Masterarbeit, 2023
100 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Soft Power
2.1 Soft Power durch Sport und Sportevents
2.2 Soft Power durch Sport und Sportevents in Katar bis 2010
2.3 Soft Power durch Sport und Sportevents in Katar ab 2010
3 Soft Disempowerment
3.1 Soft Disempowerment durch Sportevents
3.2 Soft Disempowerment durch die Fußball-WM 2022 in Katar
4 Sportswashing
5 Politische Einordnung Katars
6 Zusammenfassung der theoretischen Hintergründe und Forschungsfragen
7 Methodik
7.1 Fragebögen
7.1.1 Erstellung Fragebögen
7.1.2 Erster Fragebogen
7.1.3 Zweiter Fragebogen
7.2 Rekrutierung
7.3 Auswertung
7.3.1 Datenrücklauf und Panelmortalität
7.3.2 Stichprobe
7.3.3 Codierung der Assoziationen
7.3.4 Statistische Auswertung
8 Ergebnisse
9 Diskussion
9.1 Interpretation der Ergebnisse
9.2 Stärken und Limitation
9.3 Implikationen für Theorie, Praxis und Forschung
10 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich das Image Katars bei Deutschen durch die Ausrichtung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 verändert hat und welche Effekte von Sportswashing dabei beobachtet werden können.
3.2 Soft Disempowerment durch die Fußball-WM 2022 in Katar
Auf die Situation in Katar lässt sich das Modell des Soft Disempowerments aus Abbildung 1 gut anwenden. Erst durch die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar ist das Land in den Blickpunkt der Welt geraten. Die Aufmerksamkeit, die dem Land entgegengebracht wurde, die Verantwortung, die man Katar durch die Vergabe zutraute, sowie die dadurch entstandenen weitreichenden diplomatischen Verbindungen in die Welt- und die Sportpolitik sind zweifelsohne Zugewinne von Soft Power. Doch an der Stelle hören die Auswirkungen der Vergabe nicht auf. Denn in weiten Teilen der Welt ist Katars Soft Power nicht bedingungslos gestiegen, vor allem nicht hinsichtlich von Vorbildfunktion und Attraktivität des Landes. Und genau hier hilft das Soft-Disempowerment-Modell von Brannagan und Giulianotti (2018) dabei, auch die negativen Konsequenzen abzubilden.
Die Medien sind mit Sicherheit die Institution, die Katar am heftigsten an den Pranger gestellt hat. Gesetzes- und Regelverstöße werden im Normalfall von den internationalen Massenmedien aufgedeckt, oft in Verbindung mit Insider-Whistleblowern (Brannagan und Giulianotti 2018). In Bezug auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar gab es eine womöglich so noch nie dagewesene Flut an negativer Berichterstattung. Das alles überragende Thema war die Menschenrechtslage in Katar. Im Februar 2021 erreichte die Empörung einen ihrer Höhepunkte, als die britische Zeitung „The Guardian“ einen Bericht veröffentlichte, nach dem seit Vergabe der WM an Katar 6.500 Gastarbeiter aus Ländern wie Nepal, Indien und Bangladesch gestorben seien (The Guardian, 2021b). Es wurde berichtet von menschenunwürdigen Zuständen und Unterkünften, von Ausbeutung, Missbrauch, ausbleibenden Zahlungen, fehlendem Zugang zu Lebensmitteln und kostenlosem Wasser, Arbeitsverträgen mit falschen Angaben und der Beschlagnahmung von Pässen (Ganji 2016). Die meisten Kritikpunkte sind Folgen aus dem ebenfalls kritisierten Kafala-System, das wie in den meisten arabischen Ländern zur Steuerung der Arbeitsmigration genutzt wird. Jeder Gastarbeiter benötigt in diesem System einen Sponsor, an welchen er in rechtlicher und sozialer Hinsicht gebunden ist. Ein Gastarbeiter darf zum Beispiel nicht frei entscheiden, ob er seinem Arbeitgeber kündigen oder ausreisen möchte (Human Rights Watch 2014; Neumann 2020).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der WM-Vergabe an das kleinste und umstrittenste Gastgeberland der WM-Geschichte ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Soft Power: Das Kapitel definiert den Begriff der weichen Macht (Soft Power) nach Joseph Nye und erläutert, wie Staaten Sport-Mega-Events strategisch nutzen, um ihr internationales Renommee zu steigern.
3 Soft Disempowerment: Hier wird das Konzept des Soft Disempowerments eingeführt, welches den Image-Schaden beschreibt, den ein Gastgeberland durch kritische mediale Aufmerksamkeit während eines Sportgroßereignisses erleiden kann.
4 Sportswashing: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Sportswashings und die dazugehörigen Mechanismen der Ablenkung, Verharmlosung und Normalisierung, durch die Staaten versuchen, von internen Missständen durch Sport abzulenken.
5 Politische Einordnung Katars: Dieses Kapitel bietet eine politische Analyse Katars und verdeutlicht, dass das langfristige Ziel des Golfstaates primär in der Sicherung der staatlichen Souveränität liegt.
6 Zusammenfassung der theoretischen Hintergründe und Forschungsfragen: Dies Kapitel fasst die theoretische Herleitung zusammen und leitet daraus die spezifischen Forschungsfragen hinsichtlich der Imageentwicklung Katars ab.
7 Methodik: Der Abschnitt beschreibt das Forschungsdesign als Längsschnittstudie mittels quantitativer Online-Fragebögen mit zwei Messzeitpunkten vor und nach der Weltmeisterschaft.
8 Ergebnisse: Es werden die empirischen Ergebnisse zu den verschiedenen Dimensionen des Länderimages sowie die Entwicklung der Assoziationen der Deutschen zu Katar präsentiert.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch interpretiert, dabei werden Stärken und Limitationen der Studie erörtert sowie Implikationen für die zukünftige Forschung abgeleitet.
10 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Erfolg der Image-Strategien Katars im Kontext der Weltmeisterschaft.
Katar, FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022, Soft Power, Soft Disempowerment, Sportswashing, Länderimage, Sport-Mega-Events, Menschenrechte, Kafala-System, Umfrage, Längsschnittstudie, Politische Einordnung, Öffentliche Meinung, Deutschland, Imageänderung.
Die Arbeit untersucht, wie sich das Image Katars bei Deutschen im Zeitraum der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 durch mediale Wahrnehmung und sportliche Großereignisse verändert hat.
Die Arbeit fokussiert sich auf die politikwissenschaftlichen Konzepte der Soft Power, des Soft Disempowerments und des Sportswashings innerhalb des Kontextes der Fußball-WM in Katar.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Katar als Gastgeber mit seinen sportpolitischen Strategien sein Image verbessern konnte, obwohl das Land massiver Kritik ausgesetzt war.
Der Autor führt eine quantitative Längsschnittstudie durch. Dabei wurden Teilnehmer zweimal mittels Online-Fragebögen befragt (einmal kurz vor und einmal kurz nach der Weltmeisterschaft).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Machtinstrumenten im Sport, eine methodische Beschreibung der Datenerhebung und eine detaillierte Analyse der Ergebnisse zur Imageänderung.
Die wesentlichen Begriffe sind Soft Power, Sportswashing, Menschenrechte, Imageanalyse und das spezifische Image von Katar in Deutschland im Jahr 2022.
Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Bild: Einerseits gibt es Anzeichen einer signifikanten Imageverschlechterung, andererseits lassen sich in Bereichen wie Kriminalität und Politik leichte Verbesserungen in der Wahrnehmung feststellen.
Die Studie belegt, dass Katar die Fußball-WM aktiv nutzte, um das Augenmerk von der kritisierten Menschenrechtssituation hin zum Sport zu lenken. Es lässt sich ein Rückgang negativer Verknüpfungen mit dem Thema Menschenrechte zugunsten sportbezogener Assoziationen nachweisen.
Der Autor stellt fest, dass bei einigen Fragen zum Thema Menschenrechte „Bodeneffekte“ aufgetreten sind. Da die Bewertungen bereits vor der WM am untersten Ende der Skala lagen, konnten sie sich statistisch gesehen nach der WM objektiv nur noch leicht verbessern, was keine eindeutige Entlastung darstellt.
Der Autor kommt zum Schluss, dass Katar zwar sein übergeordnetes Ziel erreicht hat, international bekannter und vernetzter zu werden (Soft Power), das Image in Deutschland jedoch unter dem Strich eher gelitten hat und die Menschenrechtsproblematik weiterhin eine hohe negative Relevanz behält.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

