Bachelorarbeit, 2021
60 Seiten
1 Einleitung
2 Unternehmereigenschaft
2.1 Spieler
2.2 Vermittler
2.3 Vereine
2.3.1 Nichtunternehmerischer Bereich
2.3.2 Unternehmerischer Bereich
3 Beziehungen der Beteiligten
3.1 Spieler und Vereine
3.2 Spieler und Vermittler
3.3 Verein und Verein
3.4 Vermittler und Vereine
4 Besteuerung von
4.1 Spielertransfers
4.1.1 Dauerhafter Transfer
4.1.2 Leihtransfer
4.2 Eintrittskarten
4.3 Verkauf von Speisen
4.4 Spielervermittlerhonorar
4.4.1 Vermittlungsleistung
4.4.2 Vermittlungs- und Beratungsleistung
5 Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Spielervermittlern
5.1 Rechtsentwicklung
5.2 Sachverhalt
5.3 Handlungsempfehlung
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die umsatzsteuerliche Behandlung von Fußballspielern, Vermittlern und Profi-Fußballvereinen in Deutschland, um einen Überblick über relevante Sachverhalte zu geben und steuerliche Lösungsansätze zu erarbeiten.
3.1 Spieler und Vereine
Zwischen Fußballspielern und Vereinen besteht ein Dienstverhältnis gem. § 611 Abs. 1 BGB. Bereits in Abschnitt 2.1 wurde die Arbeitnehmereigenschaft von Fußballspielern anhand der Bestimmungen des § 1 Abs. 1 S. 1 LStDV und § 1 Abs. 2 LStDV erläutert. Dazu deklariert der DFB die Spieler ebenfalls als typische Arbeitnehmer der Vereine. Es besteht keine Besonderheit zu anderen Arbeitnehmern. Ebenso wie bei anderen Arbeitnehmern können zwischen Club und Spieler auch individuelle vertragliche Vereinbarungen wie leistungsorientierte Boni oder Staffelungen getroffen werden.
Die Folge ist, dass sich aus der Vertragsbeziehung zwischen Spielern und Vereinen hinsichtlich des reinen Arbeitslohns keine umsatzsteuerlichen Sachverhalte ergeben. Der Arbeitslohn ist umsatzsteuerlich nicht steuerbar, da Fußballspieler keine Unternehmer sind und somit dieses Tatbestandsmerkmal des § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG verneint werden muss. Die Spieler erzielen durch den Arbeitslohn Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 Abs. 1 EStG. Für die Vereine stellen die Gehaltszahlungen Betriebsausgaben in der tatsächlich geleisteten Höhe dar, ungeachtet der Bezeichnung für die Vergütung. Es ist also unbedeutend, ob es Gehalt, Vergütung, Verdienst oder anders genannt wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Kommerzialisierung des Fußballs und definiert das Ziel der Arbeit, die umsatzsteuerliche Behandlung der Akteure zu beleuchten.
2 Unternehmereigenschaft: In diesem Kapitel wird chronologisch geprüft, ob Spieler, Vermittler und Vereine unter den Unternehmerbegriff des Umsatzsteuergesetzes fallen.
3 Beziehungen der Beteiligten: Es werden die vertraglichen Beziehungen innerhalb des sogenannten "Magischen Dreiecks" zwischen Spielern, Vereinen und Beratern analysiert.
4 Besteuerung von: Das Kapitel wendet das Prüfschema der Allphasen-Netto-Umsatzsteuer auf praxisrelevante Sachverhalte wie Spielertransfers, Ticketverkäufe und Vermittlerhonorare an.
5 Rechtsprechung zum Vorsteuerabzug aus Rechnungen von Spielervermittlern: Hier werden die relevanten Gerichtsurteile zur Frage des Vorsteuerabzugs aus Vermittlerrechnungen chronologisch aufgearbeitet.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen hinsichtlich der steuerlichen Behandlung im Profifußball.
Profifußball, Umsatzsteuer, Unternehmer, Vorsteuerabzug, Spielertransfers, Spielervermittler, Spielerberater, Magisches Dreieck, Dienstverhältnis, Steuerpflicht, Steuerbarkeit, Entgelt, Betriebsprüfung, Maklervertrag, Allphasen-Netto-Umsatzsteuer.
Die Arbeit analysiert die umsatzsteuerliche Einordnung der Akteure im deutschen Profifußball und erörtert komplexe Fragestellungen beim Vorsteuerabzug.
Die Schwerpunkte liegen auf der Klärung der Unternehmereigenschaft, den Vertragsbeziehungen der Beteiligten und der korrekten steuerlichen Behandlung von Transfer- und Vermittlungsgeschäften.
Ziel ist es, einen Überblick über relevante umsatzsteuerliche Sachverhalte im Profifußball zu bieten und für steuerliche Probleme der Branche Lösungsansätze aufzuzeigen.
Es wird eine rechtliche Analyse unter Heranziehung von Gesetzestexten, Umsatzsteuer-Anwendungserlassen (UStAE) und aktueller Rechtsprechung des BFH durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Unternehmereigenschaft, die Analyse der Vertragsbeziehungen und die Anwendung des Prüfschemas auf Transfers, Ticketing und Vermittlerprovisionen, ergänzt durch die Analyse der Gerichtsurteile zum Vorsteuerabzug.
Wesentliche Begriffe sind Unternehmer, Vorsteuerabzug, Spielertransfers, Vermittler, Magisches Dreieck und steuerbare sonstige Leistungen.
Sie ist die grundlegende Tatbestandsvoraussetzung dafür, dass Umsätze überhaupt steuerbar sind und dass ein Recht auf Vorsteuerabzug geltend gemacht werden kann.
Sie führt regelmäßig zu Streitigkeiten vor den Finanzbehörden und Gerichten, da die Finanzverwaltung ein Leistungsverhältnis zwischen Spieler und Vermittler wittert, was den Vorsteuerabzug für den Verein gefährdet.
Da es sich bei Spielern um Menschen und damit nicht um Sachen im Sinne des § 90 BGB handelt, fehlt es an dem für einen Kauf notwendigen Gegenstand, weshalb es sich um eine sonstige Leistung handelt.
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