Fachbuch, 2009
170 Seiten
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zur Entwicklung von Sprache bei Kindern
2. 1. Sprachentwicklung – Grundlegende Voraussetzungen für den Spracherwerb
2. 2. Prozesse des Lernens jüngerer Kinder und ihre Begriffsbildung
3. Der Erst- und Zweitspracherwerb
3. 1. Definition der Erstsprache und der gleichzeitige Erwerb zweier Sprachen
3. 2. Die Erstsprache ist das Grundgerüst für den Erwerb der Zweitsprache
3. 3. Der Zweitspracherwerb
4. Die Sprachförderung und ihre Bedeutsamkeit
4. 1. Definition „vorschulische Sprachförderung“
4. 2. Bedeutung der Sprachförderung für die Integration
5. Die Rolle der Lehrperson
5. 1. Beobachtung des Kindes
5. 2. Lehrperson als Sprachvorbild
5. 3. Die Rolle der zweisprachigen Lehrperson
6. Methodische Elemente der Sprachförderungsarbeit
6. 1. Methodische Grundgedanken
6. 2. Ausgewählte methodische Elemente zur vorschulischen Sprachförderungsarbeit
7. Themen und Inhalte in der Sprachförderung
7. 1. Ich und mein Körper
7. 2. Meine Gruppe/ Klasse
7. 3. Gefühle und Gedanken
7. 4. Kleidung
7. 5. Familie
7. 6. Nahrung
7. 7. Tiere
7. 8. Farben und Formen
7. 9. Räumlichkeiten
7. 10. Schule
8. Unterrichtsversuche zur Sprachförderungsarbeit
8. 1. Informationen zu der Sprachförderungsgruppe
8. 2. Planung und Reflexion der Unterrichtsstunde zum Thema „Die Gruppe“
8. 2. 1. Vorüberlegungen zum Thema
8. 2. 2. Stundenverlauf
8. 2. 3. Reflexion der Unterrichtsstunde
8. 3. Planung und Reflexion der Unterrichtsstunde zum Thema „Die Körperteile“
8. 3. 1. Vorüberlegungen zum Thema
8. 3. 2. Stundenverlauf
8. 3. 3. Reflexion der Unterrichtsstunde
8. 4. Planung und Reflexion der Unterrichtsstunde zum Thema „Das Badezimmer“
8. 4. 1. Vorüberlegungen zum Thema
8. 4. 2. Stundenverlauf
8. 4. 3. Reflexion der Unterrichtsstunde
9. Schlussbemerkungen
Das Ziel dieses Praxisbuches ist die Unterstützung von Lehrpersonen bei der Sprachförderung von Kindern mit nicht-deutschsprachiger Herkunft durch die Vermittlung theoretischer Grundlagen und praxisnaher Unterrichtskonzepte. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie Sprachförderung ganzheitlich gestaltet werden kann, um Kinder individuell zu fördern und deren Integration sowie schulische Erfolgsaussichten zu verbessern.
2. 1. Sprachentwicklung – Grundlegende Voraussetzungen für den Spracherwerb
Wie bereits Wendlandt in seinem Buch „Sprachstörungen im Kindesalter“ in einer seiner Kapitelüberschriften erwähnt, dass das Sprechen als ein Ergebnis einer positiven Gesamtentwicklung verstanden werden kann, so soll auch die Entwicklung der Sprache und des Sprechens in diesem Abschnitt als solche definiert werden. Es gibt nicht die eine Voraussetzung, die erfüllt werden muss, damit die sprachliche Entwicklung des Kindes ohne Störungen verläuft. Vielmehr entwickelt sich die Sprache des Kindes in einem umfassenden Spracherwerbsprozess, der die Ausbildung grundlegender Fähigkeiten wie z.B. das Sehen, das Hören und die Feinmotorik, sowie ein Sprachverständnis und die Motivation zum Sprechen, voraussetzt. Die Artikulation, der Wortschatz und die Grammatik des Kindes werden darüber hinaus nur vollständig ausgebildet, wenn mit dem Kind kommuniziert wird, es Sprachanregungen erhält und mit Liebe und Akzeptanz in der Familie aufwächst (vgl. Wendlandt 2000, 10).
Nach Wendlandt vollzieht sich die Sprachentwicklung nach einer bestimmten Abfolge. Zunächst müssen grundlegende Entwicklungsprozesse, die sich den Bereichen der sensomotorischen, der sozialemotionalen und der geistigen Entwicklung zuordnen lassen, durchlaufen und absolviert werden, damit das Kind befähigt wird, Sprache zu erwerben und diese auch anzuwenden. Bei diesem Verlauf der Entwicklung eignet sich das Kind wesentliche Fähigkeiten an, die zunehmend erweitert werden. Die sensomotorische Entwicklung umfasst die Entwicklung des Hörens, des Sehens, die Ausbildung der Stimme, den Tastsinn sowie die Entwicklung der Motorik und Bewegungsfähigkeit. Die akustische wie auch die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit sind bedeutende Voraussetzungen für den Anfang der kindlichen Sprachentwicklung. Im Folgenden wird die Bedeutung dieser beiden Wahrnehmungsfähigkeiten für die sprachliche Entwicklung des Kindes näher erläutert (vgl. Wendlandt 2000, 12).
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff "Kinder nicht-deutschsprachiger Herkunft" und beschreibt den Aufbau des Buches, das sowohl Theorie als auch praktische Anregungen für die Sprachförderung bietet.
2. Theoretische Grundlagen zur Entwicklung von Sprache bei Kindern: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen physischen, psychischen und sozialen Voraussetzungen, die für den Spracherwerb und die Begriffsbildung von Kindern grundlegend sind.
3. Der Erst- und Zweitspracherwerb: Hier werden die Unterschiede zwischen Erst- und Zweitsprache sowie die Bedeutung der Familiensprache als Basis für den Erwerb des Deutschen dargelegt.
4. Die Sprachförderung und ihre Bedeutsamkeit: Das Kapitel definiert vorschulische Sprachförderung und unterstreicht deren entscheidende Rolle für die Integration und den schulischen Erfolg der Kinder.
5. Die Rolle der Lehrperson: Es wird die wichtige Aufgabe der Lehrkraft als Sprachvorbild, Beobachter und Begleiter sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern thematisiert.
6. Methodische Elemente der Sprachförderungsarbeit: Dieses Kapitel vermittelt didaktische Grundprinzipien für die Sprachförderung und stellt ausgewählte methodische Ansätze vor.
7. Themen und Inhalte in der Sprachförderung: Hier werden praxisorientierte Themenbereiche wie Körper, Familie, Nahrung und Schule mit konkreten Spiel- und Lernvorschlägen vorgestellt.
8. Unterrichtsversuche zur Sprachförderungsarbeit: Drei detaillierte Unterrichtsentwürfe inklusive Reflexion zeigen die praktische Anwendung der vorgestellten Methoden auf.
9. Schlussbemerkungen: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, Sprachförderkonzepte stets individuell an die Sprachbiografie und Bedürfnisse der Kinder anzupassen.
Sprachförderung, Spracherwerb, Erstsprache, Zweitsprache, vorschulische Förderung, Integration, Kindertagesstätte, Sprachvorbild, Wortschatzarbeit, Sprachstand, Methodik, Begriffsbildung, Sprachbiografie, Migrationshintergrund, interkulturelle Erziehung
Das Buch dient als Praxisbuch für die vorschulische Sprachförderung von Kindern nicht-deutschsprachiger Herkunft und verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit konkreten Konzepten für den pädagogischen Alltag.
Zentral sind der Prozess des Erst- und Zweitspracherwerbs, die Rolle der pädagogischen Fachkraft, die methodische Gestaltung von Sprachförderung sowie konkrete Themen wie Körper, Familie oder Schule.
Das primäre Ziel ist die Verbesserung der Lernvoraussetzungen und der Bildungschancen von Kindern, damit sie erfolgreich am schulischen Alltag teilhaben können.
Empfohlen werden ein ganzheitlicher Ansatz, spielerisches Lernen, der Einsatz von Handpuppen, Memory-Spiele und die Integration von Bilderbüchern, um Sprache durch Handeln erfahrbar zu machen.
Der Hauptteil bietet neben theoretischen Hintergründen zur Sprachentwicklung zahlreiche direkt umsetzbare Unterrichtsideen, Materialien und Reflexionen für die tägliche Arbeit in der Sprachförderung.
Die Erstsprache ist laut der Interdependenzhypothese das notwendige Grundgerüst für den Erwerb der Zweitsprache und sollte daher auch im vorschulischen Kontext Wertschätzung erfahren und gefördert werden.
Die Lehrkraft muss den individuellen Sprachstand, die Stärken und die familiäre Situation des Kindes kennen, um gezielte und motivierende Sprachanregungen bieten zu können.
Die Reflexion ist ein essenzieller Bestandteil der pädagogischen Arbeit, da sie der Lehrkraft wertvolle Rückmeldungen über den Erfolg der eingesetzten Methoden liefert und kontinuierliche Verbesserungen ermöglicht.
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