Masterarbeit, 2021
46 Seiten, Note: 1-
1. Einleitung
2. Intersubjektivität
2.1. Ereignisse
2.2. Naturalisierung der Erkenntnis
2.3. Dispositionaler Aspekt
2.4. Psychosozialer Aspekt
2.5. Der Holismus des Mentalen
2.6. Kognitiver Aspekt - Triangulation
3. Interpretation
3.1. Propositionale Einstellungen
3.2. Konvention W
3.3. Die logische Form
3.4. Quines „radikale Übersetzung“
3.5. Kuhns und Feyerabends „Inkommensurabilitätsthese“
3.6. Principle of Charity
3.7. Die radikale Interpretation
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Die Masterarbeit untersucht das Verhältnis von Intersubjektivität und Interpretation in der Philosophie von Donald Davidson. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Davidson die Intersubjektivität menschlicher Gedanken begründet und warum diese eine notwendige Bedingung für den Interpretationsvorgang darstellt, wobei insbesondere die Rolle von Kommunikation und Sprache beleuchtet wird.
3.1. Propositionale Einstellungen
Es ist nicht allzu lange her, da ging Frank Ramsey noch davon aus, dass die Wahrheit oder Falschheit eines Urteils von der jeweiligen Proposition abhängt, auf die dieses Urteil bezogen ist. So war für die beiden Urteile „Es ist wahr, dass Cäsar ermordet wurde“ und „es ist falsch, dass Cäsar ermordet wurde“, die Proposition „Cäsar wurde ermordet“ entscheidend. Wenn diese zutraf, dann war es in der Tat unerheblich, ob man das Urteil die Einstellung des Subjekts („wahr“ oder „falsch“) zum Ausdruck bringt. [B]eide Ausdrucksweisen verwenden wir manchmal, um etwas zu betonen, aus stilistischen Gründen, oder um unsere Position klarzumachen. In diesem Sinne können wir auch sagen „Es ist eine Tatsache, dass er ermordet wurde“ oder „Es entspricht nicht den Tatsachen, dass er ermordet wurde“.
Die beiden Ausdrücke „wahr“ und „falsch“ sind hier redundant. Sie zitieren nur eine bereits bestehende Tatsache und können daher Zitate aus der logischen Struktur getilgt werden. Dass man im Grunde nichts über die Wahrheit oder Falschheit aussagen kann, ohne dabei in die Zitationsfalle zu geraten, teilt auch Davidson. Denn die Bedeutung eines Ausdrucks ergibt sich ausschließlich aus der Wahrheit der Sprache in der dieser Ausdruck vorkommt. Außerhalb der Bedeutungsdomäne besagen die beiden Ausdrücke „wahr“ und „falsch“ nichts interessantes über die Welt. Warum Davidson sich nun mit Propositionen nicht einverstanden zeigt, hat einen anderen Grund: wenn nämlich die Bedeutung eines Ausdrucks alleine von der gegebenen Proposition abhängen würde, dann würde sie hinsichtlich ihrer Wahrheit oder Falschheit nur eine Beschreibung zulassen. Für Davidson ist es aber, wie ich es andernorts geschildert habe, maßgeblich, dass die Ereignisse, die so etwas wie den Code von Sprechhandlungen (Gedanken) bilden, verschiedene kausale Beschreibungen zulassen.
1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung der Intersubjektivität von Gedanken aus der Perspektive von Donald Davidson.
2. Intersubjektivität: Grundlegende Untersuchung der Notwendigkeit intersubjektiver Bezugspunkte für das Denken und der Rolle von Ereignissen.
2.1. Ereignisse: Klärung der ontologischen Rolle von Ereignissen als Grundlage für die Beschreibung mentaler Zustände.
2.2. Naturalisierung der Erkenntnis: Erörterung der Einbettung menschlicher Erkenntnis in einen natürlichen Rahmen.
2.3. Dispositionaler Aspekt: Darstellung der dispositionellen Voraussetzungen für die Erfassung von Welt durch Personen.
2.4. Psychosozialer Aspekt: Beleuchtung der sozialen Bedingtheit des Geistes und der Notwendigkeit einer geteilten Welt.
2.5. Der Holismus des Mentalen: Analyse der internen Vernetzung von Überzeugungen und Absichten innerhalb eines kausalen Netzes.
2.6. Kognitiver Aspekt - Triangulation: Erläuterung der Triangulation als strukturgebendes Element für Intersubjektivität.
3. Interpretation: Anwendung der erarbeiteten Grundlagen auf den Prozess des Interpretierens fremder Äußerungen.
3.1. Propositionale Einstellungen: Kritik an der Rolle von Propositionen in der Bedeutungstheorie.
3.2. Konvention W: Anwendung der Tarkischen Wahrheitstheorie auf die Interpretation natürlicher Sprachen.
3.3. Die logische Form: Erörterung der Rolle der logischen Struktur bei der sprachlichen Interpretation.
3.4. Quines „radikale Übersetzung“: Historische Einordnung von Quines Gedankenexperiment für die Interpretation.
3.5. Kuhns und Feyerabends „Inkommensurabilitätsthese“: Kritische Auseinandersetzung mit der These der Unübersetzbarkeit zwischen Sprachen.
3.6. Principle of Charity: Analyse des Prinzips der wohlwollenden Interpretation als methodische Notwendigkeit.
3.7. Die radikale Interpretation: Zusammenführung der methodischen Komponenten zur radikalen Interpretation.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Struktur von Intersubjektivität und Interpretation bei Davidson.
Intersubjektivität, Interpretation, Donald Davidson, Wahrheitstheorie, Triangulation, Radikale Interpretation, Propositionale Einstellungen, Holismus, Konvention W, Ereignisontologie, Sprachphilosophie, Kausalität, Intentionalität, Bedeutung, Kommunikation.
Die Arbeit untersucht, wie Donald Davidson die Intersubjektivität von Gedanken begründet und wie diese die notwendige Basis für das Verstehen und Interpretieren von Kommunikation in einer gemeinsamen Welt bildet.
Die zentralen Themen sind die Intersubjektivität, die Theorie der radikalen Interpretation, das Prinzip der Triangulation, der logische Holismus sowie der semantische Externalismus Davidsons.
Die Arbeit fragt nach den wissenschaftlichen und philosophischen Anhaltspunkten dafür, dass Gedanken intersubjektiv sind, und untersucht, wie wir diese aus der Perspektive Davidsons verstehen können.
Es wird eine sprachanalytische und interpretatorische Methode im Rückgriff auf Davidsons Schriften verwendet, wobei eine eher genetische Darstellung gewählt wird, um die Entwicklung dieser Begriffe nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Ereignisse und Intersubjektivität sowie einen anwendungsorientierten Teil zur Interpretation, einschließlich der Triangulation und der Konvention W.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Intersubjektivität, Interpretation, Triangulation, Wahrheitstheorie und Propositionale Einstellungen charakterisiert.
Das Prinzip besagt, dass eine Interpretin davon ausgehen muss, dass die Aussagen ihres Gegenübers weitgehend konsistent und rational sind, da dies eine notwendige Voraussetzung ist, um überhaupt eine Bedeutung zuschreiben zu können.
Davidson argumentiert, dass Gedanken innerhalb einer geteilten, öffentlichen Welt konstituiert werden; ohne den Bezug zu gemeinsamen Gegenständen oder anderen Lebewesen könnten keine Gedanken und damit keine Bedeutung entstehen.
Triangulation beschreibt den Prozess, bei dem zwei Personen auf einen gemeinsamen Gegenstand in der Welt reagieren, wodurch erst eine objektive Bezugnahme auf die Welt und damit ein Verständnis von Wahrheit möglich wird.
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