Masterarbeit, 2019
58 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Mathematisches Modellieren
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Ziele des Modellierens
2.3 Modellierungskreislauf
2.4 Modellierungskompetenz
3. FERMI-Aufgaben
3.1 Enrico FERMI – Historischer Zusammenhang
3.2 FERMI-Aufgaben – Begriffsbestimmung und Einsatz im Unterricht
3.3 Was bedeutet Mathelernen anhand von FERMI?
3.4 Kritik an FERMI-Aufgaben
4. Schulbuchanalyse
4.1 Methodisches Vorgehen und Erwartungen
4.2 Analysekriterien und Struktur
4.2.1 Kriterium 1: Bezug zur Lebenswelt der Kinder & Inhalte
4.2.2 Kriterium 2: Differenzierungsangebot
4.2.3 Kriterium 3: Angebot und Menge der offenen Aufgaben
4.2.4 Kriterium 4: Aufwand
4.2.5 Kriterium 5: Lernvoraussetzungen
4.3 Bücher
4.3.1 Schnittpunkt 5 – Mathematik – Differenzierende Ausgabe – Klett
4.3.2 Mathewerkstatt 5 – Cornelsen
4.3.3 Mathe live 5 – Mathematik für die Sekundarstufe I – Cornelsen
4.3.4 Matherad Arbeitsbuch – vpm
4.3.5 Mathematik + 5 – Berlin/ Brandenburg – westermann
4.3.6 Mathematik heute 5 – Berlin/ Brandenburg – Schroedel
4.3.7 Schweizer Zahlenbuch 5 – Schulbuch – Klett und Balmer
4.3.8 Zusatz: Flex und Flo Mathematik 4 – Themenheft Sachrechnen und Größen –Diesterweg
4.4 Gesamtfazit der Schulbuchanalyse
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, inwieweit FERMI-Aufgaben im Mathematikunterricht der Grundschule dazu beitragen können, die Modellierungskompetenz von Schülern nachhaltig auszubauen, und analysiert zu diesem Zweck das Angebot sowie die Einbettung solcher Aufgaben in gängigen Lehrwerken für die fünfte Jahrgangsstufe.
3.2 FERMI-Aufgaben – Begriffsbestimmung und Einsatz im Unterricht
Bei den nach Enrico FERMI benannten FERMI-Aufgaben handelt es sich um eine spezielle Form meist mathematischer Aufgaben, deren charakteristisches Merkmal in ihrer Komplexität und Problemlöseeigenschaft liegt. Auf den ersten Blick wirken die Aufgaben meist so, dass sie in ihren Angaben lückenhaft sind, doch genau dies macht sie aus. Schüler sollen anhand des Einsatzes verschiedener Hilfen und durch Schätzen zu Teil- und Endergebnissen kommen, wobei es vielmehr darum geht, Lösungswege zu finden, anstatt die eine richtige Lösung zu suchen, die es oftmals gar nicht gibt. Es scheint zu Beginn so, dass FERMI-Aufgaben nicht den Vorstellungen einer normalen Matheaufgabe gerecht werden (vgl. Düringer 2015, S. 6). Dies liegt daran, dass sie sich in vielen Punkten von den bekannten Sachaufgaben unterscheiden.
Unter Sachrechnen versteht man, dass eine Problemstellung mathematisch gelöst wird, welche in Text- oder Bildform dargestellt wird. Dabei werden alle zum Rechnen notwendigen Angaben je nach Klassenstufe, Thema und Schwierigkeitsgrad recht deutlich vorgegeben. Aufgabe der Schüler ist es, die in die Textaufgabe eingebetteten Informationen in die Mathematik zu übersetzen und die entstandene Aufgabe zu lösen. Meist wird mit Hilfe eines Antwortsatzes das Ergebnis mit der anfangs dargestellten Situation in Verbindung gebracht (vgl. Franke und Ruwisch 2010, S. 20 ff). Dieser Lösungsprozess kann aus verschiedenen Sichtweisen beschrieben werden: Auf der einen Seite als Problemlösen „aus kognitionspsychologischer Sicht [und als Modellieren] aus mathematikdidaktischer Sicht“ (Franke und Ruwisch 2010, S. 65).
Ruwisch (1999) verdeutlicht die Aspekte des Sachrechnens in einem Spannungsdreieck (vgl. Abb. 2), welches das Ziel darstellt „Problemlösefähigkeiten auf- und auszubauen [und somit] stärker [den] Bezug des Individuums zum mathematischen Inhalt in den Mittelpunkt“ (Franke und Ruwisch 2010, S. 19) zu stellen. Im Vergleich dazu sind FERMI-Aufgaben eher den offenen Aufgaben zuzuordnen, welche sich im Gegensatz zu herkömmlichen Aufgaben dadurch auszeichnen, dass es verschiedene Lösungswege gibt, die Lösung nicht immer eindeutig ist und meist nur wenig Angaben vorhanden sind.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, warum FERMI-Aufgaben im Mathematikunterricht trotz ihres Potentials zur Kompetenzsteigerung selten stattfinden und skizziert das Ziel der Arbeit, diese in aktuellen Schulbüchern zu untersuchen.
2. Mathematisches Modellieren: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Modellierens, definiert den Modellierungskreislauf nach Blum und legt dar, wie sich Modellierungskompetenz im Unterricht aufbauen lässt.
3. FERMI-Aufgaben: Es wird die historische Herkunft der FERMI-Aufgaben beleuchtet, deren Einsatzmöglichkeiten und Bedeutung für das Mathelernen diskutiert sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Aufgabenform geführt.
4. Schulbuchanalyse: Das Hauptkapitel beschreibt das methodische Vorgehen zur Untersuchung von Schulbüchern, definiert fünf Analysekriterien und bewertet acht spezifische Lehrwerke hinsichtlich ihrer Eignung für das Thema FERMI-Aufgaben.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse der Analyse und kommt zu dem Schluss, dass FERMI-Aufgaben wertvolle Beiträge leisten können, ihre Integration in Lehrwerken jedoch oft noch optimiert werden müsste.
Mathematisches Modellieren, FERMI-Aufgaben, Modellierungskompetenz, Grundschule, Schulbuchanalyse, Offene Aufgaben, Sachrechnen, Problemlösen, Schätzen, Mathematiklernen, Differenzierung, Lehrwerksforschung, Mathematikunterricht, Kompetenzerwerb, Lebensweltbezug.
Die Arbeit untersucht das Potential von FERMI-Aufgaben zur Ausbildung mathematischer Modellierungskompetenz bei Grundschulkindern und analysiert deren Repräsentation in aktuellen Schulbüchern.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des mathematischen Modellierens, den Prozess des Modellierungskreislaufs und eine systematische Begriffsbestimmung von FERMI-Aufgaben ab.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und in welchem Umfang FERMI-Aufgaben in Schulbüchern vorkommen und wie diese gestaltet sind, um Schüler bei der Entwicklung von Modellierungskompetenz zu unterstützen.
Es wurde eine systematische Schulbuchanalyse durchgeführt, basierend auf einem selbst entwickelten Rastersystem mit fünf spezifischen Kriterien für das untersuchte Material.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Modellierungs- und FERMI-Aufgaben sowie eine detaillierte Einzelanalyse von acht ausgewählten Mathematiklehrwerken für die fünfte Klasse.
Die zentralen Begriffe sind Modellierungskompetenz, FERMI-Aufgaben, Mathematikunterricht in der Grundschule sowie Schulbuchevaluation.
Die Arbeit weist darauf hin, dass sie nicht als "schwierige Zusatzaufgaben" gelabelt werden sollten, da sie gerade durch ihre Offenheit kreative Lösungswege ermöglichen, die auch schwächeren Schülern Zugang verschaffen.
Die Analyse legt nahe, dass Autoren und Lehrkräfte den Begriff möglicherweise scheuen, da sie einen hohen organisatorischen Aufwand befürchten oder das Konzept hinter dem Namen nicht ausreichend bekannt ist.
Schätzaufgaben werden als eng verwandt mit FERMI-Aufgaben eingestuft, da sie den Schülern helfen, mit ungenauen Daten umzugehen und sich an reale Werte anzunähern, was ein wesentlicher Teil des Modellierungsprozesses ist.
Das Lehrwerk "mathewerkstatt 5" sowie das Begleitmaterial "mathe live 5" zeigten besonders durchdachte Ansätze bei der Integration von Modellierungsanlässen, auch wenn der Begriff FERMI nicht explizit genannt wurde.
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