemstellung
1.1. Gewalt durch Fachkräfte in der öffentlichen Diskussion
1.2. Die Bedeutung der Rahmenbedingungen
1.3. Der Versuch einer Begriffsbestimmung
1.4. Die hohe Schutzbedürftigkeit junger Kinder
1.5. Mögliche Auslöser von Gewalthandlungen
2. Eine beispielhafte Betrachtung der Praxis
2.1. Zur Methodik der Interviews
2.2. Interview mit einer Hortleitung
2.3. Interview mit einer Kindertagesstätten-Leitung
3. Mögliche Erkenntnisse aus den Interviews
3.1. Individuelle Bedürfnisse
3.2. Die Überforderung als möglicher Auslöser
3.3. Mögliche Mängel in der Ausbildung
3.4. Fehlende interne oder externe Unterstützung
3.5. Mangelnde Kenntnisse im rechtlichen Bereich
4. Die Professionelle Haltung als Basis
4.1. Eine Annäherung an den Begriff
4.2. Der Einfluss der Professionellen Haltung
4.3. Ein möglicher Erwerb einer professionellen Haltung
5. Das Konzept der Sensitiven Responsivität
5.1. Erkenntnisinteressen und Methoden der Studie
5.2. Die theoretische Hintergründe der Studie
5.3. Signifikante Ergebnisse
5.4. Kritik an der Bindungstheorie
6. Der Pikler-Ansatz und der respektvolle Umgang mit dem Kind
6.1. Das Kind als Person gesehen
6.2. Beziehungen zu konstanten Bezugspersonen
6.3. Die Pflege als Einzelkontakt
6.4. Die freie Bewegungsentwicklung
6.5. Die Eigeninitiative
6.6. Die konstant freundliche Kommunikation
6.7. Die aufmerksame Haltung
6.8. Die unterstützende Organisation
7. Zwischenfazit: Mögliche Parallelen
8. Beispielhafte Möglichkeiten der Sensibilisierung
8.1. Sensibilisierung über Ethik-Ansätze
8.2. Sensibilisierung über den Kinderrechtsansatz
8.3. Sensibilisierung über die Sensitiven Responsivität
8.4. Sensibilisierung durch die Bindungskritik
8.5. Sensibilisierung über Beobachtung und Dokumentation
8.6. Sensibilisierung durch „Sensory Awareness“
9. Möglichkeiten der Eigenunterstützung
9.1. Unterstützung durch Organisation
9.2. Wege der Selbstunterstützung
9.3. Mögliche Teamunterstützung
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Gewalt durch pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich, um präventive Wege der Sensibilisierung aufzuzeigen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie ein respektvoller Umgang mit dem Kind durch fachliche Professionalisierung und die Implementierung sensibler Interaktionskonzepte sichergestellt werden kann, auch um Kinder vor Übergriffen in institutionellen Betreuungssituationen zu schützen.
3.1. Individuelle Bedürfnisse
Mehrmals wird in beiden Interviews darauf verwiesen, dass individuelle Bedürfnisse von Kindern nicht geachtet werden. Das Vorkommen psychischer Gewalt in Form von physischem Kontakt ist ein Beispiel dafür: Der vom Erwachsenen initiierte körperliche Kontakt ist nicht schmerzhaft für das Kind, er ist kein physischer Übergriff im klassischen Sinn. Jedoch kann man ihn als respektlos bezeichnen, denn er verletzt das Kind in seiner Integrität als Person. Das zeitliche Bedürfnis eines Kindes wird nicht respektiert, wenn es plötzlich von hinten angefasst und „geschoben“ wird. Es erschrickt oder stolpert vielleicht.
Die Fachkraft selbst muss zufrieden sein können mit dem Kontakt, der möglich ist. Dabei müsste die Haltung der Fachkraft dennoch eine vertrauende sein. Vertrauen in das Kind und sein Potential, auch wenn der Umgang anders abläuft, als sie es kennt. Vertrauen in die vielen möglichen Wege des Lernens könnte ein Ausgangspunkt sein, wie beispielsweise learning by observing (vgl. z. B. Rogoff et al. 2003) statt Lernen durch Lehren. Akzeptieren, dass Kinder auch anders lernen können, als man es selbst kennt, könnte eine Alternative darstellen. Die Fachkraft muss sich vermutlich in ihrer zurückhaltenden Begleitung (vgl. Holtstiege 1991, S. 76) noch mehr zurückhalten.
Die aktuelle Problemstellung: Dieses Kapitel erörtert die gesellschaftliche Relevanz des Themas Gewalt durch Fachkräfte und beleuchtet die Rolle mangelhafter Rahmenbedingungen als Stressfaktoren.
Eine beispielhafte Betrachtung der Praxis: Anhand von zwei Interviews mit Leitungspersonen aus dem Hort- und Kita-Bereich wird der fachliche Blick der Praxis auf Konflikte und Gewaltmomente skizziert.
Mögliche Erkenntnisse aus den Interviews: Die Auswertung zeigt zentrale Probleme wie Überforderung, Defizite in der Ausbildung sowie mangelnde institutionelle Unterstützung auf.
Die Professionelle Haltung als Basis: Hier wird der theoretische Rahmen für eine professionelle Grundhaltung definiert, die als notwendige Voraussetzung für gewaltfreies pädagogisches Handeln dient.
Das Konzept der Sensitiven Responsivität: Vorstellung des Konzepts nach Remsperger, welches feinfühlige Interaktionen messbar und verbesserbar macht.
Der Pikler-Ansatz und der respektvolle Umgang mit dem Kind: Der Fokus liegt auf der Haltung gegenüber dem Kind als Person, auf der konstanten Pflege und der eigeninitiativen Bewegungsentwicklung.
Zwischenfazit: Mögliche Parallelen: Synthese der Konzepte von Remsperger und Pikler, um gemeinsame Anknüpfungspunkte für die praktische Sensibilisierung zu extrahieren.
Beispielhafte Möglichkeiten der Sensibilisierung: Darstellung konkreter Umsetzungsstrategien, wie z.B. Ethik-Ansätze, Kinderrechtsansätze und Hospitationsprozesse im Team.
Möglichkeiten der Eigenunterstützung: Praktische Anleitungen zur Selbstregulation für Fachkräfte, um stressbedingtes Fehlverhalten aktiv zu vermeiden.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass durch gezielte Bewusstseinsbildung und Professionalisierung gewaltfreies Handeln auch unter prekären Bedingungen möglich ist.
Gewalt durch Fachkräfte, Elementarbereich, Sensibilisierung, Fachkraft-Kind-Interaktion, Sensitive Responsivität, Pikler-Ansatz, Kinderrechte, Bindungstheorie, Selbstfürsorge, Achtsamkeit, pädagogische Haltung, Kindesschutz, Respekt, professionelles Handeln, Qualitätsentwicklung.
Die Bachelor-Thesis untersucht, wie trotz gesetzlichem Kinderschutz Gewalt durch pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich entstehen kann und wie eine präventive Sensibilisierung der Akteure dies verhindern kann.
Die Themen umfassen die Identifikation von Auslösern (z.B. Stress, Personalmangel), theoretische Grundlagen der professionellen Haltung sowie praktische Ansätze wie den Pikler-Ansatz und die "Sensitive Responsivität".
Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte durch eine bewusste Haltung und Respekt vor dem Kindesrecht auch in schwierigen Situationen gewaltfrei agieren können.
Es wurde eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Exploration (zwei qualitative Experteninterviews mit Führungskräften) kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Praxis, vergleicht theoretische Konzepte (Pikler vs. Remsperger) und entwickelt Transferansätze für den Kita-Alltag.
Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Gewaltprävention, Kindeswohl, Sensibilisierung, professionelle Haltung und pädagogische Feinfühligkeit beschreiben.
Sie dient als "innerer Kompass" und Basis, um in institutionellen Stresssituationen nicht in reflexartiges, gewaltvolles Handeln zu verfallen, sondern feinfühlig auf die kindlichen Signale zu reagieren.
Durch die strukturierte, respektvolle Organisation der Pflege und Interaktion gibt er Fachkräften klare Handlungsanweisungen, die das Kind als gleichwertiges Gegenüber respektieren.
Es ist ein Konzept, das Fachkräfte dazu befähigt, kindliche Signale präzise wahrzunehmen, korrekt zu interpretieren und prompt sowie angemessen darauf zu reagieren.
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