Bachelorarbeit, 2022
35 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 DAS SPÄTMITTELALTER
2.1 DER SCHREIBER IM MITTELALTER
2.2 HANDSCHRIFTEN DES SPÄTMITTELALTERS
3 DIE MELUSINE IM MANUSKRIPTZEITALTER
3.1 DER MELUSINENMYTHOS
3.2 DIE MELUSINE THÜRINGS VON RINGOLTINGEN
3.3 HANDSCHRIFTLICHE ÜBERLIEFERUNG DER DEUTSCHSPRACHIGEN MELUSINE
3.4 DIE BASLER MELUSINE-HANDSCHRIFT DES NIKOLAUS MEYER ZUM PFEIL (1471)
3.5 DIE LESBARKEIT DER SEITENGESTALTUNG DER BASLER MELUSINE-HANDSCHRIFT
3.6 DIE ILLUSTRATIONEN MEYERS ALS TEXTUNABHÄNGIGE BILDERFOLGEN
4 DIE MELUSINE IM DRUCKZEITALTER
4.1 DAS DRUCKZEITALTER
4.2 DIE MELUSINE IN DER ERSTEN DEUTSCHEN DRUCKÜBERLIEFERUNG BERNHARD RICHELS (1473/74)
4.3 DIE LESBARKEIT DER SEITENGESTALTUNG DER MELUSINE RICHELS
4.4 DIE ILLUSTRATIONEN RICHELS ALS TEXTUNABHÄNGIGE BILDERFOLGEN
4.5 DIE ENTSTEHUNG VON LAYOUTKONVENTIONEN
4.6 DIE MELUSINE IN DER FASSUNG DES BUCHS DER LIEBE (1587)
4.7 DIE LESBARKEIT DER SEITENGESTALTUNG DER MELUSINE IN DER FASSUNG DES BUCHS DER LIEBE
4.8 DIE ILLUSTRATIONEN FEYERABENDS ALS BUCHSCHMUCK
4.9 DIE DISTRIBUTION DER MELUSINE
5 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Seitengestaltung und Lesbarkeit der Melusine-Geschichte anhand ausgewählter Handschriften und Drucke des 15. und 16. Jahrhunderts, um den Medienwandel vom Manuskript zum Buchdruck und die damit einhergehenden Veränderungen in der Textorganisation zu analysieren.
3.5 Die Lesbarkeit der Seitengestaltung der Basler Melusine-Handschrift
Die Einrichtung der Handschrift, insbesondere der Seitengestaltung weist hier eine einspaltige Überlieferung auf. Dass Meyer zum Pfeil sich hier für eine einspaltige Überlieferung entschied, mag daran liegen, dass er sie für seine eigene Bibliothek abschreibt, als auch daran, dass eine einspaltige Handschrift viel einfacher und bequemer zu bewerkstelligen war, sodass man nach Martina Backes von einem „[...] Typus der spätmittelalterlichen Gebrauchshandschrift mit geringerem Anspruchsniveau“ sprechen kann. Wie jedes Manuskript, ist auch die Basler Handschrift ein Unikat, „dessen Verbreitung einem begrenzten, von persönlichem Kontakt geprägten Rezipietenkreis vorbehalten war.“
Es handelt sich bei der ersten Seite um eine reine Textseite, auf der eine größere Initiale den Beginn anzeigt. Bereits auf den ersten Blick dieser Seite fällt bei der Seitengestaltung auf, dass sie einen festen Rahmen anstrebt, nämlich das rechteckige Format, welches von einem Satzspiegel und leeren Randstegen umgeben ist. Aus einer gewissen Distanz erscheint der Satzspiegel als ein angestrebtes Rechteck. Die Rechteckform der Textblöcke ermöglicht, dass alle Zeilen gleich lang erscheinen. Da hier allerdings der Gebrauch von Trennbindestrichen nicht bekannt ist, um von exakt gleich langen Zeilen zu sprechen, ragen einige Wörter minimal über den angestrebten Rand hinaus, so auch die gotische Lombarde ‚N’ auf der ersten Seite, die den zweiten Absatz markiert.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung von Typographie und Seitengestaltung als Einflussfaktoren auf den Leseprozess sowie Vorstellung der Forschungsfragen.
2 DAS SPÄTMITTELALTER: Überblick über die mediale Situation des ausgehenden Mittelalters mit Fokus auf die Rolle der Schreiber und die Verbreitung von Handschriften.
3 DIE MELUSINE IM MANUSKRIPTZEITALTER: Analyse der Melusine-Überlieferung, insbesondere der Basler Handschrift von 1471, unter Berücksichtigung von Layout und Illustrationen.
4 DIE MELUSINE IM DRUCKZEITALTER: Untersuchung der Drucke von Richel (1473/74) und Feyerabend (1587), um Veränderungen in Seitengestaltung und Layoutkonventionen über das 16. Jahrhundert hinweg zu verdeutlichen.
5 FAZIT: Zusammenführung der Ergebnisse zur Entwicklung der Lesbarkeit und der Bedeutung typographischer Konventionen für die Distribution der Melusine.
Melusine, Seitengestaltung, Typographie, Handschriften, Buchdruck, Lesbarkeit, Inkunabel, Layoutkonventionen, Illustrationen, Buchschmuck, Manuskriptzeit, Druckzeitalter, Textorganisation, Literaturgeschichte, Überlieferung.
Die Hausarbeit untersucht, wie sich die visuelle Gestaltung und Organisation von Melusine-Texten von spätmittelalterlichen Handschriften hin zu gedruckten Büchern des 16. Jahrhunderts verändert hat und welche Auswirkungen dies auf die Lesbarkeit hatte.
Zentrale Themen sind die Typographie, die Funktion von Seitengestaltung, der Einsatz und Wandel von Illustrationen sowie die Einflüsse von Produktionsbedingungen auf das Layout.
Das Ziel ist herauszuarbeiten, inwiefern die Transformation der Melusine vom Manuskript in den Druck das Leseverhalten und die Textpräsentation beeinflusste und welche Standards dabei im Laufe der Zeit entstanden.
Es handelt sich um eine medienhistorische Untersuchung, die text- und buchwissenschaftliche Analysen sowie kodikologische Aspekte bei der Betrachtung der ausgewählten Handschriften und Inkunabeln kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der handschriftlichen Überlieferung (Melusine-Handschrift von 1471) und die anschließende Analyse der Druckentwicklung (Richel-Druck 1473/74 und Feyerabends Buch der Liebe 1587).
Wichtige Begriffe sind Melusine, Seitengestaltung, Typographie, Manuskript, Buchdruck, Illustration, Lesbarkeit und Distribution.
Während Illustrationen in der Handschrift und bei Richel noch starke erzählerische Ebenen darstellen, werden sie im 16. Jahrhundert bei Feyerabend zunehmend auf eine dekorative Rolle als Buchschmuck zurückgedrängt.
Sie gilt als Vertreter des spätmittelalterlichen Gebrauchsmanuskripts mit einspaltigem Layout und bewusster, wenn auch einfacher, Gliederung durch Rubrizierungen und Initialen.
Die Verkleinerung des Formats vom großen Folio zum handlicheren Oktavformat im weiteren Verlauf ermöglichte eine kostengünstigere Produktion und machte den Roman für breitere Kreise der Bevölkerung erschwinglich.
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