Magisterarbeit, 2005
107 Seiten, Note: sehr gut (1,0)
Einleitung
1.) Der Wandel der amerikanischen Golfpolitik unter Nixon und Carter bis in die Anfangsphase des Iran-Irak-Konflikts
1.1.) Die Zwei Säulen-Strategie der Nixon-Regierung und das angespannte Verhältnis zum Irak
1.2.) Der Bruch der iranischen Säule – Wandel unter Carter und Brzezinski
1.3.) Ambivalente Signale der Carter-Regierung zu Beginn des Iran-Irak-Konflikts
2.) Erste Maßnahmen der Reagan-Regierung zur graduellen Annäherung an den Irak
2.1.) Erste diplomatische Bemühungen der Reagan-Regierung und der Dialog mit der irakischen Führungsspitze
2.2.) Die amerikanisch-irakischen Beziehungen vor dem Hintergrund des israelischen Angriffs auf den Kernreaktor Osirak
3.) Der Wandel in den amerikanisch-irakischen Beziehungen
3.1.) Die militärische Unterstützung des Irak
3.1.1.) Der Handel mit dual verwendbaren Technologien
3.1.2.) Der Export von Militärgütern über Drittländer
3.1.3.) U.S.-Geheimdienstinformationen und Operation Staunch
3.2.) Die wirtschaftliche Unterstützung des Irak
3.2.1.) CCC Kredite und EXIM Finanzierung
3.2.2.) Das Akaba-Pipeline-Projekt
4.) Der Weg bis zur vollständigen Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen
4.1.) Die amerikanisch-irakischen Beziehungen im Zeichen der Libanon-Krise
4.2.) Rumsfelds Besuch in Bagdad
4.3.) Fortschritte und Rückschläge in den U.S.-irakischen Beziehungen
4.3.1.) Die Reaktion auf Iraks Einsatz von Chemiewaffen
4.3.2.) Die entscheidenden Maßnahmen der U.S.-Regierung zur Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen
5.) Die Irakpolitik während Reagans zweiter Amtszeit
5.1.) Der Ausbau der amerikanisch-irakischen Beziehungen trotz Warnzeichen
5.2.) Von der Iran-Contra-Affäre zur U.S.-militärischen de facto Allianz mit dem Irak
5.3.) Die Sanktionsdebatte in Bezug auf Iraks C-Waffeneinsatz
6.) Kontinuität in der Irakpolitik unter Bush sen.
Eine Bilanz der U.S.-Irakpolitik in den achtziger Jahren (Schlussbetrachtung)
Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der amerikanischen Politik der Annäherung an den Irak während der achtziger Jahre. Untersucht wird, wie die USA durch diplomatische, militärische und wirtschaftliche Unterstützung versuchten, den Irak als Gegengewicht zum revolutionären Iran und zum sowjetischen Einfluss in der Golfregion zu instrumentalisieren.
3.1.1.) Der Handel mit dual verwendbaren Technologien
Entgegen ihrer offiziellen neutralen Haltung, begann die Reagan-Regierung den Irak militärisch zu unterstützen. Sie verkaufte zwar nicht direkt Waffen an den Irak, wie beispielsweise Frankreich in beträchtlichem Umfang, jedoch konnte sie Irak zunächst auch unterstützen, ohne dabei ihrer Neutralität im Iran-Irak-Krieg offensichtlich zuwiderzuhandeln. Die Exportkontrollen für die Technologien mit dualem Verwendungszweck waren von nun an weniger einschränkend. Ein Beispiel für einen solchen Export war der Verkauf von 60 Hughes MD-500 Defender Helikoptern an den Irak, die vor allem in Vietnam vermehrt zum Einsatz gekommen waren. Entgegen den Beteuerungen, die Helikopter nur für zivile Zwecke zu nutzen, gab es zahlreiche Berichte, dass die irakischen Führung versuchte, diese für militärische Zwecke aufzurüsten. Das State Department besaß über entsprechende Intentionen des irakischen Regimes Kenntnis. Dies geht aus einem Telegramm der Interessenvertretung aus Bagdad an das State Department vom 8. Juni 1983 hervor, in dem über den irakischen Versuch berichtet wird, die zuvor erworbenen amerikanischen Helikopter von einem anderen Land aufrüsten zu lassen, was in diesem Fall von Süd-Korea jedoch abgelehnt wurde.
Zwei Jahre später genehmigte das State Department den Verkauf von mindestens 20 Bell 214 Helikoptern an das irakische Verteidigungsministerium, die dafür bekannt waren, mit minimalem Kostenaufwand für militärische Zwecke umgerüstet werden zu können und auch ursprünglich dafür konzipiert worden waren. Das State Department verließ sich dagegen auf die Zusicherung der Firma Bell, die behauptete, dass ihre Helikopter vom Irak in keiner Weise für militärischen Nutzen umgebaut werden könnten. Im Oktober 1988 stellte ein Reporter der Washington Post während eines Besuchs in Bagdad fest, dass jene Helikopter vom irakischen Militär genutzt wurden. Obwohl die Iraker damit erneut gegen amerikanische Auflagen verstießen, reagierte das State Department nicht.
Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Kurswechsel der Reagan-Regierung im Jahr 1982 und die strategischen Hintergründe, insbesondere die Furcht vor dem Iran und der Sowjetunion.
1.) Der Wandel der amerikanischen Golfpolitik unter Nixon und Carter bis in die Anfangsphase des Iran-Irak-Konflikts: Dieses Kapitel skizziert die historische Ausgangslage und wie die iranische Revolution das Sicherheitskonzept der USA am Golf erschütterte.
2.) Erste Maßnahmen der Reagan-Regierung zur graduellen Annäherung an den Irak: Hier wird dargelegt, wie Reagan die diplomatischen Beziehungen durch erste Besuche und eine neue Regionalpolitik intensivierte.
3.) Der Wandel in den amerikanisch-irakischen Beziehungen: Das Kapitel analysiert die konkrete militärische und wirtschaftliche Unterstützung sowie die Bedeutung des CCC-Kreditprogramms für den Irak.
4.) Der Weg bis zur vollständigen Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen: Hier werden die diplomatischen Bemühungen, insbesondere Rumsfelds Missionen und die Auswirkungen der Libanon-Krise, beleuchtet.
5.) Die Irakpolitik während Reagans zweiter Amtszeit: Dieser Abschnitt behandelt die Fortführung der Annäherung trotz der Iran-Contra-Affäre und die widersprüchliche Haltung zur Sanktionsdebatte bei C-Waffeneinsätzen.
6.) Kontinuität in der Irakpolitik unter Bush sen.: Die Bilanz am Ende zeigt, wie die Bush-Regierung den Kurs der Annäherung nahtlos fortsetzte, bis die Invasion in Kuwait das Scheitern dieser Politik offenbarte.
Irak, USA, Reagan-Regierung, Golfpolitik, Annäherung, Iran-Irak-Krieg, Rumsfeld, Geheimdienstinformationen, Wirtschaftshilfe, CCC-Kredite, dual-use Technologien, Chemiewaffeneinsatz, Operation Staunch, Saddam Hussein, Außenpolitik
Die Arbeit untersucht die amerikanische Außenpolitik gegenüber dem Irak im Zeitraum von 1982 bis 1990 und dokumentiert den Prozess der schrittweisen Annäherung an den Irak unter den Regierungen Reagan und Bush.
Zentral sind die strategischen Sicherheitsinteressen der USA am Persischen Golf, der Umgang mit der iranischen Bedrohung, militärische und wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen sowie die diplomatischen Bemühungen zur Normalisierung der Beziehungen.
Die Arbeit analysiert, wie und warum die Reagan-Regierung den Irak als potenziellen Partner in der Golfregion aufbaute, um den Einfluss des Irans und der Sowjetunion einzudämmen, und inwieweit diese Politik trotz des repressiven Charakters des Saddam-Regimes verfolgt wurde.
Es handelt sich um einen interdisziplinären Ansatz mit Schwerpunkt auf einer politologischen Analyse, die chronologisch strukturiert ist und intensiv auf deklassifizierten Regierungsdokumenten des National Security Archive sowie der Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die diplomatischen, militärischen und wirtschaftlichen Schritte der Annäherung, die Reaktion auf Chemiewaffeneinsätze des Iraks sowie die Kontinuität dieser Politik bis zur Irak-Invasion in Kuwait 1990.
Wesentliche Begriffe sind die "Zwei Säulen-Strategie", "Operation Staunch", dual-use Technologien, das "tilt toward Iraq" und die Rolle des Irak als regionales Gegengewicht zum Iran.
Rumsfelds Besuche in Bagdad werden als entscheidende Wendepunkte in der diplomatischen Wiederannäherung hervorgehoben, wobei Rumsfeld vor allem darauf bedacht war, die Beziehungen auf eine höhere Ebene zu heben, während er kontroverse Themen wie Menschenrechtsverletzungen weitgehend vermied.
Das Projekt sollte die Öleinnahmen des Iraks stabilisieren, um den Krieg gegen den Iran wirtschaftlich durchhalten zu können; die Förderung durch die USA zeigt das hohe strategische Interesse an der irakischen Stabilität, auch unter Umgehung von Kongressbeschlüssen.
Die Reagan-Regierung priorisierte die Eindämmung des Iran und die wirtschaftlichen Interessen amerikanischer Firmen gegenüber moralischen oder rechtlichen Konsequenzen, weshalb diplomatische Bemühungen den Irak gegenüber harter Sanktionen stets bevorzugten.
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