Bachelorarbeit, 2009
126 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 DIE GESETZLICHE JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG
2.1 Rahmenbedingungen der Jahresabschlussprüfung
2.1.1 Prüfungspflicht
2.1.2 Gegenstand und Umfang der Prüfung
2.1.3 Funktionen der Jahresabschlussprüfung
2.2 Die Erwartungslücke zwischen Öffentlichkeit und Gesetzgebung
3 UNREGELMÄßIGKEITEN IM JAHRESABSCHLUSS
3.1 Der Begriff der Wirtschaftskriminalität
3.2 Der Begriff Fraud
3.2.1 Definition von Fraud und Abgrenzung zu Error
3.2.2 Arten von Fraud
3.2.2.1 nach der Tathandlung
3.2.2.2 nach dem Täterkreis
3.2.3 Schlüsselfaktoren bei der Begünstigung geschäftsschädigen-der Handlungen
3.2.3.1 Allgemeines
3.2.3.2 Das Fraud-Triangle
3.2.3.3 Der Fraud-Diamond
3.2.4 Direkte und indirekte Auswirkungen von Fraud
4 DIE VERANTWORTLICHKEIT DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE AUFDECKUNG VON FRAUD
4.1 Gesetzliche Normierungen in Deutschland
4.1.1 Gesetzliche Verpflichtung des Abschlussprüfers
4.1.2 Exkurs: Gesetzliche Verpflichtung des Managements
4.2 Berufsständische Verlautbarungen
4.2.1 Relevante Institutionen
4.2.2 Bindungswirkung der IDW-Verlautbarungen
4.2.3 Die Verantwortlichkeit des Prüfers nach IDW PS 210 / ISA 240
4.2.3.1 Entwicklung der Standards
4.2.3.2 Aktueller regulatorischer Rahmen
4.3 Grenzen der Verantwortlichkeit
5 MAßNAHMEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS ZUR AUFDECKUNG VON FRAUD IM RAHMEN DER GESETZLICHEN ABSCHLUSSPRÜFUNG
5.1 Allgemeines zum Planungsprozess und Prüfungsansatz
5.2 Erörterungen im Prüfungsteam
5.3 Prüfungshandlungen zur Risikoerkennung
5.3.1 Fraud-Interviews
5.3.2 Einschätzung von Risikofaktoren für Verstöße
5.3.3 Berücksichtigung ungewöhnlicher oder unerwarteter Verhältnisse sowie anderer Informationen
5.4 Erkennung und Beurteilung der Risiken von Verstößen
5.4.1 Identifikation und Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten des Auftretens
5.4.1.1 Maschinelles Lernen
5.4.1.2 Systemprüfungen
5.4.2 Risiken von Verstößen im Zusammenhang mit der Umsatzrealisierung
5.5 Reaktion auf bedeutsame Risiken
5.5.1 Reaktionen auf Abschlussebene
5.5.2 Reaktionen auf Aussageebene
5.5.2.1 Veränderung der Art des Prüfungsvorgehens
5.5.2.2 Veränderung des Zeitpunkts der Prüfungshandlungen
5.5.2.3 Veränderung des Umfangs der Prüfungshandlungen
5.5.3 Berücksichtigung des Risikos von Management Override
5.5.3.1 Prüfung von Journalbuchungen und anderen Anpassungen
5.5.3.2 Prüfung von Schätzwerten
5.5.3.3 Wirtschaftlicher Hintergrund bedeutsamer Geschäftsvorfälle
5.6 Maßnahmen bei Vermutung oder Aufdeckung von Verstößen
5.6.1 Erweiterte Prüfungspflichten
5.6.2 Mitteilungspflichten
5.6.3 Dokumentationspflichten
5.6.4 Berichterstattungspflichten
5.6.4.1 Prüfungsbericht
5.6.4.2 Bestätigungsvermerk
5.6.5 Kündigung des Prüfungsauftrags aus wichtigem Grund
6 PRAXISBEISPIEL: DER FALL FLOWTEX – EIN FALL VON PRÜFERVERSAGEN?
6.1 Das Geschäftsmodell
6.2 Die Handhabung
6.3 Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?
6.4 Untersuchung des Falls auf mögliches Prüfer-versagen
7 FAZIT
Diese Bachelorarbeit analysiert die Rolle und Relevanz von Fraud (Wirtschaftskriminalität) im Rahmen der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung. Ziel ist es, die Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers bei der Aufdeckung doloser Handlungen zu klären, die methodische Vorgehensweise anhand aktueller Standards zu erläutern und die Grenzen der Prüfungstätigkeit aufzuzeigen, wobei die Erwartungslücke zwischen Öffentlichkeit und Gesetzgebung kritisch hinterfragt wird.
3.2.3.2 Das Fraud-Triangle
Als analytischer Ansatz zur Untersuchung von Fraud hat sich vor allem das Fraud-Triangle (Fraud-Dreieck; auch: Betrugsdreieck, doloses Dreieck) etabliert, welches auch in die internationalen Prüfungsnormen (ISA 240, IDW PS 210 sowie in die amerikanischen SAS 99) Eingang fand.
Das Fraud-Triangle beruht auf einer Untersuchung des amerikanischen Kriminologen Donald R. Cressey. Cressey beschäftigte sich im Rahmen seiner Dissertation in den 1940er Jahren mit verurteilten Unterschlagungstätern und fand heraus, dass sich die Ursachen für wirtschaftskriminelles Handeln auf drei generische Merkmale herunter brechen lassen. Fraud tritt demnach dann auf, wenn eine Gelegheit zur Tat besteht, der Täter eine Anreiz oder Druck für die Tat verspürt und wenn er die Tat im Nachhinein vor sich selbst rechtfertigen, d.h. das „schlechte Gewissen“ neutralisieren kann.
1 EINLEITUNG: Hinführung zum Thema durch Darstellung der aktuellen Problematik von Wirtschaftskriminalität und Definition des Untersuchungsziels.
2 DIE GESETZLICHE JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG: Erläuterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, der Aufgaben und Funktionen sowie der Erwartungslücke.
3 UNREGELMÄßIGKEITEN IM JAHRESABSCHLUSS: Definition von Wirtschaftskriminalität und Fraud sowie Abgrenzung zu Fehlern; Vorstellung der Fraud-Entstehungsmodelle.
4 DIE VERANTWORTLICHKEIT DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE AUFDECKUNG VON FRAUD: Analyse der gesetzlichen und berufsständischen Vorgaben und der Grenzen der Prüferverantwortung.
5 MAßNAHMEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS ZUR AUFDECKUNG VON FRAUD IM RAHMEN DER GESETZLICHEN ABSCHLUSSPRÜFUNG: Detaillierte Darstellung der Prüfungsschritte von der Planung über Risikoerkennung bis hin zur Reaktion auf Verstöße.
6 PRAXISBEISPIEL: DER FALL FLOWTEX – EIN FALL VON PRÜFERVERSAGEN?: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf den realen Fall FlowTex zur Untersuchung potenziellen Versagens der Abschlussprüfer.
7 FAZIT: Zusammenfassende Ergebnisse und Ausblick auf die künftige Entwicklung der Normen und die Bedeutung der Prävention.
Jahresabschlussprüfung, Fraud, Wirtschaftskriminalität, Abschlussprüfer, Erwartungslücke, Fraud-Triangle, Fraud-Diamond, Risikobeurteilung, Prüfungshandlungen, Bilanzmanipulation, Management Override, IDW PS 210, ISA 240, FlowTex, Unternehmensintegrität
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von dolosen Handlungen (Fraud) innerhalb der gesetzlichen Jahresabschlussprüfung und hinterfragt, inwieweit der Abschlussprüfer für deren Aufdeckung verantwortlich ist.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Ursachen von Fraud, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Prüfer, die methodische Vorgehensweise zur Risikoerkennung sowie die Grenzen der Prüfungspflicht.
Das Ziel besteht in der Darstellung der Relevanz von Fraud für den Abschlussprüfer und der Erläuterung, wie dieser durch proaktive Risikobeurteilung und angemessene Prüfungshandlungen auf entsprechende Anzeichen reagieren muss.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachliteratur sowie der Auswertung relevanter Prüfungsstandards (IDW PS und ISA). Ergänzend wird eine Fallstudie (FlowTex) zur Anwendung der theoretischen Erkenntnisse genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Definitionen, Fraud-Modelle), die rechtliche Verantwortlichkeit, die konkreten Prüfungsschritte zur Aufdeckung von Fraud und die Anwendung in einem Praxisbeispiel.
Kernbegriffe sind Fraud, Jahresabschlussprüfung, Abschlussprüfer, Risikoerkennung, Fraud-Triangle, Erwartungslücke und Bilanzmanipulation.
Der Fraud-Diamond erweitert das klassische Fraud-Triangle (Anreiz/Druck, Gelegenheit, Rechtfertigung) um das vierte Element der „Fähigkeit“ (Capability), das beschreibt, dass ein Täter bestimmte Kompetenzen und Charakterzüge benötigt, um die Tat auszuführen.
FlowTex gilt als eines der bedeutendsten Beispiele für Bilanzbetrug in Deutschland, das aufzeigt, wie komplex Fraud-Strukturen sein können und wo die Schwierigkeiten für Abschlussprüfer bei der Aufdeckung solch massiver Manipulationen liegen.
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