Bachelorarbeit, 2008
22 Seiten, Note: 2
1.Einleitung
2. Undine als liebendes Wesen
3. Fouqués Undine
3.1. Quelle und einige Bearbeitungen
3.2. Inhaltsskizze
3.3. Undines Gestalt
4.Jean Giraudoux’ “Undine“
4.1. Inhaltsskizze
4.2 Undines Gestalt
5. Ingeborg Bachmanns Biographie
6. Ingeborg Bachmanns Undine geht
6.1. Undines Gestalt
7.Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Figur der Undine in drei verschiedenen Werken, um herauszufinden, inwiefern Ingeborg Bachmanns Erzählung "Undine geht" auf die Vorlagen von Friedrich de la Motte Fouqué und Jean Giraudoux Bezug nimmt. Dabei wird analysiert, wie sich die Darstellung der Undine hinsichtlich ihrer Natur, Rolle und Selbstbestimmung über die verschiedenen Epochen und literarischen Ansätze hinweg verändert hat.
3.3. Undines Gestalt
Bei Fouqué ist Undines Glück im Gegensatz zum Glück der anderen Figuren nicht nur von ihr selbst und ihrem Handeln abhängig, sondern wird von den Personen um sie herum bestimmt: Ihr Vater entscheidet, sie solle eine Seele erlangen. Kühleborn führt Huldbrand zu ihr. Huldbrand heiratet Undine und schenkt ihr somit eine Seele, wodurch sich Undine grundlegend verändert. Huldbrand verflucht sie, betrügt sie und stürzt Undine und sich selbst damit ins Ungewisse. Undine wird beim näheren Hinsehen wie eine Marionette dargestellt, oder anders formuliert: wie ein Blatt im Wind, das es einmal hier- einmal dorthin trägt, ganz ohne sein Zutun. Sie verkörpert die passivste Rolle in der Erzählung. Das zuerst so lebhafte Wesen verliert, indem es seine Seele gewinnt, alles, was es ausmacht: Undine wird zu einem flachen Charakter, zu einem leblosen Ding, ohne Spitzen und Tiefen.
Sie ist einfach nur gut, eine brave, bürgerlichidealbildliche Frau, die ihrem Mann untertänigst zu Diensten ist. Bei dieser Art von Selbstaufgabe wundert es, dass sie manchmal sogar noch einen Gedanken fasst, ohne Huldbrand vorher um Erlaubnis dafür zu fragen. Das emanzipierte, lustige Mädchen ist gestorben. An seiner Stelle steht nun etwas, das für Männer einfacher handzuhaben ist: die neue Undine, die Ehefrau, die eine Seele hat und sich deshalb züchtig benimmt.
1.Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, die das Ziel verfolgt, Bachmanns Bezug auf die Vorlagen von Fouqué und Giraudoux zu klären und die Bedeutung der Biografie für das Werk herauszuarbeiten.
2. Undine als liebendes Wesen: Erläuterung des mythologischen Melusinenthemas, das die Liebesbeziehung zwischen einem Naturwesen und einem Menschen als Weg zur Menschwerdung und Seelengewinnung skizziert.
3. Fouqués Undine: Analyse der Quelle und des Inhalts von Fouqués Märchen, wobei insbesondere die Rolle von Undines Gestalt im Kontext zeitgenössischer Rollenbilder beleuchtet wird.
4.Jean Giraudoux’ “Undine“: Darstellung des Inhalts von Giraudoux’ Werk und Kontrastierung seiner Interpretation der Undine als "ungebrochene" Figur gegenüber Fouqué.
5. Ingeborg Bachmanns Biographie: Biografischer Abriss über das Leben Ingeborg Bachmanns, um den historischen und persönlichen Kontext für ihre schriftstellerische Arbeit zu schaffen.
6. Ingeborg Bachmanns Undine geht: Analyse der Erzählung als Anklageschrift gegen Männer und Untersuchung des emanzipierten Charakters der Bachmannschen Undine.
7.Resümee: Zusammenfassender Vergleich der drei Werke unter Berücksichtigung zentraler Themen wie Liebe, Verrat, Einsamkeit sowie Tod und der Feststellung, dass Bachmanns Figur eine eigenständigere Entwicklung vollzieht.
Undine, Ingeborg Bachmann, Friedrich de la Motte Fouqué, Jean Giraudoux, Literaturvergleich, Emanzipation, Naturwesen, Seelengewinnung, Rollenbilder, Liebesbeziehung, Mythos, Moderne, Romantik, Identität, Geschlechterrollen
Die Arbeit vergleicht die literarische Ausgestaltung der mythischen Figur "Undine" in den Werken von Friedrich de la Motte Fouqué, Jean Giraudoux und Ingeborg Bachmann.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Motivs der Liebesverbindung zwischen Mensch und Naturwesen, die Frage nach dem Erwerb einer Seele und die gesellschaftlichen Rollenerwartungen an die weibliche Figur.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, inwieweit Ingeborg Bachmann in ihrem Werk "Undine geht" eine bewusste Gegenentwurf-Position zu den klassischen Vorlagen einnimmt und die Figur der Undine neu definiert.
Es handelt sich um eine komparatistische Literaturanalyse, die den Inhalt der Texte in Bezug zueinander setzt und unter Berücksichtigung biografischer sowie sozialhistorischer Hintergründe interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Inhalts- und Gestaltanalyse der drei untersuchten Texte sowie eine ausführliche biographische Einordnung der Autorin Ingeborg Bachmann.
Die zentralen Begriffe sind Undine, Emanzipation, Literaturvergleich, Rollenbilder und Identität.
Bachmanns Undine ist kein Naturwesen, das sich zur Menschwerdung unterwirft. Sie bewahrt ihr Selbstbewusstsein, klagt die Männer an und verweigert die klassische Opferrolle.
Bei Giraudoux und Bachmann steht der Name "Hans" sinnbildlich für die Männerwelt, der sich Undine in immer neuen Varianten gegenübergestellt sieht, wobei sie die Individualität der Partner durch die Gleichheit des Namens infrage stellt.
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