Bachelorarbeit, 2023
42 Seiten, Note: 1,10
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Zusammenfassung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Unipolare Depression
2.2 Emotionsregulation
2.2.1 Intrapersonelle Emotionsregulation
2.2.2 Interpersonelle Emotionsregulation
2.3 Kindesmisshandlung
2.3.1 Formen der Misshandlung in Kindheit und Jugend
2.3.2 Folgen der Kindesmisshandlung
2.4 Emotionale Vernachlässigung und adaptive Emotionsregulation
2.5 Emotionsregulation als vermittelnder Faktor
3. Fragestellung
4. Methodik
4.1 Versuchspersonen
4.2 Studiendesign und Instrumente
4.2.1 Depressionsschwere
4.2.2 Interpersonelle Emotionsregulation
4.2.3 Misshandlung in Kindheit und Jugend
4.3 Datenanalyse
5. Ergebnisse
5.1 Charakteristika der Stichprobe
5.2 Deskriptive Analysen und Korrelationen
5.3 Regressionsmodelle
5.4 Mediationsmodelle
6. Diskussion
7. Stärken und Limitationen
8. Schlussfolgerung
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit, der Schwere einer unipolaren Depression im Erwachsenenalter sowie der mediierenden Rolle spezifischer interpersoneller Emotionsregulationsstrategien in einer klinischen Stichprobe.
2.2.2 Interpersonelle Emotionsregulation
Die interpersonelle ER umfasst alle Mechanismen, durch die Personen die Intensität, Dauer und Art des Ausdruckes und Erlebens von Emotionen innerhalb eines sozialen Kontextes verändern oder beeinflussen können (Hofmann, 2014; Zaki & Williams, 2013). Es besteht eine Ähnlichkeit dieses Konstruktes mit dem der sozialen Unterstützung, da letzteres die Bereitstellung von bestimmten Ressourcen im interpersonellen Kontext umfasst und man dabei auch die Form der emotionalen Unterstützung unterscheidet. Die interpersonelle ER beschränkt sich jedoch als das enger umgrenzte Konstrukt auf die Ressourcen in Bezug auf die Regulation von Emotionen und wird als proximaler Mechanismus angesehen, durch den soziale Unterstützung das Wohlbefinden beeinflussen kann (Hofmann, 2014; Hofmann et al., 2016; Marroquín, 2011).
Nach dem Rahmenmodell von Zaki und Williams (2013) kann die interpersonelle ER in eine extrinsische und intrinsische Form unterteilt werden. Bei der extrinsischen Form werden nicht die eigenen Emotionen betrachtet, sondern die einer anderen Person und es wird versucht, diese bei der Regulation zu unterstützen. Bei der intrinsischen interpersonellen ER werden andere Personen aufgesucht oder deren Anwesenheit genutzt, um die eigenen Emotionen zu beeinflussen. Dabei ist eine Rückmeldung der jeweiligen Person, mit der man im Kontakt steht, nicht zwingend notwendig. Werden die Emotionen durch eine unterstützende Reaktion des Gegenübers reguliert, gehen Zaki und Williams (2013) von einem reaktionsabhängigen ER-Prozess aus. Von einem reaktionsunabhängigen Regulationsprozess spricht man, wenn die Emotionen mit einer anderen Person zwar geteilt werden, aber nicht zwingend eine Reaktion des Gegenübers darauf erfolgen muss.
1. Zusammenfassung: Übersicht über die Zielsetzung, Methodik, Ergebnisse und Schlussfolgerungen der empirischen Studie.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung der Konstrukte unipolare Depression, Emotionsregulation sowie Kindesmisshandlung und deren Zusammenhänge.
3. Fragestellung: Ableitung der Hypothesen über den linearen bzw. mediierenden Zusammenhang zwischen den untersuchten Variablen.
4. Methodik: Beschreibung der Stichprobe, der verwendeten Instrumente (u.a. QIDS-SR16, IERQ, CTQ) und des analytischen Vorgehens.
5. Ergebnisse: Deskriptive Analysen, bivariate Korrelationen sowie Ergebnisse der Regressions- und Mediationsmodelle.
6. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext bisheriger Forschung und Erörterung möglicher Ursachen für die Befundlage.
7. Stärken und Limitationen: Kritische Reflexion der methodischen Besonderheiten, Verzerrungspotenziale und der Aussagekraft der Ergebnisse.
8. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Empfehlungen für zukünftige Forschungsschwerpunkte.
Interpersonelle Emotionsregulation, Major Depression, emotionale Vernachlässigung, Kindesmisshandlung, Mediation, Depressionsschwere, IERQ, Kindheitserfahrungen, Psychopathologie, adaptive Regulationsstrategien, Coping-Strategien, Sozialisation, psychische Gesundheit.
Die Arbeit untersucht, ob die Nutzung interpersoneller Emotionsregulationsstrategien den Zusammenhang zwischen früher emotionaler Vernachlässigung und der Schwere einer depressiven Störung im Erwachsenenalter vermittelt.
Die zentralen Themen sind klinische Depression, interpersonelle Emotionsregulation, kindliche Vernachlässigungserfahrungen sowie deren langfristige Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden.
Das Ziel ist zu klären, ob Patienten, die in der Kindheit emotional vernachlässigt wurden, im Erwachsenenalter weniger adaptive interpersonelle Emotionsregulationsstrategien einsetzen, was wiederum zu einer höheren Depressionsschwere führt.
Es handelt sich um eine klinische Querschnittsstudie mit 38 depressiven Patienten, deren Daten mittels Fragebögen erhoben wurden. Zur Analyse kamen Korrelations-, Regressions- und Mediationsanalysen zum Einsatz.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Literaturaufarbeitung, die Beschreibung des Studiendesigns und der verwendeten Instrumente sowie die statistische Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Interpersonelle Emotionsregulation, Major Depression, emotionale Vernachlässigung und Mediation definieren.
Diskutiert werden hierfür unter anderem die geringe Stichprobengröße (Power-Problematik), die Komplexität der psychischen Folgen von Misshandlung sowie möglicherweise kulturelle Unterschiede in der Nutzung von Emotionsregulationsstrategien.
Diese Strategie zeigte die stärkste Tendenz zu einem negativen Zusammenhang mit der Depressionsschwere, was darauf hindeutet, dass sie eine potenziell adaptive Funktion einnimmt, auch wenn die Signifikanz knapp verfehlt wurde.
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