Masterarbeit, 2021
259 Seiten, Note: 1,3
I Einleitung und gesellschaftliche Relevanz
II Forschungsstand und theoretische Grundüberlegungen
2.1. Die Pille als Antrieb für gesellschaftlichen Wandel
2.2. Moderne Karriere- und Familienplanung
2.3. Selbstkonzept junger Frauen
III Befragung und Methode
3.1. Forschungsdesign
3.2. Quantitative Befragung
3.2.1. Fragebogenkonstruktion
3.2.2. Gütekriterien des verwendeten Messinstruments
3.2.3. Pre-Test
3.2.4. Feldzugang und Durchführung der Befragung
3.2.5. Datenaufbereitung
3.2.6. Stichprobenbeschreibung
3.3. Auswertungsmethode der Befragung
IV Ergebnisauswertung
V Diskussion – Auswirkungen auf das gesellschaftliche Selbstbild
VI Beantwortung der Fragestellung und Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der Antibabypille auf das gesellschaftliche Selbstbild junger Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, welche Auswirkungen die Möglichkeit zur Einnahme der Antibabypille auf das Selbstbild junger Frauen hat und inwiefern dies mit Karriere- und Familienplanung korreliert.
Die Pille als Antrieb für gesellschaftlichen Wandel
Während der Weimarer Republik (1918 bis 1933) wurden erstmals Tabuthemen wie Sexualität, Verhütung und Abtreibung öffentlich diskutiert. Arbeitslosigkeit, Versorgungsengpässe und Demobilisierung bewirkten nach dem Ersten Weltkrieg eine zunehmende und langfristige Akzeptanz der Geburtenplanung (vgl. Köstering 1996, S. 117). Bereits seit der Jahrhundertwende entwickelte sich zumindest im Bürgertum ein Geburtenrückgang, der sich später auch in den übrigen sozialen Schichten bemerkbar machte. Gleichzeitig stieg die Anzahl illegaler Abreibungen dramatisch an und das Elend in den Arbeiter*innenfamilien verschärfte sich (vgl. ebd., S. 117f.). Die Debatte um den Geburtenrückgang in Deutschland (und allen weiteren Industrienationen) ging mit dem Gedanken der eugenischen Lehre, also der ‚Rationalisierung des Fortpflanzungsverhaltens‘, einher. Die Bevölkerungspolitik richtete sich damit nicht mehr auf den reinen Zuwachs aus, sondern auf die Qualität der Bevölkerung (vgl. ebd., S. 118).
Ärzt*innen interpretierten den Geburtenrückgang als einen Trend zum sogenannten ‚Zweikinder-System‘. Die Reformbewegung erreichte zur damaligen Zeit Teilerfolge in der Legalisierung von Verhütung und Abtreibung (vgl. Keldenich 2002, S. 43), sodass der Trend des ‚Zweikinder-Systems‘ mit der Ausbreitung fortschrittlicher medizinischer Kenntnisse über die Verhütung mit Pessaren, Intrauterinstiften und Scheidenspülungen begründet wurde.
Hingegen interpretierte die Bevölkerungspolitik den sich entwickelnden Geburtenrückgang als ‚Volks- und Rassentod‘ (vgl. Keldenich 2002, S. 37). Die deutsche Arbeitskraft, die Kriegsfähigkeit und die vorherrschenden Moralvorstellungen galten als gefährdet. Außerdem sprach man von ‚Entsittlichung des ehelichen Zusammenlebens‘, vom ‚Niedergang des Volkscharakters‘, von ‚sittlicher wie völkischer Gefährdung des Deutschtums‘ und von ‚Staatsersetzung‘, (vgl. Bergmann 1992, S. 26). Spätestens mit der Machtergreifung der Nationalsozialist*innen des Deutschen Reichs und der Rassenpolitik Hitlers fand die ‚Rationalisierung der Fortpflanzung‘ ihren Höhepunkt. Die NS-Politik zielte darauf ab, die Fortpflanzung der ‚rassisch minderwertigen‘ Bevölkerung zu verhindern, während sie jene der ‚rassisch vollwertigen‘ förderten (vgl. Keldenich 2002, S. 39).
I Einleitung und gesellschaftliche Relevanz: Einführung in die Thematik der 60 Jahre Antibabypille und deren Bedeutung für das Selbstbild junger Frauen.
II Forschungsstand und theoretische Grundüberlegungen: Diskussion der historischen Entwicklung und theoretischer Konzepte zur Identitätskonstruktion.
III Befragung und Methode: Detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns und der methodischen Vorgehensweise der quantitativen Befragung.
IV Ergebnisauswertung: Darstellung und Analyse der aus der Befragung gewonnenen Daten zu Verhütungsverhalten.
V Diskussion – Auswirkungen auf das gesellschaftliche Selbstbild: Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf das gesellschaftliche Selbstbild und die Reaktionen der Befragten.
VI Beantwortung der Fragestellung und Fazit: Synthese der Erkenntnisse und kritische Reflexion der Forschungsfrage.
Antibabypille, Selbstbild, junge Frauen, Sexualität, Geburtenkontrolle, Identitätskonstruktion, Geschlechterrollen, Moderne, Familienplanung, Verhütung, Soziologie, Autonomie, Empfängnisverhütung, Erwerbsorientierung, Quantitative Sozialforschung.
Die Arbeit untersucht 60 Jahre deutsche Antibabypille und deren Einfluss auf das gesellschaftliche Selbstbild junger Frauen unter soziologischen Gesichtspunkten.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Pille, die Entwicklung von Geschlechterrollen, modernes Selbstkonzept sowie die Vereinbarkeit von Karriere und Familienplanung.
Die Kernfrage lautet: „Welche Auswirkungen hat die Möglichkeit zur Einnahme der Antibabypille auf das Selbstbild junger Frauen?“
Es handelt sich um eine quantitative Befragung, die durch eine Auswertung nach der Methode von Philipp Mayring (Qualitative Inhaltsanalyse) ergänzt wurde.
Der Hauptteil befasst sich mit dem Forschungsstand, führt das Forschungsdesign inklusive Fragebogenkonstruktion aus und präsentiert im Anschluss die Ergebnisauswertung und Diskussion.
Wichtige Begriffe sind Antibabypille, Selbstbild, Sexualität, Autonomie, Geschlechterrollen und Geburtenkontrolle.
Dies ist die Altersgruppe mit der höchsten Anwenderquote der Pille, wodurch sich hier die stärksten Manifestationen des aktuellen Verhütungsverhaltens und der damit verbundenen Einstellungen zeigen.
Die Befragung zeigt, dass trotz des Wunsches nach Gleichberechtigung oft eine einseitige Erwartungshaltung gegenüber der Frau als primär Verantwortliche für die Verhütung besteht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

