Bachelorarbeit, 2008
40 Seiten, Note: 1.8
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
Einleitung
Ziele,Verfahren
1. Geschichte der Spätaussiedler aus Osteuropa
1.1. Historische Hintergründe der Aussiedlung
1.2. Schwierigkeiten der Spätaussiedler
2. Fremd-Zweitsprachenerwerbforschung
2.1. Die Kontrastivhypothese
3. Interferenz beim DaF- Lernen
3.1. Interlinguale Interferenz
3.2. Intralinguale Interferenz
4. Beispiele von Interferenzfehlern russischer Deutschlerner aus dem Russischen
4.1. Darstellung von interferenzfälligen Bereichen
4.2. Übersicht der häufigsten Fehler
4.2.1. Lexik
4.2.2. Orthographie
4.2.3. Grammatik
4.2.3.1.Substantive
4.2.3.2. Adjektive
4.2.3.3. Numerale
4.2.3.4. Verb
4.2.3.5. Präpositionen
4.2.3.6. Negation
5. Vorschläge zur Fehlertherapie
5.1. Vorschläge für einen effektiven Unterricht für Spätaussiedler
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der russischen Muttersprache auf den Erwerb der deutschen Sprache, insbesondere im Kontext von Integrationskursen für Spätaussiedler aus Russland, um durch eine Fehleranalyse methodische Ansätze für einen effektiveren Sprachunterricht abzuleiten.
4.2.1. Lexik
Die Muttersprache ist beim Erwerb jeder weiteren Sprache präsent und verhält sich nicht passiv, sondern mischt sich hinein, was oft zu falschen Äußerungen führen kann. Am stärksten scheint das lexikalische System von dieser Erscheinung betroffen zu sein.
Das passiert deswegen, dass die Lexik ein offenes System darstellt. Nicht jedem Fremdsprachenlerner ist es bekannt, dass zwischen den Sprachen so große Unterschiede auftreten können. Es ist falsch zu vermuten, dass zum Beispiel ein Wort der Muttersprache genau einem Wort in der Fremdsprache entspricht, dass Wortverbindungen wörtlich in die Fremdsprache übersetzt werden können oder dass auch die Wortbildung nach gleichen Gesetzmäßigkeiten funktioniert. Das kann zu den hartnäckigen Fehlern führen. Aber nicht nur Unterschiede können den negativen Transfer fördern. Auch können Wörter zweier Sprachen ähnlich klingen und bedeutungsmäßig nichts zu tun haben. Diese Fehler werden als falsche Freunde bezeichnet, die ich später in diesem Kapitel beschreiben werde.
Im Vergleich zu grammatischen Fehlern, die von den Deutschlernern gemacht werden rufen die Fehler in Bereich der Lexik in meisten Fällen große Missverständnisse hervor. Wobei die grammatischen Fehler sind einfacher aus dem Kontext und Situation zu verstehen. De hemmende Einwirkung der Muttersprache äußert sich ebenfalls weniger beim Aneignen der Wörter als Lauten als beim Erfassen ihrer Bedeutungen. Es ist sehr wichtig für den Lehrer zu wissen in welchen Beziehungen die Begriffsysteme zweier Sprachen zueinander stehen. Die Bedeutungskongruenz zwischen Muttersprache und Fremdsprache besteht darin, dass der Bedeutungsumfang eines Wortes größer oder kleiner als der des entsprechenden Wortes einer anderen Sprache ist.
Einleitung: Einführung in die zentrale Fragestellung des Einflusses der Muttersprache auf den Fremdsprachenerwerb sowie Überblick über die Struktur der Bachelorarbeit.
Ziele,Verfahren: Darlegung der Relevanz der deutschen Sprache für die Integration von Spätaussiedlern und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Fehleranalyse.
1. Geschichte der Spätaussiedler aus Osteuropa: Historischer Rückblick auf die Ursprünge der wolgadeutschen Siedlungen und die soziopolitische Situation der Aussiedler vor und nach der Einwanderung.
2. Fremd-Zweitsprachenerwerbforschung: Theoretische Einordnung der wichtigsten Hypothesen wie Kontrastiv-, Identitäts- und Interlanguage-Hypothese zum Verständnis von Spracherwerbsprozessen.
3. Interferenz beim DaF- Lernen: Differenzierung zwischen interlingualer und intralingualer Interferenz als wesentliche Ursachen für Lernschwierigkeiten beim Deutsch als Fremdsprache.
4. Beispiele von Interferenzfehlern russischer Deutschlerner aus dem Russischen: Konkrete Analyse typischer Fehlerquellen in den Bereichen Lexik, Orthographie und Grammatik sowie deren Ursachen.
5. Vorschläge zur Fehlertherapie: Präsentation didaktischer Strategien und Empfehlungen für eine effektive, lernerorientierte Gestaltung des Deutschunterrichts für Spätaussiedler.
Zusammenfassung: Fazit der Arbeit mit der Bestätigung, dass die Berücksichtigung der Muttersprache eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg im Fremdsprachenunterricht darstellt.
Spätaussiedler, Deutsch als Fremdsprache, Muttersprache, Interferenz, Zweitspracherwerb, Kontrastivhypothese, Interlanguage, Fehleranalyse, Sprachintegration, Interlinguale Interferenz, Intralinguale Interferenz, Lexik, Grammatik, Fehlertherapie, Fremdsprachendidaktik.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Muttersprache Russisch beim Erlernen des Deutschen auf den Lernprozess auswirkt, insbesondere bei Spätaussiedlern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Fremdsprachenerwerbsforschung, der Identifizierung von Interferenzfehlern in verschiedenen linguistischen Bereichen und didaktischen Ansätzen zu deren Korrektur.
Ziel ist es, den Einfluss der Muttersprache auf den Zweitspracherwerb zu analysieren, um Lehrkräften fundierte Erkenntnisse für die effektive Gestaltung von Integrationskursen zu liefern.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus theoretischer Aufarbeitung der linguistischen Hypothesen sowie eine Fehleranalyse basierend auf ihren praktischen Erfahrungen in Integrationskursen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse interferenzanfälliger Sprachbereiche, der Klassifizierung häufiger Fehlerarten und der Ableitung therapeutischer Maßnahmen für den Unterricht.
Die wichtigsten Schlagworte sind Spätaussiedler, Interferenz, DaF, Fehleranalyse, Kontrastive Linguistik und Integrationskurs.
Da Wörter ähnlich klingen können, aber unterschiedliche Bedeutungen haben, führen sie zu hartnäckigen Verständnisfehlern, die im Unterricht explizit thematisiert werden müssen.
Da das Russische keine Artikel besitzt, stellt dieses grammatikalische System den Lerner vor eine völlig neue Herausforderung, die oft zu fehlerhaften Setzungen oder dem Auslassen von Artikeln führt.
Die Autorin plädiert dafür, die Muttersprache nicht zu verbannen, sondern sie gezielt als Ressource für das Verständnis der Zielsprache und die proaktive Fehlertherapie zu nutzen.
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